Landtagswahl 2024 Das planen die Parteien für die Kultur in Sachsen
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29. August 2024, 04:21 Uhr
Am 1. September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Doch mit Kulturthemen kann man offenbar keine Wahlen gewinnen, zumindest taucht die Kultur auf keinem der Wahlplakate auf. Auch der Wahl-o-Mat kommt ohne Kultur aus. Für die Kulturszene ist die kulturelle Ausrichtung des Freistaates jedoch ein großes Thema. MDR KULTUR hat in den Wahlprogrammen nachgesehen: Welche kulturpolitischen Prioritäten setzen die Parteien – und wo wollen sie Neujustierungen vornehmen? Ein Überblick.
- Alle Parteien bekennen sich zur reichen Kulturlandschaft in Sachsen und betonen dabei deren Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
- Die Parteien haben unterschiedliche Ideen für eine Überarbeitung des Sächsischen Kulturraumgesetzes, für die kulturelle Bildung und für Vergütung von Kulturschaffenden.
- Am Sonntag entscheiden mehr als drei Millionen Menschen, wie sich der Sächsische Landtag künftig zusammensetzt.
In den Wahlprogrammen aller Parteien findet sich das Bekenntnis zur reichen Kulturlandschaft in Sachsen. Sie betonen die Bedeutung der Kultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und heben kulturelle Angebote als wichtige Orte der Begegnung hervor, die unter anderem essentiell sind für eine demokratische Gesellschaft. Aber auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle.
"Das Potential der Kultur- und Kreativwirtschaft wird herausgestellt, das findet man etwa bei der SPD, den Linken, Bündnis90/Die Grünen und der CDU", ordnet MDR KULTUR-Korrespondentin Grit Krause ein. Und die CDU betone noch einmal, dass die Kultur ein wesentlicher Standortvorteil für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen sei. "Wo man diese Aspekte wiederum nicht findet, ist das Wahlprogramm der AfD", so Krause. Dort setze man auf Tradition, auf Bewahren und man setze den Schwerpunkt auf die Lokalkultur, vorzugsweise im ländlichen Raum.
Kulturraumgesetz, kulturelle Bildung und Honorare als Streitthemen
Ein Thema, das nahezu alle Parteien beschäftigt, ist die Überarbeitung des Sächsischen Kulturraumgesetzes. Es regelt, wie Kultur in den acht Kulturräumen – das meint die drei großen Städte Leipzig, Dresden, Chemnitz und die fünf ländlichen Kulturräume – finanziert werden soll. Dabei handelt es sich um eine solidarische Finanzierung von Freistaat, den Landkreisen und den Kommunen. Da in den Kommunen das Geld knapp ist, droht die Kultur mancherorts auf der Strecke zu bleiben. Das haben im vergangen Jahr die enormen Finanzprobleme der Theater im ländlichen Raum gezeigt, etwa in Görlitz/Zittau, Bautzen, beim Mittelsächsischen Theater Freiberg-Döbeln, aber auch in Chemnitz.
Im Bereich der kulturellen Bildung setzen sich alle Parteien für eine Stärkung der Musikschulen ein. CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und die Linken wollen außerdem den Ausbau von Jugendkunstschulen weiter fördern. Das BSW macht den kostenlosen Eintritt für Kinder- und Jugendliche in Museen zum Thema, die FDP setzt sich darüber hinaus für kostenfreie Theaterbesuche ein.
Zentrales Thema ist zudem die angemessene Bezahlung von Kunst- und Kulturschaffenden. Damit hat sich schon die bisherige Regierung beschäftigt. Inzwischen existiert ein Entwurf, wie solche Honorarrichtlinien für die Kulturförderung im Freistaat aussehen könnten. Beschlossen ist allerdings noch nichts. SPD, Bündnis90/Die Grünen, die Linke und das BSW haben in ihren Wahlprogrammen formuliert, dass sie sich für verbindliche Honoraruntergrenzen einsetzen wollen. Die Parteien verwenden in ihren Wahlprogrammen dazu unterschiedliche Bezeichnungen.
Mehr als drei Millionen Sachsen zur Wahl aufgerufen
In Sachsen sind mehr als drei Millionen Menschen wahlberechtigt. Das betrifft alle Deutschen, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Sachsen innehaben. Mit der ersten Stimme wird der Direktkandidat im Wahlkreis gewählt, mit der zweiten Stimme die Landesliste einer Partei.
Die kulturpolitischen Programme der Parteien: |
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Quelle: MDR AKTUELL, MDR KULTUR (Grit Krause), Deutsche Presse-Agentur
Redaktionelle Bearbeitung: op, td
Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. August 2024 | 08:40 Uhr