Schild "Sitzung - bitte nicht stören" an Tür zu Sitzungssaal
In Sachsen-Anhalt werden bei den Kommunalwahlen im Juni die Kreistage, Stadträte und Ortschaftsräte neu gewählt. Parteien setzen dabei auch auf parteilose Kandidaten. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Sachsen-Anhalt Kommunalwahlen 2024: Parteien wollen auch parteilose Kandidaten aufstellen

04. Januar 2024, 14:59 Uhr

Einige Monate vor den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt am 9. Juni ist unklar, ob die sechs Parteien im Landtag genügend Kandidaten für die Wahlen zusammenbekommen. Fast alle wollen ihre Listen jedenfalls auch mit parteilosen Kandidaten auffüllen. Die CDU will stärkste Kraft in den Regional-Parlamenten werden.

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Bei den anstehenden Kommunalwahlen im Juni wollen die Parteien in Sachsen-Anhalt bewusst auch auf Kandidaten ohne Parteibuch setzen. Das bestätigten CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne auf Anfrage. Man setze auf Parteilose, "die sich zu den Werten der Freien Demokraten bekennen und sich fürs Gemeinwohl in ihrer Heimat einsetzen wollen", sagte etwa FDP-Landeschefin Lydia Hüskens.

Auch die Linke verweist darauf, dass es eine lang geübte Praxis sei, mit offenen Listen anzutreten. "Das heißt, wir sprechen aktiv Sympathisantinnen und engagierte Menschen vor Ort an, die wir gern an unserer Seite hätten", sagte eine Sprecherin der Partei.

CDU will stärkste Kraft in der Kommunalpolitik werden

Ob die sechs im Landtag vertretenen Parteien in allen Regionen genug Kandidaten zusammenbekommen, ist aktuell noch unklar. Die Kandidatenlisten sind den Angaben zufolge noch nicht aufgestellt.

Eine Recherche des MDR hatte im Mai gezeigt, dass CDU, SPD, FDP und Linke in Sachsen-Anhalt in den vergangenen 20 Jahren zwischen rund 40 und 65 Prozent ihrer Mitglieder verloren haben. Einer der Hauptgründe ist demnach Überalterung. Ferner werden kommunalpolitische Mandate in Kreistagen oder Ortschaftsräten ehrenamtlich übernommen. Gerade für jüngere Menschen stellt sich dadurch die Frage der Vereinbarkeit mit Beruf und Familie.

"Wir wollen, wie in den Jahren zuvor, wieder stärkste kommunalpolitische Kraft in Sachsen-Anhalt werden", sagte CDU-Landesgeschäftsführer Mario Zeising. Bei den vorangegangenen Kommunalwahlen habe man mehr Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen können als die anderen politischen Parteien zusammen. "Dieses Ziel streben wir auch für die Kommunalwahlen im Jahr 2024 an."

Grüne stellen in Magdeburg und Halle mehr Kandidaten auf

Die Grünen möchten der CDU den Spitzenplatz in Magdeburg und Halle streitig machen. Man wolle in den beiden größten Städten des Landes "die jeweils größte Fraktion stellen", sagte ein Parteisprecher. In beiden Städten würden mehr Kandidaten antreten als 2019.

Die AfD erklärte auf Anfrage, Ziel sei es, "mit deutlichen Mehrheiten" in die Kreistage sowie die Stadträte der kreisfreien Städte einzuziehen. "Hierfür stehen landesweit genügend geeignete Kandidaten bereit." Zur Zusammenarbeit mit parteilosen Personen äußerte sich die AfD nicht.

"Wir sind entschlossen, in allen Regionen genügend Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen", sagte ein Sprecher der SPD. Die Zusammenarbeit mit Parteilosen habe sich bewährt. "Unsere Erfahrungen mit diesem integrativen Ansatz sind durchweg positiv."

Kommunalwahlen zusammen mit Europawahl am 9. Juni

Die Kommunalwahlen 2024 finden in Sachsen-Anhalt am 9. Juni statt. Damit erfolgen die Neuwahlen der Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte sowie Ortschaftsräte und Ortsvorsteher in Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Wahl zum Europäischen Parlament.

"Die Zusammenlegung auf einen einheitlichen Wahltermin bedeutet für die Wahlorgane, die örtlichen Verwaltungen und Vertretungen einen geringeren organisatorischen und finanziellen Aufwand, da große Teile der Wahlvorbereitung in einheitlichen Arbeitsgängen erledigt werden können", erklärte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) zuletzt. "Darüber hinaus hoffen wir, dass sich ein gemeinsamer Wahltermin positiv auf die Wahlbeteiligung auswirkt."

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dpa, MDR (Daniel Salpius) | Erstmals veröffentlicht am 03.01.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Januar 2024 | 11:00 Uhr

44 Kommentare

Wessi vor 24 Wochen

NEIN @ Germinator.Wir sind in der NATO.Ausserdem steuern Sie zielsicher mal wieder in Richtung Themenfremde.Hier gehts vor allem, wie in meinem komplexen post auch komplex geschrieben, um Parteien in der BRD in Bezug auf die Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt...aber Sie beziehen sich auf einen herausgeprökelten Nebensatz der so allein absolutes OT darstellt.

DER Beobachter vor 24 Wochen

Höcke als MPräs. oder Chrupalla? Nicht Ihr Ernst. Chrupalla hat das schon abgelehnt, er ahnt, dass er damit hoffnungslos überfordert wäre und bedroht, innerparteilich kaltgestellt zu werden...

DER Beobachter vor 24 Wochen

Naja, Horus, zumindest ist das dieselbe SPD, die nach INSA-Negativsonntagsfrage gleich nach der CDU die wenigsten absoluten Ablehnungswerte hat und und unter "Welche Partei können Sie sich außerdem (=abgesehen von der von Ihnen favorisierten Partei) vorstellen zu wählen" immer noch den höchsten Wert aller Parteien sogar vor der Union erreicht.

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