Immobilien Lindner deutet Fristverlängerung bei Grundsteuer an

Bundesfinanzminister Lindner denkt offenbar darüber nach, die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung zu verlängern. Mehrere Verbände in Sachsen-Anhalt gehen ebenfalls von einer Fristverlängerung aus. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" haben bislang nur wenige Grundstücksbesitzer die nötigen Informationen abgegeben.

Herrenberg, Plattenbauten geprägter Ortsteil von Erfurt
Ob Eigenheim oder Platte, wie hier in Erfurt-Herrenberg: Für Immobilien wird die Grundsteuer bald nach einer neuen Berechnung fällig. Bundesfinanzminister Christian Lindner denkt nun aber offenbar über eine Fristverlängerung nach. Bildrechte: IMAGO / Steve Bauerschmidt

Nach zahlreichen Beschwerden von Eigentümern und Steuerberatern denkt Bundesfinanzminister Christian Lindner über eine verlängerte Abgabefrist bei der Feststellungserklärung für die Grundsteuer nach. Bei einem Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern am Tag der offenen Tür der Bundesregierung sagte er: "Ich mache mir auch Sorgen, wie das gegenwärtig abläuft."

Er lasse sich regelmäßig über Fortschritte bei der Datenerhebung informieren: "Möglicherweise muss man da sich vorbehalten, noch einmal an den Fristen etwas zu machen", fügte Lindner hinzu.

Kerstin Dörfel 1 min
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Eine Eigentümerin aus Sachsen-Anhalt erklärt, warum sie Angst vor Fehlern bei Erklärung zur Grundsteuer hat.

MDR SACHSEN-ANHALT Fr 04.03.2022 16:25Uhr 01:20 min

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Steuerberaterkammer Sachsen-Anhalt: "Signale" zur Fristverlängerung

Hilmar Speck, Steuerberaterkammer Sachsen-Anhalt
Hilmar Speck, Steuerberaterkammer Sachsen-Anhalt Bildrechte: MDR/Louisa Behnke

Der Vizepräsident der Steuerberaterkammer Sachsen-Anhalt, Hilmar Speck, sagte MDR SACHSEN-ANHALT bereits am Freitag, seine Kammer habe Signale, nach denen eine Verlängerung der Abgabefrist in den Ministerien zumindest geprüft werde. Auch die Vorsitzende der Steuer-Gewerkschaft Sachsen-Anhalt, Iris Herfurth, erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, nach ihren Informationen werde eine Verlängerung der Frist geprüft.

Ab 2025 soll eine neue Grundsteuer-Berechnung gelten. Dafür müssen fast 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Das geschieht auf Grundlage von Angaben, die Eigentümer nun einreichen müssen. Mitte Juli war es dabei bei der Steuer-Plattform "Elster" zu technischen Schwierigkeiten gekommen. Sie war vorübergehend nicht erreichbar gewesen.

Die Bundessteuerberaterkammer und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie einige Landespolitiker forderten daraufhin eine Verlängerung der Abgabefrist. Die Finanzbehörden nehmen die Daten seit dem 1. Juli entgegen. Die Frist endet regulär am 31. Oktober.

Erst wenige Eigentümer haben Grundsteuererklärung abgegeben

Nach einer eigenen Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" unter den Bundesländern haben bislang nur relativ wenige Besitzer privater Grundstücke ihre Grundsteuererklärung abgegeben. Demnach liegt die Abgabequote je nach Land leicht über oder sogar unter zehn Prozent der erwarteten Erklärungen.

Die mitteldeutschen Länder liegen dabei im unteren Mittelfeld: Thüringen kommt laut "FAS" auf 7,4 und Sachsen auf 7,6 Prozent, Sachsen-Anhalt auf 8,9 Prozent. Lediglich in sechs Ländern liegt die Abgabequote den Angaben zufolge bei über zehn Prozent. Laut "FAS" sind die Zahlen der einzelnen Bundesländer nicht völlig vergleichbar, weil einige Erklärungen auf Papier hinzuzählen oder Grundsteuererklärungen für landwirtschaftliche Flächen mit einrechnen und die Stichtage leicht variieren.

dpa/MDR (jan)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 20. August 2022 | 18:00 Uhr

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