Kostendruck und alte Technik Körse-Therme in Kirschau schließt zum Jahresende

In den vergangenen zwei Jahren musste die Körse-Therme in Kirschau immer wieder dichtmachen. Zunächst wegen Corona, später weil Personal fehlte. Schon davor war das Schwimm- und Freizeitbad für die Kommunen ein Minusgeschäft. Die Modernisierung des Bades und der Einstieg des Landkreises Bautzen in die Finanzierung des Betriebs schien die Lösung zu sein. Doch beides ist in weite Ferne gerückt.

Innenansicht mit Schwimmerbecken
Die Körse-Therme wird im Dezember schließen. Grund sind hohe Kosten, Besucherrückgang und veraltete Technik. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Die Körse-Therme in Kirschau wird voraussichtlich am 31. Dezember bis auf Weiteres geschlossen. Das teilte der betreibende Zweckverband am Freitag mit. Grund seien die Preissteigerungen für Strom- und Erdgasenergie, die für das Schwimmbad ab Januar 2023 gelten werden. "Die bestehenden Energielieferverträge beinhalten für das Kalenderjahr 2022 eine Festpreisbindung für Strom- und Erdgas zu vergleichsweise günstigen Konditionen", heißt es in einer Mitteilung.

Hohe Kosten, wenig Besucher, alte Technik

Für 2023 rechnet der Zweckverband mit einer bis zu zehnfachen Preiserhöhung für die Energie. Dazu seien die Besucherzahlen um ein Drittel eingebrochen, was zu einer maßgeblichen Verschlechterung des zu erwartenden Betriebsergebnisses beitrage. Auch sei fraglich, ob man für einen Weiterbetrieb im nächsten Jahr Ersatzteile bei Ausfällen der betagten Technik im Bad bekomme.

Außenansicht der Körse-Therme in Kirschau
Die Körse-Therme in Kirschau soll zum Jahresende bis auf Weiteres geschlossen werden. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Mitarbeiter sollen neue Jobs erhalten

"Nach alledem führt kaum ein Weg an der Betriebsschließung vorbei", sagt der Verbandsvorsitzende und Bürgermeister von Schirgiswalde-Kirschau, Sven Gabriel. "Auch wenn wir bemüht sind, die sozialen Folgen hieraus durch Vermittlung von Anschlussbeschäftigungen abzufedern, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden müssen."

Der Landkreis und ich persönlich als Landrat halten an der Körsetherme fest. Die Körsetherme darf nicht sterben.

Udo Witschas (CDU) Landrat des Landkreises Bautzen


Die Vertreter des Zweckverbandes haben den Personalrat informiert. Man sei bemüht, einem Großteil der Belegschaft eine anschließende Beschäftigung in kommunalnahen Unternehmen im Landkreis Bautzen zu verschaffen.

Landrat Witschas hält an Therme fest

Der Landrat des Landkreises Bautzen, Udo Witschas (CDU), bedauerte die Schließung. Witschas sagte, die Situation gebe den Verantwortlichen keinen Spielraum. "Ich bin jedoch froh, dass für fast alle der 30 Beschäftigten eine Weiterbeschäftigung bei der Oberlausitz-Kliniken-Gruppe (OLK) gefunden werden konnte. Dafür bin ich den Verantwortlichen bei den OLK und in der Kreisfinanzverwaltung sehr dankbar", so der Landrat. Als Nächstes müsse man über die Sanierung sprechen. "Der Landkreis und ich persönlich als Landrat halten an der Körsetherme fest. Die Körsetherme darf nicht sterben", sagte Witschas.

Wiedereröffnung im August 2025 unter Vorbehalt

Aktuell geht der Zweckverband von einer Wiedereröffnung der Therme im August 2025 aus. Allerdings müsste sie in der Zwischenzeit saniert werden. Hier sei der Zeitplan ungewiss, weil für das Vorhaben in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Förderbescheid vom Land ausgegeben werde. "Das bedeutet auch, dass der Landkreis Bautzen erst wesentlich später in den Zweckverband Körse-Therme Kirschau eintreten kann", informierte der Zweckverband.

Viel Wenn und Aber im Hintergrund

Im März hatte der Kreistag Bautzen den Beitritt des Landkreises in den Zweckverband Körse-Therme Kirschau beschlossen, um die örtlichen Kommunen Schirgiswalde-Kirschau, Sohland a. d. Spree, Obergurig und Beiersdorf als Betreiber zu entlasten. Allerdings stellte er die Bedingung, dass es für die Sanierung und Verschönerung des Bades Fördermittel vom Land gibt. Wenn bis zum 31.12.2022 keine Fördermittel bewilligt werden, ist der Beschluss hinfällig und es wird neu beraten.

MDR (ama)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 07. Oktober 2022 | 12:30 Uhr

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