Lech Walesa
Lech Wałęsa möchte Halle wegen des Zukunftszentrums besuchen. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO/Photopress Müller

Polnischer Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa will Halle wegen des Zukunftszentrums besuchen

09. Juni 2023, 18:36 Uhr

Der polnische Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident Lech Wałęsa will so schnell wie möglich die Stadt Halle besuchen. Grund dafür ist das geplante Zukunftszentrum. Er hat angeboten, Ideen für das Zentrum beizusteuern. Nach seinem Geschmack hätte es das Zentrum allerdings viel eher geben sollen.

Der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa will Halle wegen des geplanten Zukunftszentrums "Deutsche Einheit" besuchen. "Ich will so schnell wie möglich nach Halle kommen und meine Themen und Ideen einbringen", sagte er im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. Zuvor hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff ihn eingeladen. Der Termin steht aber noch nicht fest.

Der frühere polnische Präsident nannte auch konkrete Vorschläge. Diese fußten auf drei Themenkomplexen, die er für wichtig halte: "Was ist das Fundament Europas, welches Wirtschaftssystem soll auf dem Kontinent gelten und wie kann man die Demokratie verbessern."

Der Gründer der Gewerkschaft Solidarność fügte hinzu, es sei gut, dass Deutschland das Zukunftszentrum nun auf den Weg gebracht habe. Für seinen Geschmack aber sei das sehr spät erfolgt. Der 79-jährige Wałęsa äußerte sich nach einem Besuch von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff (CDU) im Solidarność-Zentrum in Danzig. Es gilt als Vorbild für das Zukunftszentrum "Deutsche Einheit" in Halle.

Keinerlei feste finanzielle Zusagen für das Zentrum

Haseloff sagte MDR-SACHSEN-ANHALT, voraussichtlich beginnen die konkreten Planungen nach der Sommerpause. Der Bund müsse zunächst den rechtlichen Rahmen für die Gründung einer Projekt-Gesellschaft schaffen. Finanziell machte der CDU-Politiker keinerlei Zusagen. "Das gesamte Vorhaben unterliegt der Finanzierungshoheit des Bundes. Aber ich tausche mich regelmäßig mit dem Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), aus."

Die Stadt Halle hatte im Februar den Zuschlag für das Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation bekommen. Der Bund will rund 200 Millionen Euro investieren. Das Zentrum soll die Leistungen der deutschen Vereinigung würdigen und die Erfahrungen daraus für künftige Umbrüche und Krisen nutzbar machen. Es soll Begegnungs- und Forschungsstelle zugleich sein. Die Stadt Halle rechnet mit bis zu einer Million Besuchern pro Jahr.

MDR (Alisa Sonntag, Jörg Wunram, Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 09. Juni 2023 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

steka am 09.06.2023

Na hoffentlich bringt er auch neue Ideen mit, wie das Zukuftszentrum architektonisch dem Namen gerecht werden kann. Die bisherigen Darstellungen erinnerten eher an ein Architekturmemorial der 70ziger Jahre west.

hilflos am 09.06.2023

Wer brauch walesa hier? Will der hier den Boden für Reparationen sondieren?

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