112 und 116117 Zusammenlegung von Nummern: Landkreis Harz kritisiert mögliche Notruf-Reform

12. Februar 2023, 17:32 Uhr

Die Rettungsleitstelle im Landkreis Harz hat die mögliche Zusammenlegung des Notrufs 112 mit der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 kritisiert. Aus der SPD kommen Forderungen nach einem besseren Schutz bei Stromausfällen.

Die Rettungsleitstelle im Landkreis Harz hat Überlegungen kritisiert, den Notruf 112 mit der Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 zusammenzulegen. Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man müsse sich neben den zigtausenden Notrufen im Jahr dann auch noch um Husten, Schnupfen und Heiserkeit kümmern. Das würde Zeit, Personal und letztendlich auch Geld kosten. Anlass der Kritik war der Tag des Notrufs am Samstag.

Nach Recherchen des MDR wird in der Ampelkoalition darüber nachgedacht, das System der Notrufnummern zu reformieren. Die Zusammenlegung soll unter anderem die Notaufnahmen entlasten.

Besserer Schutz bei Stromausfällen gefordert

Aus der SPD kamen unterdessen Forderungen, Notrufe auch bei Stromausfällen zu ermöglichen. Mobilfunknetzbetreiber müssten ihre Technik auch bei einem längeren Stromausfall in Betrieb halten können und so für Notrufmöglichkeit sorgen, erklärte die SPD-Landtagsfraktion. Rüder Erben, innnepolitischer Sprecher der Fraktion, forderte dabei mehr Basisstationen, die mit Notstrom versorgt werden können. Es könnten auch Batteriesysteme in Verbindung mit Photovoltaikanlagen oder Brennstoffzellen eingesetzt werden, hieß es.

Erben erklärte weiter, die Betreiber müssten bundesweit gesetzlich verpflichtet werden, sich stärker gegen Stromausfälle zu wappnen. Es seien zu wenige Standorte in der Lage, bei einem Stromausfall länger als 30 Minuten arbeitsfähig zu sein. Da sich der Großteil der Kommunikation in die Mobilfunknetze verlagert habe, müssten die Betreiber für Krisensituationen vom Bundeswirtschaftsministerium in die Pflicht genommen werden, hieß es weiter.

dpa, MDR (Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 11. Februar 2023 | 15:00 Uhr

4 Kommentare

Kurzkommentator am 12.02.2023

"Aus der SPD kommen Forderungen nach einem besseren Schutz bei Stromausfällen." - Eigentlich unfassbar. Wie wäre es mit einem besseren Schutz VOR Stromausfällen? Atomkraftwerke der neuesten Generation, Weiterbetrieb der saubersten Kohlekraftwerke der Welt, Abkehr von der desaströsen, in Grunde irrwitzigen "Energiewende" - um nur einige Stichworte zu nennen .....

Kritiker am 12.02.2023

Ich persönlich halte absolut nichts von irgendeiner Partei, sondern eher von den Menschen. Somit kann ich nur zustimmen/gut heißen das eine Notstromversorgung in jedem Unternehmen in jedem Mietshaus grundlegend sein sollte. Bei Bürgern sollte sich auch (hinsichtlich der Zukunft) der Gedanke einbürgern über eigene Notstromversorgung nachzudenken und diese bestenfalls anschaffen. So viel, wie es wegen des Klimaschutzes verlangt wird, im Bezug auf Energieversorgung und Herstellung, kann in den kommenden Jahren kaum erfüllt werden.

Kritiker am 12.02.2023

+...Nach Recherchen des MDR wird in der Ampelkoalition darüber nachgedacht, das System der Notrufnummern zu reformieren. Die Zusammenlegung soll unter anderem die Notaufnahmen entlasten....+
Man kann nicht alles auf die Schuld der Bürger verlagern wenn es heißt: Der Notruf ist im Moment nicht erreichbar.
Darauf läuft eine solche sinnfreie Zusammenlegung der beiden Telefonnummern hinaus! Politiker möchten nicht immer das sehen was ihre Verantwortung auf andere Mitmenschen verlagern kann.

+.. Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man müsse sich neben den zigtausenden Notrufen im Jahr dann auch noch um Husten, Schnupfen und Heiserkeit kümmern....+
DEM IST NICHTS HINZUZUFÜGEN!! Es fehlt schon zu viel Personal in allen Bereichen! Wenn es auch noch mehr Geld kostet; wo soll dieses Geld herkommen? Von höheren Kosten für die Bürger?

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