Schädlinge Nacktschnecken im Garten bekämpfen

Sobald die ersten Blätter auf den Beeten sprießen, sind sie zur Stelle: gefräßige Nacktschnecken. Sie mögen es warm und feucht. Im Frühjahr kriechen sie aus ihren Winterverstecken, die Jungen schlüpfen aus den Eiern - und fressen alle jungen Triebe von Pflanzen, Salat oder auch Blumen radikal ab. Woran Sie Nacktschnecken im Beet erkennen und was Sie gegen Sie tun können, lesen Sie hier.

Eine Nacktschnecke.
Nacktschnecken fressen sich gern durch den Garten. Bildrechte: colourbox

So erkennen Sie Nacktschneckenbefall:

Nacktschnecken hinterlassen an den Blättern unregelmäßige Fraßlöcher. Außerdem können die Blüten abgefressen sein. Die Tiere hinterlassen an den Pflanzen Schleimspuren.

Grüne Blätter mit vielen Löchern sowie eine blaue Blüte.
An dieser Pflanze haben sich Schnecken satt gefressen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Schnecken fühlen sich wohl, wenn...

…es feucht ist. Abendliches Gießen lockt zum Beispiel Schnecken an. Außerdem mögen sie es ruhig. Wenn sie im Garten in Ruhe gelassen werden und einen Unterschlupf finden, ist ihnen das gerade recht.

Das hilft gegen Nacktschnecken:

  • Hacken Sie die Beete immer wieder auf. Schnecken wird es dann zu unruhig und sie suchen sich ein neues Plätzchen. Außerdem werden so Schlupflöcher reduziert.
  • Gießen Sie Ihre Pflanzen am Morgen. So bleibt das Beet nicht zulange feucht.
  • Gehen Sie in den frühen Morgenstunden auf Schneckenjagd. Legen Sie alte Bretter, Ziegel oder ähnliches aus. Darunter sammeln sich die Schnecken und legen ihre Eier. Das erleichtert Ihnen das Absammeln. Die Eier können Sie vernichten, in dem Sie sie entweder zerdrücken oder mit heißem Wasser übergießen. Sie können Sie aber auch einfach in die Mülltonne werfen.
  • Verwenden Sie beim Mulchen dichtes Material (Miscanthus-Häcksel oder Fichtennadeln). Achten Sie darauf, dass Sie den Boden damit nur gerade so bedecken.
  • Geben Sie Urgesteinsmehl oder fossilen Algenkalk ringförmig um die Pflanzen. Das soll die Schnecken abhalten. Auch Rainfarnbrühe hilft bei Nacktschneckenbefall.
  • Setzen Sie Barrieren ein. Möglichkeiten dafür sind ein Schneckenzaun aus Draht oder ein Schneckenrahmen aus Holzbrettern. Wichtig ist, eine Kante zu schaffen, über die die Schnecken nicht kriechen können. Sie mögen es nämlich nicht, dass ihr Kopf nach unten hängt.
  • Fördern Sie die natürlichen Feinde im Garten.

Beet mit Salatköpfen in Schneckenringen.
Als Barrieren können bei Salat zum Beispiel Schneckenringe eingesetzt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Das hilft nicht gegen Nacktschnecken:

Immer wieder wird darauf verwiesen, dass Bierfallen helfen würden. Bei diesen Fallen soll Bier in einem Glas Schnecken anlocken und die Tiere in die Falle tappen lassen. Die Wirkung wird verstärkt, wenn noch ein Schnaps dazu gegossen wird. Der Duft des Gebräus lockt jedoch nicht nur die eigenen Schnecken an. Wer Pech hat, bekommt auch noch Besuch aus dem Nachbargarten - und erreicht damit das Gegenteil.

Ihre natürlichen Feinde:

  • Igel
  • Spitzmäuse
  • Vögel (Amsel, Star, Elster, Singdrossel, Spechtmeise)
  • Kröten
  • Blindschleichen
  • Indische Laufente
  • Maulwürfe
  • Laufkäfer
  • Larven der Glühwürmchen
  • Hundert- und Tausendfüßler
  • Es gibt auch nützliche Schnecken im Garten. Der getigerte Schnegel (auch Tigerschnecke genannt) und die Weinbergschnecke fressen die Eier der Nacktschnecken.

3 Schnecken: nacktschnecke, Tigerschnecke, Weinbergschnecke
Nacktschnecke, Tigerschnecke, Weinbergschnecke (v.l.n.r.) Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Nicht alle Schnecken sind Schädlinge Der getigerte Schnegel (Bildmitte) ist ein Nützling im Garten. Er frisst nicht nur alte Pflanzenreste, er vertilgt auch die Eier der gefräßigen Nacktschnecken. Er sieht der Nacktschnecke zwar ähnlich, ist aber an einem sogenannten Kiel am Körperende, wie er an der Unterseite von Booten zu finden ist, gut zu erkennen. Wegen seiner schwarzen Flecken wird er auch als Tigerschnecke bezeichnet. Der Schnegel kriecht manchmal aber auch als schwarzes Exemplar über die Beete. Auch Weinbergschnecken (rechtes Bild) und Hainbänderschnecke laben sich nicht am Salat, sondern fressen abgestorbenen Pflanzenreste, räumen also im Garten auf.

Diese Pflanzen sind anfällig für Nacktschnecken:

Schnecken mögen im Garten ziemlich viel. Sie machen weder vor Obst und Gemüse (u.a. Erdbeeren, Möhren und Salate), noch vor Stauden und Gehölzen (z.B. Margerite, Waldrebe und Funkie) oder Sommerblumen (u.a. Dahlien, Sonnenblume, Studentenblume, Rittersporn, Sommerastern) halt. Schneckenbefall wird in der Regel als erstes an Stauden, wie dem Rittersporn oder Hostas, deutlich.

So können Sie vorbeugen:

Pflanzen Sie raublättrige und silberblättrige Blumen und Kräuter. Schnecken können diese gar nicht leiden. So machen sie beispielsweise einen großen Bogen um Zinnien, Salbei und Schmuckkörbchen. Entscheiden Sie sich alternativ für schneckenfeste Pflanzen. Dazu zählen beim Gemüse Tomate, Sellerie und Lauch. Bei den Blumen und Stauden machen die Nacktschnecken um Schmuckkörbchen, die Dufttagetes Tagetes tenuifolia sowie die Jungfer im Grünen eine großen Bogen. Sterndolden, Lenzrosen und Beinwell sind ebenfalls keine Nacktschnecken-Freunde.

So schädigen Schnecken die Pflanzen:

Sie fressen die Pflanzen teilweise völlig auf.

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Eine Frau hockt auf einem Beet und baut eine Schneckenbarriere – einen Rahmen aus Holz.
Ganz wichtig ist ein Brett, das ähnlich wie an einer Sandkiste im 90 Grad Winkel auf den Rahmen geschraubt wird. Da kommen Schnecken nicht drüber, denn sie können nicht über Kopf kriechen.   Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 08. April 2018 | 08:30 Uhr