Versicherungsschaden Zurück in Radebeul: Einzigartige Schmalspurlok nach Unfall repariert

07. Dezember 2023, 14:47 Uhr

Seit Donnerstag ist die bei einem Unfall schwer beschädigte Schmalspur-Lok I K Nr. 54 zurück in Radebeul. Das Einzelstück - ein Nachbau der ersten sächsischen Bimmelbahn-Lokomotive - war im Dampflokwerk Meiningen repariert worden. Andreas Winkler von der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen sagte, die Lokomotive soll mit ihrem historischen Zug aus den Anfangstagen der Schmalspurbahnen voraussichtlich Ostern wieder fahren. Auf welcher Schmalspurbahn stehe noch nicht fest, so Winkler.

Eine Lok wird auf einem Tieflader transportiert.
Auf einem Tieflader ist die Lok am Donnerstag in Radebeul angekommen. Bildrechte: MDR/Lars Müller

Am 16. Dezember werden Lok und historischer Zug zunächst bei einem Tag der offenen Tür in Radebeul-Ost allen interessierten Bahnfans gezeigt. Die Lok werde noch im Winter ihre Lastprobe- und Zulassungsfahrten absolvieren, damit sie ab dem Frühjahr einsatzbereit ist.

Reparatur wird als Versicherungsschaden beglichen

Die Reparatur hat rund 1,1 Millionen Euro gekostet und soll von der Versicherung des Unfallverursachers übernommen werden. Die Lok mit ihrem historischen Zug war während einer Sonderfahrt auf Döllnitzbahn am 9. September 2022 bei Naundorf auf einem Bahnübergang mit einem Traktorgespann zusammengestoßen. Der Landwirt hatte den Zug nicht beachtet. Der Lokführer und ein junger Zugbegleiter wurden schwer, weitere Personen im Zug leicht verletzt.

Die Stiftung betonte, dass der bei dem Unfall verletzte Lokführer genesen sei und auch zur ersten Fahrt der Lok wieder im Führerstand stehen wolle.

Die Schmalspur-Lok I K Nr. 54 wird von einer Rangierlok auf dem Geländer der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen in Radebeul bewegt.
Eine Rangierlok der Lößnitzgrundbahn bewegt die Schmalspur-Lok I K Nr. 54 auf dem Gelände der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen in Radebeul. Bildrechte: MDR/Lars Müller

Lok fährt nur zu besonderen Anlässen

Die einzigartige Lok kommt immer nur zu besonderen Anlässen auf verschiedenen sächsischen Schmalspurbahnen zum Einsatz. Sie ist ein Nachbau der ersten Schmalspurbahndampfloks in Sachsen, von denen keine im Original erhalten ist. Die Lok mit der Nummer 54 wurde zwischen 2006 und 2009 mit Hilfe von Spenden finanziert. Viele Betriebe der sächsischen Metallindustrie unterstützten das Vorhaben seinerzeit, indem Azubis einzelne Bauteile während ihrer Lehre fertigten. 2006 war das Jubiläumsjahr "125 Schmalspurbahnen in Sachsen".

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Die Sekundärbahnen auf 750 Millimeter Spurweite ermöglichten ab 1881 vereinfachten Eisenbahnverkehr in Regionen, wo schlichtweg der Platz für die "große" Eisenbahn nicht vorhaben war. Die Schmalspurbahnen beflügelten den wirtschaftlichen Aufschwung in entlegenen Gegenden, wie beispielsweise in Tälern des Erzgebirges.

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 07. Dezember 2023 | 19:00 Uhr

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