Leipziger Straße Magdeburg: Erste Kita für Migrationsfamilien eröffnet

Die Betreiber einer interkulturellen Kita in Magdeburgs Altstadt haben am Montag zusätzlich eine sogenannte Ankunftskita eröffnet. Dort sollen vor allem Kinder betreut werden, die Flucht- oder Migrationserfahrung haben. Das Team ist international und spricht zahlreiche Sprachen.

Olga Stici verteilt auf dem Spielplatz der interkulturellen Kita der Kinderbetreuung Mandala Willkommensscherpen an die neuen Kinder.
Eine Erzieherin der neuen integrativen Ankunftskita in Magdeburg begrüßt Kinder mit bunten Scherpen. Bildrechte: dpa

Magdeburg hat seit Montag eine Kita für Kinder aus Familien mit Flucht- und Migrationsgeschichte. In der sogenannten Ankunftskita gibt es insbesondere Plätze für ukrainische Kinder, aber auch für alle anderen Familien ist das Angebot grundsätzlich offen.

"Wir haben etwa ein Drittel ukrainische Familien, ein Drittel muslimische Familien und das letzte Drittel verteilt sich auf weitere internationale Kinder und vor allem auch auf Deutsche", sagte Kita-Geschäftsführerin Claudia Rondio angesichts der Eröffnung am Montag. Insgesamt seien von den 125 Plätzen schon 70 mit Anfragen belegt. Der Betrieb der sogenannten Ankunftskita ist zunächst bis Ende des Jahres 2023 geplant. Die Stadt teilte am Freitag mit, dass bereits Eingewöhnungen für die ersten Kinder stattfänden.

Internationales Team betreut Kinder

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben oft einen Migrations- oder Fluchthintergrund. Sie sprechen beispielsweise Kurdisch, Türkisch, Arabisch, Ukrainisch und Russisch. Bundesfreiwillige kommen unter anderem aus Spanien oder auch Thailand. Bei ukrainischen Fachkräften sei allerdings oft das Problem, dass deren Dokumente nicht vollständig seien. Auch ausreichende deutsche Sprachkenntnisse seien oft nicht nachweisbar, was jedoch die Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sei, so Rondio.

Auf rund 400 Quadratmetern können die Kinder künftig miteinander spielen und lernen. "Kinder lernen von Kindern auch sprechen", sagte die Geschäftsführerin. Die Stadt Magdeburg habe massiv zur schnellen Realisierung beigetragen. Die Kita wird von der Kinderbetreuung Mandala gGmbH betrieben. Das Unternehmen hat laut dem Magdeburger-Jugendhilfe-Chef Ingo Gottschalk bereits in vergangenen Jahren Sprachcafés und Ausflüge für Familien angeboten, die neu nach Deutschland kamen – insbesondere für Menschen aus Syrien und der Ukraine.

Zudem betreibt die gemeinnützige GmbH bereits länger eine interkulturelle Kita in Magdeburg. In Zukunft sollen beide Einrichtungen immer wieder bei Ausflügen oder Projekten in Kontakt sein.

Gemeinsame Betreuung mit deutschen Kindern

Die neue Kita im Stadtteil Leipziger Straße soll laut Stadt Eltern unterstützen, Arbeit aufzunehmen oder Sprachkurse zu belegen. Kinder und Familien sollen laut Kita-Geschäftsführerin Rondio schnell in der Gesellschaft ankommen: "Die gemeinsame Betreuung mit deutschsprachigen Kindern wird die Chancen auf Bildung und schulischen Erfolg erhöhen", so Rondio.

Mehr zum Thema

dpa/epd/MDR (Julia Heundorf, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. August 2022 | 09:30 Uhr

4 Kommentare

Rain Man vor 7 Wochen

"Wir haben etwa ein Drittel ukrainische Familien, ein Drittel muslimische Familien und das letzte Drittel verteilt sich auf weitere internationale Kinder und vor allem auch auf Deutsche", sagte Kita-Geschäftsführerin Claudia Rondio„

Ah ja. Vor allem auch auf Deutsche. Wieviel macht der Anteil „Vor allem“ aus? 10% oder 5%?

SusiB. vor 7 Wochen

Das ist allerdings wahr. Aber als in Burg eine Sonderklasse vorwiegend mit Flüchtlingen eingerichtet wurde haben sich bestimmt viele derjenigen aufgeregt die das jetzt befürworten. Wird mal wieder mit zweierlei Maß gerechnet?

Thommi Tulpe vor 7 Wochen

Ich halte es zumindest für nicht sehr günstig, wenn Kinder mit sogenanntem Migrationshintergrund vorrangig "unter sich" sind. Meine Erfahrungen sind jene, dass sehr viele Syrer den Kontakt zu Deutschen (in der Regel aus nachvollziehbaren Gründen!) eher scheuen, möglichst unter sich bleiben. Das fördert eher Parallelgesellschaften. Man muss das nicht auch noch bei den Kindern "fördern", zumal es sicher auch eher so sein wird, dass Eltern "einheimischer" deutscher Kinder eher nicht in die Obhut eines solchen Kindergartens geben.
Oder wollen wir mehr Wohngebiete vom Format Magdeburgs rund um die Umfassungsstraße, wo eben vorrangig scheinbar Fremde leben?

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Jubel über Meisterschaft 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Sachsen-Anhalt