Energiekrise Stadt Zwickau will bis zu zehn Prozent Energie einsparen

Die explodierenden Energiepreise und die nicht absehbare Entwicklung bei der Versorgung mit Strom und Gas durch rufen immer mehr Kommunen auf den Plan. Die Stadtverwaltung Zwickau setzt sich konkrete Ziele.

Gewandhaus des Theaters Plauen-Zwickau
Ob Zwickauer Gebäude weiterhin nachts angestrahlt werden, steht noch nicht fest. Bildrechte: dpa

Die Stadt Zwickau will angesichts der Energie- und Gaskrise den Energieverbrauch in öffentlichen Einrichtungen um fünf bis zehn Prozent reduzieren. Am Dienstag stellte die Verwaltung dazu erste konkrete Maßnahmen vor, weitere Schritte werden diskutiert. Baubürgermeisterin Silvia Queck-Hänel sieht wenig Handlungsspielraum. "Wir alle sind gefordert, in dieser schwierigen Situation einen Beitrag zu leisten, um die Energie- und Gaskrise zu meistern." Das beträfe die öffentliche Verwaltungen ebenso wie Unternehmen und Privatpersonen.

Wie konkret sich die Gas- und Energiekrise auf Zwickau auswirke, sei derzeit kaum vorhersehbar, sagte Queck-Hänel. "Sicher ist jedoch, dass sie uns – in welchem Umfang auch immer – trifft und betreffen wird." Daher seien die Sparmaßnahmen ein Beitrag zum Klimaschutz und um über den Winter zu kommen. Außerdem könne man damit Kosten minimieren.

Stadt stellt konkrete Sparmaßnahmen vor

Fünf konkrete Maßnahmen sollen den Energieverbrauch der Stadtverwaltung sofort senken:

  • Die Warmwasserversorgung in Gebäuden der Verwaltung, in Museen, Schulen und Kitas, wird eingestellt.
  • Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden dürfen nur noch bis auf 26 Grad kühlen.
  • Im Winter werden die Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden auf das gesetzliche Mindestmaß reduziert.
  • Zusätzliche Wärmequellen wie Heizlüfter und Ölradiatoren dürfen nicht aufgestellt werden.
  • Die Beleuchtung in Treppenhäusern wird tagsüber ausgeschaltet oder reduziert.

Temperatur-Untergrenzen am Arbeitsplatz Die Arbeitsstättenrichtlinie regelt die einzuhaltende Mindesttemperatur am Arbeitsplatz. In Arbeitsräumen müssen mindestens 20 Grad bei leichten Arbeiten im Sitzen und 17 Grad bei mittelschweren Arbeiten im Stehen oder Gehen gewährleistet sein. Bei schweren Arbeiten ist dagegen eine Temperatur von 12 Grad ausreichend.
In Pausen-, Bereitschafts-, Liege-, Sanitär- und Sanitätsräumenbeträgt die Mindesttemperatur 21 Grad. Für Waschräumen mit Duschen oder Badewannen sind 24 Grad vorgeschrieben. Quelle: Techniker Krankenkasse

Rathaus arbeitet bereits unter solchen Bedingungen

Wie die Stadtverwaltung Zwickau mitteilt, werden die Vorgaben im Rathaus der Stadt bereits seit Februar umgesetzt. Sowohl die Regelungen zu den Raumtemperaturen, als auch die zur Beleuchtung in Fluren und Treppenhäusern seien seitdem in Kraft, hieß es. Geprüft werde außerdem, ob die Anstrahlung öffentlicher Gebäude reduziert oder komplett eingestellt werde. Auch Änderungen bei der Straßen- und Parkbeleuchtung würden demnach geprüft. Mögliche Einsparungen in Sport- und Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbädern sollen in den kommenden Wochen geprüft werden.

Rathaus der Stadt Zwickau
In den Zimmern des Rathauses bleibt es schon seit Beginn des Jahres im Winter kühl und im Sommer warm. Bildrechte: dpa

MDR (tfr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 02. August 2022 | 12:30 Uhr

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