Das sächsische Kabinett um Michael Kretschmer (r, CDU), Ministerpräsident von Sachsen, berät sich in einer auswärtigen Kabinettssitzung im Hoch-Museum.
Das sächsische Kabinett hat sich am Dienstag zu einer außerordentlichen Kabinettsitzung im Zwickauer August-Horch-Museum getroffen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Wissenschaft fördern 195 Millionen Euro fließen zusätzlich an Sachsens Hochschulen

06. Februar 2024, 17:48 Uhr

Der Freistaat stockt für die kommenden Jahre seine Fördermittel für Hochschulen und Universitäten auf. Die Gelder sollen etwa in neue Studienangebote fließen. Mit den zusätzlichen Finanzhilfen will die Landesregierung Studierende im Freistaat halten und auf den Fachkräftemangel reagieren.

Sachsens Hochschulen können in den kommenden Jahren mit mehr Geld rechnen. Wie Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) am Dienstag nach einer auswärtigen Kabinettssitzung in Zwickau mitteilte, sollen zudem neue Studienangebote entstehen. So ist demnach an der TU Dresden das neue Fach Astrophysik geplant. An der Bergakademie Freiberg sollen mit der Wirtschaftsinformatik und an der Hochschule Zittau/Görlitz mit dem Bauingenieurwesen neue Studienfächer aufgebaut werden.

Ab 2025 zusätzliche Millionenbeträge für Hochschulen

Für die kommenden Jahren erhalten die Hochschulen für diese Vorhaben zusätzliche Finanzspritzen. Aktuell würden Einrichtungen jährlich mit rund 760 Millionen Euro finanziert, erklärte Wissenschaftsminister Gemkow. 2025 erhalten die Hochschulen demnach fünf Millionen zusätzlich. 2026 gebe es 15 Millionen Euro, 2027 sollen es 25 Millionen Euro mehr sein. Von 2028 bis 2032 soll es jährlich 30 Millionen Euro extra geben. Insgesamt sind das 195 Millionen Euro auf die kommenden acht Jahre verteilt. Nicht nur gestiegene Kosten, sondern die neuen Studienfächer würden damit finanziert. Zudem soll die Berufsakademie Sachsen zur Dualen Hochschule aufgewertet werden. Damit wird die Zahl der Hochschulen in Sachsen auf dann 15 steigen.

Oliver Schenk (l-r, CDU), Chef der Staatskanzlei in Sachsen, Constance Arndt, Oberbürgermeisterin von Zwickau, Thomas Kralinski, Staatssekretär, Katja Meier (Bündnis90/Die Grünen), Justizministerin von Sachsen, Hartmut Vorjohann (CDU), Finanzminister von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, Armin Schuster (CDU), Innenminister von Sachsen, Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, Christian Piwarz (CDU), Kultusminister von Sachsen, Barbara Klepsch (CDU), Ministerin für Kultur und Tourismus in Sachsen, Thomas Schmidt (CDU), Minister für Strukturentwicklung, Ländlicher Raum und Bau in Sachsen, Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister von Sachsen, und Carsten Michaelis (CDU), Landrat Landkreis Zwickau stehen nach der auswärtigen Kabinettssitzung im Hoch-Museum.
Auf der außerordentlichen Kabinettsitzung in Zwickau sind die Pläne für Sachsens Hochschulen für die kommenden Jahre besprochen worden. Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Wie viele Hochschulen hat Sachsen? Neben den vier Universitäten in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Freiberg gibt es fünf Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und fünf Kunsthochschulen. Hinzu kommt die Berufsakademie Sachsen mit sieben Standorten, wo ein duales Studium angeboten wird. Darüber hinaus gibt es staatlich anerkannte Hochschulen privater oder kirchlicher Träger sowie Hochschulen der Verwaltung.  dpa

Auf Fachkräftebedarf reagieren

Diese langfristige Finanzplanung sei für die Hochschulen wichtig, betonte Wissenschaftsminister Gemkow: "Planungssicherheit für unsere Hochschulen ist essentiell. Sie werden damit flexibel und zukunftsfähig." Diese langfristige Planung ist laut Gemkow einmalig in Deutschland. Mit den neuen Fächerangeboten reagiere man auch auf den steigenden Fachkräftebedarf etwa in der Wirtschaftsinformatik: "Im Bereich der Informatik entsteht in den kommenden Jahren ein essentieller Bedarf." Das neue Studienfach Astrophysik an der TU Dresden sei gerade mit Blick auf das geplante Großforschungszentrum in der Lausitz von großer Bedeutung.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow auf einer Kabinettssitzung in Zwickau
Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) will mit zusätzlichen Fördermitteln die Planungssicherheit für Sachsens Hochschullandschaft erhöhen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Planungssicherheit für unsere Hochschulen ist essentiell. Sie werden damit flexibel und zukunftsfähig.

Sebastian Gemkow Wissenschaftsminister von Sachsen

Zahl an Studierenden an Hochschulen konstant halten

Mit der "Hochschulentwicklungsplanung 2025plus" würden wichtige Weichenstellungen bis ins nächste Jahrzehnt vorgenommen, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag. Ziel sei, trotz demografischer Entwicklung mit weniger jungen Menschen die Zahl von rund 105.000 Studenten in Sachsen zu halten. Das sei ein Beitrag zur Fachkräftezuwanderung aus anderen Regionen Deutschlands und der Welt, betonte Kretschmer. Forciert werden soll dem Plan zufolge auch die weitere Digitalisierung an den Hochschulen. 

MDR (phb/mur)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 06. Februar 2024 | 19:00 Uhr

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