Produktionsarbeiter überprüfen 2016 im Maja Möbelwerk in Wittichenau die lackierte Oberfläche von Holzplatten.
Für rund 450 Angestellte des Maja-Möbelwerks bei Kamenz ist im Dezember Schluss. Das Werk muss schließen. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance / dpa | Sebastian Kahnert

Zukunftskonzept gefordert IG Metall will Maja-Möbelwerk in Wittichenau erhalten

04. August 2023, 12:39 Uhr

Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Maja-Möbelwerk in Wittichenau zum Jahresende schließen muss. 450 Jobs fallen weg. Die IG Metall will für die Mitarbeitenden kämpfen. Das Unternehmen baut unter anderem Möbel für Ikea.

Die IG Metall setzt sich für den Erhalt der Maja-Möbelwerke in Wittichenau bei Kamenz ein. Den Kolleginnen und Kollegen solle eine Zukunftsperspektive am Standort ermöglicht werden, sagte Uwe Garbe, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, am Freitag. Man habe immer gewarnt, sich in der Produktion auf nur einen Großkunden zu konzentrieren.

Wir haben immer wieder davor gewarnt, nur auf Ikea als einzigen Kunden zu setzen, weil eine solche Abhängigkeit hochriskant ist - zu Recht, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Uwe Garbe Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen

Großkunde springt ab, hohe Kosten für Energie und Holz

Das Maja-Möbelwerk soll Ende des Jahres geschlossen werden. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wurden die rund 450 Mitarbeitenden am Vormittag über das Aus informiert. Die Maja-Geschäftsführung begründete die Schließung damit, dass zum Jahresende ein wichtiger Großkunde seine Zusammenarbeit gekündigt habe.

Dazu komme die Belastung durch die Inflation, gestiegene Energiekosten sowie die angespannte Lage auf dem Möbelmarkt. Die Geschäftsleitung kündigte an, mit dem Betriebsrat über die Zukunft der Angestellten zu beraten. Für die 27 Lehrlinge sollen demnach andere Ausbildungsbetriebe gefunden werden.

Bereits Stellenabbau im Januar

Maja-Möbel in Wittichenau ist nach eigenen Angaben Spezialist in der Fertigung von Leichtbaumöbeln und hat im Jahr etwa sechs Millionen Möbelstücke hergestellt - unter anderem für das Einrichtungshaus Ikea. Erst im Januar hatte das Unternehmen wegen der angespannten finanziellen Lage etwa 200 Mitarbeitende entlassen.

MDR (ben/uwa/bhm)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 03. August 2023 | 15:30 Uhr

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