Kriminalität Betrüger erbeuten 2023 mit Schockanrufen mehr als 2 Millionen Euro

24. Februar 2024, 08:00 Uhr

Die Zahl der Schockanrufe in Sachsen hat nach einem vorübergehenden Rückgang wieder zugenommen. Laut Landeskriminalamt stieg sie im vergangenen Jahr um gut ein Viertel.

Die meisten Kriminellen täuschten demnach einen Verkehrsunfall vor, den ein Verwandter verschuldet habe. Und dieser könne nur gegen Kaution freikommen, die der Angerufene zahlen solle. Insgesamt wurden mehr als 1.500 Schockanrufe registriert. Erfolgreich waren etwa 100. Den Schaden beziffert das LKA mit 2,2 Millionen Euro.

Die Zahl der sogenannten Enkeltrick-Fälle sank 2023 dagegen um rund 60 Prozent. Beim Enkeltrick registrierte die Polizei zehn Betrugsversuche, die alle scheiterten.

 Eine Frau kommuniziert mit ihrem Mobiltelefon. Aufgenommen am 20.04.203 in Berlin 2 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 18.09.2023 07:43Uhr 02:10 min

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In Dresden 30.000 Euro und Geldmünzen erbeutet

Der Dresdner Polizei sind allein am Donnerstag elf sogenannte Schockanrufe gemeldet worden. Mit unterschiedlichen Methoden hätten Betrüger dabei versucht, Bürger um ihr Erspartes zu bringen. Wie die Dresdner Polizei mitteilte, behaupteten die Täter beispielsweise, dass ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht hätte und nun eine Kaution von mehreren tausend Euro nötig wäre, um eine Haft abzuwenden. Bei einer Seniorin in Dresden-Johannstadt erbeuteten die Betrüger 30.000 Euro sowie einige Goldmünzen. Nach einem Telefonat hätte die Frau das Geld und die Münzen an einen Unbekannten übergeben.

Ein älterer Mann sitzt in seiner Wohnung und telefoniert mit einem Mobiltelefon.
Die Polizei rät, sich bei Schockanrufen nicht unter Druck setzen zu lassen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Geld für Medizin

Von einem Mann im Dresdner Stadtteil Striesen sollen die Kriminellen 44.000 Euro für ein Medikament verlangt haben. Das Geld sei für seine Tochter, die sich schwerkrank in einem Krankenhaus befände. Auch bei einer Frau in Dresden-Trachau versuchten es die Betrüger mit dieser Methode. Sie behaupteten, dass sich eine Angehörige im Krankenhaus befände und nun dringend Geld für Medizin benötige. Sie forderten 20.000 Euro.

Eine ältere Frau telefoniert
Die Schockstrategie der Täter hat System. Einige Menschen reagieren irrational. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Computervirus und Falschgeld

Auf dem Computer eines Mannes aus Dresden-Pennrich erschien eine Virus-Warnmeldung mit einer Telefonnummer. Beim folgenden Anruf meldeten sich angebliche Mitarbeiter von Microsoft, die 980 Euro verlangten, um den Computer wieder zum Laufen zu bringen. Ein weiterer Bürger aus Dresden-Johannstadt erhielt einen Anruf, bei dem sich die Betrüger als Polizisten vorstellten und behaupteten, dass der Mann von seiner Bank Falschgeld erhalten hätte. Das Geld müsse nun bei ihm abgeholt werden.

Polizei rät zu Wachsamkeit

Die Betrüger seien in diesen Fällen nicht erfolgreich gewesen, teilt die Polizei weiter mit und rät zur Wachsamkeit. Man solle sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen, kein Geld an Unbekannte übergeben und auch keine Überweisungen auf fremde Konten vornehmen. Weiterhin rät die Polizei auch am Telefon oder Online keine persönlichen Kontodaten oder TAN-Nummern weiterzugeben und im Verdachtsfall immer die Polizei zu kontaktieren.

MDR (nom)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 23. Februar 2024 | 19:00 Uhr

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