Festnahme auf der A9 Mordverdächtiger aus Italien wird ausgeliefert

22. November 2023, 12:35 Uhr

Der von der Polizei am Sonnabend auf der A9 festgenommene italienische Mordverdächtige wird nach Italien ausgeliefert. Der Mann soll seine Ex-Freundin getötet haben. Zurzeit sitzt er in Halle in Haft. Der Fall hat in Italien eine Debatte über Femizide ausgelöst.

Der Mordverdächtige aus Italien, den die Polizei am Sonnabend auf der A9 im Süden von Sachsen-Anhalt festgenommen hat, wird in sein Heimatland ausgeliefert. Das Oberlandesgericht in Naumburg teilte am Mittwoch mit, die Auslieferungshaft gegen den 21 Jahre alten Italiener angeordnet zu haben. Der Mann war am Wochenende in der Nähe von Leipzig festgenommen worden und sitzt derzeit in Halle in Haft.

Der mutmaßliche Täter habe sich mit der vereinfachten Auslieferung einverstanden erklärt, erklärte das Gericht. Er bleibe bis zur Übergabe an die italienischen Behörden weiter inhaftiert. Wann die Auslieferung erfolgen soll, war zunächst nicht klar. Italien hatte am Dienstag die Auslieferung des Mannes beantragt.

Mann soll in Italien Ex-Freundin getötet haben

Wie die Polizei mitteilte, war Beamten am Sonnabend ein unbeleuchteter Pkw auf dem Standstreifen der Autobahn 9 aufgefallen. Als die Polizisten den Fahrer überprüften, stellten sie demnach fest, dass der 21 Jahre alte Student aus Padua von den italienischen Behörden per Haftbefehl gesucht wird. Der junge Mann wurde festgenommen. Er hat nach Angaben der Polizei keinen Widerstand geleistet.

Wie die Polizei weiter mitteilte, soll der Student seine Ex-Freundin entführt und ermordet haben. Ihre Leiche war vor einigen Tagen mit vielen Stichwunden in einer Schlucht nördlich von Venedig gefunden worden.

Debatte um Femizide in Italien

Die Getötete und der Tatverdächtige waren italienischen Medienberichten zufolge eineinhalb Jahre ein Paar gewesen. Die Frau soll sich im vergangenen Sommer von dem Mann getrennt haben. Sie seien aber in Kontakt geblieben und zuletzt gemeinsam in einem Einkaufszentrum gesehen worden. Danach sei die Frau verschwunden.

Der Fall löste in Italien Bestürzung und eine Debatte über die Zunahme von Femiziden aus. Wie eine Statistik des Innenministeriums zeigt, wurden seit Beginn des Jahres in Italien bereits mehr als 80 Frauen getötet, weil sie Frauen sind. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. Täter sind meistens Partner oder Ex-Partner.

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dpa, afp, MDR (Norma Düsekow, Julia Heundorf, Maren Wilczek, Annekathrin Queck) | Erstmals veröffentlicht am 20.11.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. November 2023 | 11:00 Uhr

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