Sahra Wagenknecht
Daten von Parteispendern und Newsletter-Abonnenten des Bündnis Sahra Wagenknecht waren durch das Datenleck abrufbar. Bildrechte: picture alliance/dpa/Hannes P Albert

Datenleck Daten von 5.000 BSW-Parteispendern abrufbar

14. März 2024, 12:57 Uhr

Ein Datenleck betrifft tausende Menschen, die an das Bündnis Sahra Wagenknecht gespendet haben. Zudem sind auch Daten von Menschen abgegriffen worden, die den Newsletter des Bündnisses abonniert haben.

Beim Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat ein Datenleck dafür gesorgt, dass Daten von tausenden Parteispendern scheinbar offengelegt wurden. Eine Parteisprecherin bestätigte MDR AKTUELL einen Medienbericht des "Spiegel". Betroffen sind demnach bis zu 35.000 Menschen, darunter 5.000 Spender mit E-Mail-Adressen sowie 30.000 Newsletter-Abonnenten mit ihren E-Mail-Adressen.

Der Liste des "Spiegel" zufolge geht es um Zahlungen, die bis zum 13. Januar 2024 über ein Formular auf der Website des Vereins eingetragen waren. In der Datei sind unter anderem Namen, E-Mail-Adressen und ein Vermerk enthalten, ob die Spende unter oder über 500 Euro lag. Bei Zahlungen unter 500 Euro ist demnach der genaue Betrag vermerkt. Daten zu Kontoverbindungen seien nicht gespeichert gewesen.

BSW schaltet Staatsanwaltschaft ein

Eine BSW-Sprecherin sagte, die Staatsanwaltschaft und die zuständige Datenschutzschutzbehörde seien sofort informiert worden. Zudem habe der Verein seine Dienstleister kontaktiert und Sicherheitsmaßnahmen überprüfen lassen. Spender, die an die im Januar gegründete Partei gespendet haben, seien nach jetzigem Stand nicht betroffen.

Auf Anfrage von MDR AKTUELL wollte sich das Bündnis am Donnerstag nicht weiter zum Vorfall äußern. André Müller, Anwalt für Datenschutzrecht aus Erfurt, sagte MDR AKTUELL, auf das Bündnis könnten Schadensersatzforderungen zukommen. Müller sagte, durch das Leak könnten Personen etwa aus anderen politischen Bereichen in den Fokus gerückt und dann zum Ziel von Belästigungen und Spam-Nachrichten werden.

Die Partei hatte sich formal am 8. Januar 2024 gegründet. Der erste Parteitag fand am 27. Januar in Berlin statt. Zuvor war bereits im Herbst 2023 der Förderverein "Verein BSW – Für Vernunft und Gerechtigkeit e. V." mit Sitz in Karlsruhe gegründet worden.

MDR,dpa (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 14. März 2024 | 10:00 Uhr

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