Bundespolizei Lebensgefahr: Schleuser pferchen Geflüchtete in Kühlfahrzeug

02. August 2023, 09:03 Uhr

Die Bundespolizei hat auf einem Rastplatz an der A17 unweit der tschechischen Grenze zwei Schleuser festgenommen. Den beiden Männern mit polnischen Dokumenten wird vorgeworfen, 22 Menschen aus Syrien illegal nach Deutschland und dabei in Lebensgefahr gebracht zu haben. Den Angaben zufolge waren die Geflüchteten im Alter von acht bis 45 Jahren mehrere Stunden in einen luftdichten Kühltransporter gepfercht worden.

Bundespolizisten kontrollieren Einreisende
Die Bundespolizei entdeckt bei grenznahen Kontrollen immer wieder Schleuserfahrzeuge mit Menschen, die sich nicht selten in Laderäumen in Lebensgefahr befinden. (Symbolbild) Bildrechte: Harry Härtel

Haftbefehle gegen mutmaßliche Schleuser erlassen

"Alle Personen auf der Ladefläche waren erleichtert, dass wieder Luft in den Kühltransporter gelangte", teilte die Bundespolizei am Mittwochmorgen mit. Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am Montag. "Durch die fehlende Luftzufuhr drohte Unterkühlung und Lebensgefahr." Der Transporter wurde beschlagnahmt. Gegen die mutmaßlichen Schleuser sei zwischenzeitlich Haftbefehl erlassen worden, hieß es.

Die Geflüchteten stellten sogenannte Schutzersuchen und wurden in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht. Der Kinder- und Jugendnotdienst des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge übernahm den Angaben zufolge die Betreuung der Kinder und Jugendlichen.

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche illegale Schleusungen festgestellt. Bei mehreren Unfällen mit Schleuserfahrzeugen starb ein Mensch, etliche erlitten Verletzungen. Auch wurden teilsweise hilflos umher irrende Menschen in Grenznähe aufgegriffen.

14 Migranten im Raum Zittau aufgegriffen

So hat die Bundespolizei aus dem ostsächsischen Ebersbach im Raum Zittau in den vergangenen zwei Tagen 14 unerlaubt eingereiste Migranten aufgegriffen. Die Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren hatten zwar teilweise Reisepässe, aber keine Visa oder Aufenthaltstitel dabei, wie die Bundespolzei mitteilte. Man gehe "davon aus, dass die Migranten von Schleusern über die polnische oder tschechische Grenze in das Bundesgebiet gebracht worden waren". Zwei Afghanen wurden den Angaben zufolge "nach Polen zurückgeschoben. Der Rest stellte Schutzersuchen und wurde an Erstaufnahmeeinrichtungen weitergeleitet".

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 02. August 2023 | 11:00 Uhr

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