Die Ruine der evangelischen Stadtkirche in Großröhrsdorf nach einem Großbrand
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Große Hilfsbereitschaft Wofür die Spenden nach dem Kirchenbrand in Großröhrsdorf verwendet werden

12. August 2023, 10:24 Uhr

Eine Woche nach dem verheerenden Brand der Stadtkirche in Großröhrsdorf steht die Brandursache immer noch nicht fest. Dafür aber kann sich die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde über eine ungebrochene Spendenbereitschaft freuen. Auf dem Spendenkonto sind bereits knapp 155.000 Euro eingegangen. Warum das Geld nicht nur für den Wiederaufbau des Gotteshauses verwendet wird, erklärt Pfarrer Stefan Schwarzenberg.

Vor einer Woche, in der Nacht zum 4. August, hat ein Feuer die Großröhrsdorfer Stadtkirche zerstört. Wie sehr der Brand des Gotteshauses die Menschen bewegt hat, zeigt auch die hohe Spendenbereitschaft: Fast 155.000 Euro sind bereits auf dem Konto der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde eingegangen. Doch als Verwendungszweck wird dort nicht der Wiederaufbau angegeben. Vielmehr sei die Spende "zugunsten der Ev. Luth. Kirchgemeinde Großröhrsdorf-Kleinröhrsdorf in der besonderen Situation nach dem Brand der Stadtkirche".

EIn Pfarrer bei einer Predigt.
Pfarrer Stefan Schwarzenberg bei der ersten Predigt nach dem verheerenden Brand in der Stadtkirche Großröhrsdorf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Spenden für Gemeindearbeit nach dem Brand

Was das bedeutet, erklärt Pfarrer Stefan Schwarzenberg. "Wir setzen das Geld aktuell dafür ein, die Gemeindearbeit nach dem Brand aufrecht zu erhalten." Dazu gehöre unter anderem, die beim Feuer zerstörten Gesangbücher zu ersetzen. Außerdem sei angedacht, einen provisorischen Glockenturm zu installieren. Die Spenden würden nur im Zusammenhang mit den Folgen des Brandes verwendet, betonte der Pfarrer. Die schwer getroffene Gemeinde sei sehr dankbar für die große Spendenbereitschaft und werde mit dem Geld gewissenhaft umgehen, versprach er.

Gebäudeversicherung für "Wiederaufbau in gleicher Art und Güte"

Im Hinblick auf den Wiederaufbau sagte Pfarrer Schwarzenberg, dass dazu noch kein offizieller Beschluss gefasst wurde. Für diese Kosten gebe es aber auch eine Versicherung. Mit ihr sei man bereits im Gespräch. Der Geschäftsführer der Ecclesia Versicherungsmakler GmbH, Lutz Dettmer, sagte bereits am Tag des Brandes dem MDR, dass für die Kirche und das Feuerschadensereignis Versicherungsschutz bestehe. "Selbst wenn jetzt Brandstiftung vorliegen würde, wäre das ein Schaden, der regulierungspflichtig wäre. Das heißt, ersatzpflichtig ist der Wiederaufbau einer Kirche in gleicher Art und Güte." Bei der Ecclesia GmbH sind 21.000 Kirchen versichert.

Versicherung wird nicht alle Kosten decken

Sollte die Kirche wiederaufgebaut werden, was sehr wahrscheinlich sei, würden die Spenden natürlich auch für den Wiederaufbau verwendet. Das betont auch die Evangelisch-Lutherische LandeskircheSachsen (EVLKS). Wie Sprecher Matthias Oelke MDR SACHSEN sagte, gebe es bei einem Wiederaufbau auch Kosten, die die Versicherung nicht bezahle, zum Beispiel für zusätzliches Personal. Diese könnten dann über die Spenden gedeckt werden.

Gottesdienst im Pfarrhof

Am kommenden Sonntagmorgen lädt die evangelische Kirchgemeinde zu einem Gottesdienst unter freiem Himmel in den Pfarrhof. Pfarrer Stefan Schwarzenberg geht davon aus, dass so viele Gläubige wie direkt nach dem Kirchenbrand kommen werden. Dafür reiche der Gemeindesaal nicht aus.

MDR (vis)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 11. August 2023 | 17:30 Uhr

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