Eine Gruppe Menschen posiert für ein Gruppenfoto.
Für einen Tag sind viele der Pioniere noch einmal nach Mittweida gekommen und haben sich mit den "Stadtmittmacher:innen" zu einem großen Wiedersehen getroffen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Innenstadtbelebung "Summer of Pioneers": Wie geht es weiter in Mittweida?

04. Februar 2024, 09:00 Uhr

Zum "Summer of Pioneers" hatte Mittweida Menschen eingeladen, die mit ihren unkonventionellen Ideen frischen Wind in die Stadt bringen sollten. Rund 20 Frauen und Männer testeten ein halbes Jahr das Leben in der mittelsächsischen Kleinstadt und schoben verschiedene Projekte an. Doch was ist von den Ideen geblieben, nachdem die Pioniere die Stadt wieder verlassen haben?

Frischen Wind für Mittweida sollte das Projekt "Summer of Pioneers" bringen. Rund 20 Männer und Frauen hatten sich bei dem Projekt für ein halbes Jahr ihre Zelte in Mittweida aufgeschlagen, um das Leben und Arbeiten in der Kleinstadt zu testen. Parallel haben sie einige Projekte angeschoben, um zum Beispiel die Innenstadt zu beleben.

"Es hat ein bisschen gedauert, bis die Pioniere in der Stadt akzeptiert wurden", erzählt Rico Ulbricht. "Aber es haben sich dann doch viele Bewohner an den Projekten beteiligt." Bei ihm habe es den Impuls ausgelöst, dass nach dem Ende des "Summer of Pioneers" nicht Schluss sein dürfe.

Innenstadt beleben und Projekte der Pioniere weiterführen

Gemeinsam mit anderen Engagierten hat Ulbricht die ehrenamtliche Gruppe "Stadtmittmacher:innen" gegründet. "Unser Fokus liegt auf der Innenstadtbelebung", erzählt Ulbricht. Gemeinsam mit den Bürgern wollen sie schauen, was man gegen den Leerstand der Geschäfte in der Rochlitzer Straße machen kann. "Wir wollen natürlich aber auch die Projekte der Pioniere weiterführen", sagt er. So soll zum Beispiel der Stadtgarten, der auf einer Baulücke entstanden ist, weitergepflegt und das Sommerkino wieder veranstaltet werden.

Stadtmittmacher:Innen Mittweida
Der "Mittmachtreff R44" soll allen Vereinen, Gruppen und Privatpersonen als Ort für Treffen oder Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Aus den Erfahrungen mit den Pionieren heraus hat die Mittweidaer Wirtschafts- und Entwicklungs GmbH (MWE) einen Raum in der Rochlitzer Straße angemietet. "Hier können sich dann Vereine, Gruppen oder auch Privatpersonen stundenweise einmieten und Veranstaltungen oder Treffen durchführen", erklärt Ulbricht. Eröffnet wird der Raum offiziell erst am 15. Februar, aber die "Stadtmittmacher:innen" haben hier bereits jetzt ihre Basis eingerichtet.

Wöchentlicher Reparaturtreff

Florian Altmann, der sich in der Gruppe engagiert, ist besonders stolz auf die Werkstatt, die im Keller eingerichtet wurde. "Wir veranstalten hier einmal in der Woche einen Reparaturtreff", erzählt er. Dabei könne jeder vorbeikommen, ob mit einem defekten Staubsauger oder auch einem kreativen Holzprojekt. "Es geht aber nicht darum, dass wir dann alles reparieren, sondern um das gemeinsame Tüfteln", erklärt Ulbricht. Zukünftig sollen weitere Veranstaltungen im "Mittmachtreff R44" stattfinden.

Stadtmittmacher:Innen Mittweida
Für den Reparaturtreff haben Florian Altmann (links) und Rico Ulbricht mit ihrer Gruppe eine Werkstatt im Keller eingerichtet. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) zieht eine positive Bilanz des "Summer of Pioneers" in seiner Stadt. "Besondere Höhepunkte waren viele Aktionen, welche die Einwohnerschaft wieder mehr zusammenzubringen", sagt er. "So wurde nicht nur eigenverantwortlich ein Stadtgarten errichtet, der bei den Bürgerinnen und Bürgern für Begeisterung sorgte, sondern es wurde damit auch die passende Kulisse geschaffen für gemeinsame Aperitif-Abende und Sommerkinos."

Mittweida will "Stadtmittmacher:innen" unterstützen

"Nun ist der Sommer vorbei, die Pioniere sind wieder abgereist", so Schreiber. "Wir freuen uns, dass ein kleines aktives 'Fundament'in unserer Stadt geblieben ist, auf das wir in der Zukunft aufbauen können." Die Stadt verfolge aufmerksam die Arbeit der "Stadtmittmacher:innen" und werde diese unterstützen.

Bettina Böhnisch, die im letzten Sommer als Pionierin in Mittweida gelebt hat, ist für einen Tag nach Mittweida zurückgekehrt. Sie habe die Aktivitäten in der Stadt über Instagram weiter verfolgt und freut sich, herzlich empfangen zu werden. "Ich bin beeindruckt, wie gut sich die Gruppe der 'Stadtmittmacher:innen' in so kurzer Zeit organisiert hat und mit wie viel Begeisterung sie dabei sind", sagt sie. Böhnisch freut sich, dass Ideen wie das Sommerkino und der Stadtgarten aus ihrem Sommer weitergeführt und weiterentwickelt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. Januar 2024 | 07:30 Uhr

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