Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Diese Abgeordneten haben es nicht mehr in den Landtag geschafft

Luca Deutschländer
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Landtagswahlen bedeuten immer auch einen Umbruch – vor allem, wenn im Wahlergebnis mehrere Parteien abgestraft werden wie in diesem Jahr etwa Linke und SPD. Beide Parteien müssen Abgeordnete verabschieden, obwohl die eigentlich gern weiterhin Politik gemacht hätten. Ein Überblick.

Landtag von Sachsen-Anhalt" steht auf einem Schild am Eingang zum Parlament in Magdeburg.
Im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt sitzen 97 Abgeordnete. Nicht jeder, der bislang dabei war, hat aber den Wiedereinzug geschafft. Bildrechte: dpa

Wenn ein neuer Landtag gewählt wird, bedeutet das immer: Neue Gesichter ziehen ins Parlament – dieses Mal sind es mehr als 40 an der Zahl. Im Umkehrschluss verlassen Abgeordnete den Landtag – freiwillig oder weil sie nicht mehr ausreichend Stimmen für eine Wiederwahl bekommen haben.

Diese Abgeordneten verlassen den Landtag

Landtagswahlen bedeuten immer auch einen Umbruch. Die Übersicht zeigt, wer es nicht mehr in den Magdeburger Landtag geschafft hat.

Kristin Heiß, Fraktionsmitglied der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Kristin Heiß, Die Linke. Die Finanzpolitikerin war in Wahlkreis 08 Wolmirstedt zur Wiederwahl angetreten. Gegen den CDU-Kandidaten Holger Stahlknecht hatte Heiß aber keine Chance, holte 11 Prozent der Erststimmen (Stahlknecht: 40,4 Prozent).

Weil Kristin Heiß – 2016 als eine der jüngsten Abgeordneten erstmals ins Parlament eingezogen – zudem nur auf Platz 15 der Linken-Landesliste gewählt wurde, bleibt ihr der Einzug in den neuen Landtag verwehrt.
Bildrechte: Fraktion DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt
Kristin Heiß, Fraktionsmitglied der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Kristin Heiß, Die Linke. Die Finanzpolitikerin war in Wahlkreis 08 Wolmirstedt zur Wiederwahl angetreten. Gegen den CDU-Kandidaten Holger Stahlknecht hatte Heiß aber keine Chance, holte 11 Prozent der Erststimmen (Stahlknecht: 40,4 Prozent).

Weil Kristin Heiß – 2016 als eine der jüngsten Abgeordneten erstmals ins Parlament eingezogen – zudem nur auf Platz 15 der Linken-Landesliste gewählt wurde, bleibt ihr der Einzug in den neuen Landtag verwehrt.
Bildrechte: Fraktion DIE LINKE im Landtag von Sachsen-Anhalt
Katja Bahlmann, Die Linke, Sachsen Anhalt
Katja Bahlmann, Die Linke. Stand auf Platz 19 der Linken-Landesliste und hat es somit auch nicht ins Parlament geschafft. Bahlmann, Direktkandidatin im Wahlkreis 41 Zeitz, musste sich dort CDU und AfD geschlagen geben. Die Abgeordnete holte 14 Prozent und damit mehr als zehn Prozentpunkte weniger als ihre Konkurrenz. In der letzten Legislaturperiode war Bahlmann für den Abgeordneten Matthias Höhn nachgerückt. Bildrechte: imago/Christian Schroedter
Doreen Hildebrandt, Die Linke, Sachsen Anhalt
Doreen Hildebrandt, Die Linke. Die stellvertretende Landesvorsitzende der Linken in Sachsen-Anhalt hatte in Wahlkreis 09 Oschersleben-Wanzleben für ein Direktmandat kandidiert. Kam dort aber weder an SPD, AfD oder Wahlkreisgewinner CDU vorbei. Bildrechte: imago/Christian Schroedter
Holger Hövelmann
Holger Hövelmann, SPD. Hatte im Wahlkreis Dessau-Roßlau-Wittenberg um das Direktmandat geworben, blieb mit 12,1 Prozent aber deutlich hinter AfD und vor allem CDU (35,6 Prozent) zurück. Hövelmann, früher Innenminister von Sachsen-Anhalt, hat aber durchaus noch Chancen, es ins Parlament zu schaffen. Auf der SPD-Landesliste steht er auf Platz 10. Rückt eines der aktuellen Fraktionsmitglieder in eine neue Landesregierung auf, wäre Hövelmann erster Nachrücker der SPD. Bildrechte: imago/Reiner Zensen
Andreas Steppuhn
Andreas Steppuhn, SPD. Geringere Erfolgschancen als Fraktionskollege Hövelmann hat SPD-Mann Andreas Steppuhn. In seinem Wahlkreis in Quedlinburg landete er hinter CDU, AfD und Linken an vierter Stelle (10,6 Prozent). Steppuhn, der Landeschef der Tafeln in Sachsen-Anhalt ist, saß mit mehreren längeren Unterbrechungen seit 1994 im Landtag. Bildrechte: dpa
Lydia Funke
Lydia Funke, AfD. War nach der Wahl vor fünf Jahren eine der Neuankömmlinge im Magdeburger Landtag. Funke war seinerzeit über die AfD-Landesliste ins Parlament eingezogen. Den Wiedereinzug verpasste sie, obwohl sie in ihrem Wahlkreis 42 Naumburg fast ein Viertel der Stimmen holte. CDU-Mann Daniel Sturm kam aber auf mehr als 40 Prozent der Stimmen. Bildrechte: dpa
André Poggenburg im Landtag
André Poggenburg, parteilos. Der frühere Spitzenmann der AfD in Sachsen-Anhalt hatte im Januar noch den Versuch gewagt, auf die AfD-Landesliste zu gelangen. Nachdem er scheiterte, war schnell klar, dass seine Zeit als Landtagsabgeordneter zu Ende gehen würde. Poggenburg trat in keinem Wahlkreis an. Bildrechte: imago/Christian Schroedter
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Nicht alle Abgeordneten, die nicht mehr im Landtag vertreten sind, sind aber an einer Wiederwahl gescheitert. Insbesondere der CDU-Fraktion steht einen Generationenwechsel bevor: Langjährige Abgeordnete wie der Landwirtschaftsexperte Bernhard Daldrup, der hallesche Abgeordnete Bernhard Bönisch oder Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (alle seit 2002 im Landtag) ziehen sich zurück, jüngere Abgeordnete wie Sandra Hietel aus Gardelegen rücken nach. Hietel ist langjährige Pressesprecherin der CDU-Fraktion, holte im Wahlkreis 02 Gardelegen-Klötze das Direktmandat.

AfD-Abgeordneter will in den Bundestag

Auch bei der AfD haben Abgeordnete sich entschieden, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren – sondern für den Deutschen Bundestag. Der Landesvorsitzende der Jungen Alternative, Jan Wenzel Schmidt, gehört dazu – oder aber Robert Farle, bislang Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion. Ihm werden Ambitionen nachgesagt, in den Bundestag einziehen zu wollen. Bei Aufstellung der AfD-Liste verlor Farle aber gegen den AfD-Landeschef Martin Reichardt. Für den Landtag kandidierte er, ebenso wie Schmidt jedenfalls nicht mehr.

Ungeachtet dessen wächst im Magdeburger Landtag der Frauenanteil, wenn auch nur langsam: Er wird nach Angaben des Statistischen Landesamtes von Montag künftig bei 27,8 Prozent liegen. Im neuen Landtag werden nach aktueller Lage der Dinge 27 Frauen und 70 Männer sitzen. Das Verhältnis kann sich aber noch ändern, wenn Fraktionsmitglieder in die Regierung aufrücken. Das könnte im Falle der SPD zum Beispiel bei Petra Grimm-Benne und Armin Willingmann passieren, die zuletzt für die Sozialdemokraten am Kabinettstisch gesessen hatten.

Frauenanteil: Sachsen-Anhalt gibt letzten Platz ab

Zuletzt waren nur 21,8 Prozent der 87 Abgeordneten im Landtag von Sachsen-Anhalt Frauen. Nirgends in Deutschland war der Anteil niedriger. Bliebe im neuen Landtag alles wie es sich aktuell darstellt, würde Sachsen-Anhalt die rote Laterne an Mecklenburg-Vorpommern weiterreichen. Dort liegt der Frauenanteil im Parlament bei 25,3 Prozent.

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Quelle: MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. Juni 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Steffen 1978 vor 8 Wochen

Besser für Sachsen-Anhalt wäre ein noch größerer Austausch von Abgeordneten denn mit Leistungen konnten die wenigsten glänzen gleichwohl welcher Fraktion sie untertan sind

ElBuffo vor 8 Wochen

Immerhin könnte es bei 40 Direktkandidaten in der größten Fraktion mit diesem Untertanentum etwas schwieriger werden. Ist doch schonmal was.

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