Recherche von MDR-Investigativ Mutmaßliche Schläger des Politikers Ecke offenbar Anhänger von AfD und Freien Sachsen

07. Mai 2024, 13:56 Uhr

Polizisten am Tatort, der Schandauer Strasse in Dresden-Striesen, wo der SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Matthias Ecke, brutal zusammengeschlagen wurde.
Polizisten stehen am Tatort in Dresden-Striesen, wo der SPD-Politiker Matthias Ecke zusammengeschlagen wurde. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO/xcitepress

Nach dem Angriff auf den SPD-Politiker Matthias Ecke hat das Landeskriminalamt vier mutmaßliche Täter identifiziert. Es handele sich um drei Jugendliche im Alter von 17 Jahren und einen 18-Jährigen. Drei sind in Dresden gemeldet, einer in der angrenzenden Kleinstadt Heidenau. Die Namen der Tatverdächtigen und weitere Informationen zu ihnen liegen MDR SACHSEN vor. Einer der 17-Jährigen war in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag von seiner Mutter auf eine Polizeiwache begleitet worden und hatte dort die Tat gestanden.

Er soll nach Informationen von MDR Investigativ Verletzungen an seiner Schlaghand aufgewiesen haben. Zudem wollen Zeugen am Samstagabend offenbar dieselbe Person mit verletzter, blutender Hand erkannt haben, die sie mit dem Übergriff auf den Politiker in Verbindung gebracht haben.

Selfie eines Mannes mit blauem Auge und Pflaster im Gesicht
Mit diesem Foto nach der Operation meldete sich der verletzte Matthias Ecke am Montag aus dem Krankenhaus und gab sich kämpferisch: "Niemand soll in einer Demokratie fürchten müssen, seine Meinung zu sagen!" Bildrechte: SPD Sachsen/Matthias Ecke

Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte am Montagabend bei "Fakt ist! aus Dresden", dass "die vier mit einer hohen Wahrscheinlichkeit" die mutmaßlichen Täter seien. Es werde aber auch noch nach Mittätern gesucht. Einer der Täter sei relativ wahrscheinlich dem rechten Milieu zuzuordnen, so Schuster weiter. Nach MDR-Recherchen sind es allerdings mindestens zwei der mutmaßlichen Täter.

Bei einem der Täter ist relativ wahrscheinlich, dass er klar dem rechten Milieu zuzuordnen ist.

Armin Schuster sächsischer Innenminister (CDU)

Zwei Tatverdächtige wohl rechtsoffen bis rechtsextrem

Das legen die Auswertungen der Social-Media-Kanäle nahe, die nach MDR-Recherchen zeigen: Zwei der Tatverdächtigen sind als rechtsoffen, tendenziell rechtsextrem sowie als AfD-Sympathisanten zu charakterisieren. Einer der jungen Tatverdächtigen zeigt seine offensichtliche rechtsextreme Einstellung auf seinem Social-Media-Kanal.

Ein weiterer Tatverdächtiger ist auf Fotos zu sehen, die ihn am 1. Mai bei einer AfD-Kundgebung auf dem Dresdner Neumarkt zeigen. Zuvor lief er hinter einem Front-Transparent der rechtsextremistischen Kleinstpartei "Freie Sachsen" mit. Der Mann soll in rechtsextremen Kreisen aufgefallen sein, so in der seit Anfang des Jahres aktiven "Elblandrevolte". Diese gilt als Nachfolgeorganisation der regionalen NPD-Jugendorganisation "Junge Nationalisten". Laut Beobachtern soll sie einen festen Kern von rund zehn Mitgliedern aufweisen. Des Weiteren ist sie vernetzt mit anderen rechtsextremen Jugendorganisationen in der Region, beispielsweise in Bautzen oder bei den "Freien Sachsen".

MDR (elo, kk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 07. Mai 2024 | 11:00 Uhr

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