Nach Weltklimagipfel "Letzte Generation" will Protestaktionen ausweiten

Die Klima-Protestbewegung "Letzte Generation" will ihre Aktionen nach dem für sie enttäuschenden Ergebnis des Weltklimagipfels ausweiten. Das hat die Dresdner Sprecherin Aimée van Baalen MDR AKTUELL angekündigt.

Klimaschutz-Demonstrantin Aimée van Baalen sitzt auf einer Fahrbahn.
Aimée van Baalen von der Letzten Generation bei einer Klebe-Aktion in Berlin. Bildrechte: dpa

Aus Enttäuschung über die Ergebnisse des Weltklimagipfels will die Protestbewegung "Letzte Generation" ihre Aktionen ausweiten. Das kündigte die Dresdner Sprecherin Aimée van Baalen im Interview mit MDR AKTUELL an.

Van Baalen sagte, es müssten noch mehr Menschen in den Widerstand kommen, um die Regierung in Sachen Klimaschutz zu schnellem Handeln zu bewegen. "Es wird weiteren Protest auf den Straßen geben und wir werden auch anfangen, Flughäfen zu blockieren." Damit wolle man eine Störung des Alltags verursachen, um einen Moment zu schaffen, wo alle innehalten müssen, um darauf zu schauen, was gerade passiere. Van Baalen kündigte auch eine Aktion in Magdeburg an.

"Ziviler Widerstand funktioniert nicht über Beliebtsein"

Auf die Frage, ob sie jetzt pure Verzweiflung nach dem Weltklimagipfel treibe, sagte van Baalen: "Es war vorher auch schon Verzweiflung, weil wir sehen, dass das Pariser Klima-Abkommen bei weitem nicht eingehalten wird." Letztendlich sei ziviler Widerstand das Mittel, in dem sie jetzt gerade noch eine effektive Möglichkeit sähen, etwas zu erreichen. "Ziviler Widerstand funktioniert nicht über Beliebtsein oder den Zuspruch der allgemeinen Bevölkerung." Ziviler Widerstand funktioniere über Reibung und eine gewisse Polarisierung, damit ein Diskurs entstehe. "Wir stellen uns auch auf Strafen ein, weil wir wissen, dass wir in einem Rechtsstaat leben." Aber härtere Strafen würden nicht dazu führen, dass die Menschen den Protest nicht weiter betrieben.

Umstrittene Protest-Aktionen im Straßenverkehr

Die "Letzte Generation" veranstaltet seit Monaten "Festklebe-Aktionen" gegen den Klimawandel auf Straßen und Autobahnen in Deutschland. Bei einer Aktion in Berlin verhinderte ein von "Klimaaktivisten" verursachter Stau, dass ein spezielles Rettungsfahrzeug der Feuerwehr rechtzeitig zu einem Unfall gelangen konnte. Bundesweit entbrannte daraufhin eine Debatte, ob die Mitglieder der "Letzten Generation" als Weltretter oder Straftäter anzusehen sind. Wegen ihrer Straßenblockaden werden ihnen Delikte wie Nötigung oder Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen. Laut einer Recherche der "Berliner Zeitung" agieren viele der "Klima-Kleber" gewissermaßen hauptberuflich, da sie über den Climate Emergency Fund eine Art Gehalt bekämen. Zudem würden ihre Gebürenbescheide von Spendern übernommen.

MDR (dni)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. November 2022 | 07:00 Uhr

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