Astrid Böhmisch, eine lächelnde Frau im Anzug
Astrid Böhmisch ist aktuell im Vorbereitungsstress für ihre erste Leipziger Buchmesse. Bildrechte: Leipziger Buchmesse

Erster Auftritt Buchmesse Leipzig: Neue Chefin will Audio-Produktionen und Vielfalt stärken

18. Januar 2024, 20:02 Uhr

Seit Beginn des Jahres 2024 hat die Leipziger Buchmesse eine neue Leitung. Nun hat Astrid Böhmisch erstmals öffentlich über ihre Pläne gesprochen. Sie möchte an der Idee festhalten, dass die Buchmesse und "Leipzig liest" Orte der Begegnung sein sollen. Sie möchte aber einzelne Bereiche stärken, wie beispielsweise Audio-Produktionen. Ihre Ideen wird sie erst 2025 umsetzen, da der Jahrgang 2024 noch weitestgehend von der vorherigen Leitung organisiert worden ist.

Die neue Chefin der Leipziger Buchmesse, Astrid Böhmisch, hat im Gespräch mit MDR KULTUR zum ersten Mal über ihre Pläne für die traditionsreiche Veranstaltung gesprochen. Sie sagte, sie wolle an Bewährtem festhalten und einzelne Bereiche stärken: "Wir gehen 2023 von einem Erfolgskonzept aus. Insofern ist der Druck für Veränderungen in allen Bereichen gar nicht da, sondern es geht darum, diese zukunftssicher und mit Perspektive auszustatten", so Böhmisch.

Hinhören in Leipzig

"Wir haben inhaltliche Bereiche, die wir in die Zukunft geblickt und ausgehend von der Dynamik im Leseverhalten und im Markt gerne ausbauen wollen", erklärte Böhmisch. Dabei verwies sie unter anderem auf den Bereich der Audio-Produktionen: Denn der Markt für Hörbücher sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Das solle sich auch in der Messe widerspiegeln.

Blick auf die Bühne des ARD-Forums mit Publikum im Vordergrund und Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow mit Moderatorin Katrin Schumacher auf der Bühne
Auch die ARD produziert jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse viele Video- und Audio-Inhalte. Bildrechte: MDR/Philipp Baumgärtner

Überhaupt will Böhmisch über die Ränder des Buchs hinausschauen. Sie finde die benachbarten Kulturfelder besonders spannend, erklärte sie im Gespräch: "Es wird sicher ein Feld sein, wo wir noch größere Energiefelder schaffen können in Richtung Aussteller, aber auch in Richtung der Besucherinnen und Besucher. Das liegt mir am Herzen, vom Kern des Buches und vom Herz der Geschichte ausgehend eine Zentrifugalkraft zu werden für die benachbarten Kulturbranchen."

Vielseitigkeit des Buchmarktes

"Wir stehen für Vielfalt: Meinungsvielfalt, Vielfalt der Haltungen, Vielfalt der Literaturen", erklärte Böhmisch. Das solle sich auch auf der Messe widerspiegeln. Sie verwies auf die "Manga Comic Con", die einen Teil der Buchmesse bildet. Sie wolle aber auch die Vielfalt des Buchmarktes präsent halten mit großen und unabhängigen Verlagen. "Das ist auch ein Zukunftskonzept als Haltung und als Plattform, die diesen Austausch, diese Haltungs- und Perspektivenerweiterung überhaupt möglich macht."

Person(en) in Verkleidung (Cosplay) auf der Manga-Comic-Con zur Leipziger Buchmesse 2023
Die "Manga Comic Con" und damit auch Cosplay prägen die Leipziger Buchmesse. Bildrechte: MDR/Claudia Masur

Heiße Vorbereitungsphase für Buchmesse Leipzig

Sie wolle vor allem stärken, was sowieso in der Grundidee der Messe liege, sagte Böhmisch weiter: "Das Wichtige und das Essenzielle bei der Buchmesse Leipzig ist, dass es zusammen mit 'Leipzig liest' das größte Lesefest Europas ist. Der unmittelbare Kontakt mit Autorinnen und Autoren auf dem Messegelände, aber eben auch in unterschiedlichen Locations in der Stadt Leipzig und die Zusammenarbeit zwischen den kulturellen Einrichtungen wie dem Gewandhaus, das hat Alleinstellung. Das ist ja ein Erfolgsrezept", begeistert sich Astrid Böhmisch.

Mehrere Menschen auf einer roten Treppe mit dem Logo der Leipziger Buchmesse: einem Auge, das in ein Buch blickt.
Astrid Böhmisch hofft 2024 auf einen Publikumszuwachs. Bildrechte: MDR/Joachim Blobel

Böhmisch hat die Leitung der Messe erst seit wenigen Wochen inne und setzt aktuell vor allem die Pläne ihres Vorgängers Oliver Zille um. Dabei habe sie "ein hochmotiviertes Team, das sich mit Leidenschaft und mit großer Energie im Endspurt auf die Vorbereitung und Planung der Buchmesse 2024 befindet", so die Buchmesse-Chefin. Dass die Buchmesse ein Erfolgskonzept sei, zeige sich auch an aktuellen Zahlen, meinte Böhmisch: Obwohl es keine finanzielle Unterstützung des Staates nach der Corona-Krise mehr gebe, hätten sich wieder genauso viele Aussteller wie 2023 angemeldet. Daher hofft Böhmisch auch auf mehr Publikum im März.

Die Leipziger Buchmesse ist neben der Frankfurter Buchmesse das wichtigste Branchentreffen des Literaturmarktes. Gleichzeitig mit der Messe findet auch das Lesefest "Leipzig liest" statt. Höhepunkte der diesjährigen Messe vom 21. bis 24. März 2024 werden das zehnjährige Jubiläum der "Manga Comic Con" und die 20. Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse sein.

Quelle: MDR KULTUR (Julia Hemmerling), dpa
Redaktionelle Bearbeitung: tsa

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 19. Januar 2024 | 08:10 Uhr

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