Dem Verfall preisgegebene Getreidespeicher und Lagergebäude stehen am nie genutzten Lindenauer Hafen in Leipzig.
Vor einem Jahr soll in einem ehemaligen Getreidespeicher im Leipziger Hafen ein 25-Jähriger ausgeraubt und ermordet worden sein. Am Montag hat gegen den mutmaßlichen Täter der Prozess begonnen. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Volkmar Heinz

Prozess in Leipzig Raubmord im Getreidespeicher: 20-Jähriger legt Geständnis ab

27. Mai 2024, 20:48 Uhr

Es geht um Geld für ein kleines Motorrad und endet tödlich: Ein 19-Jähriger hat anscheinend einen Freund unter einem sexuellen Vorwand in eine Speicherruine in Leipzig gelockt. Was danach passierte, wird derzeit vor Gericht geklärt. Nun hat der Tatverdächtige gestanden.

Fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines 25-Jährigen in Leipzig hat ein 20-Jähriger ein umfassendes Geständnis abgelegt. Der Angeklagte ließ durch seinen Verteidiger erklären, er habe das Opfer in den heruntergekommenen Getreidespeicher in Leipzig gelockt und getötet. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier in Tateinheit mit besonders schwerem Raub.

Mann in verlassenem Getreidespeicher gefesselt und Mund zugeklebt

Der zur Tatzeit 19-Jährige habe sich von dem Freund 6.000 Euro leihen wollen, um ein Kleinkraftrad zu kaufen, hieß es in der Einlassung weiter. Nachdem er glaubte, von dem 25-Jährigen belogen worden zu sein, habe er ihn "zur Rede stellen, ihm eine Lektion erteilen wollen". Er habe den jungen Mann unter einem sexuellen Vorwand in den Speicher gelockt, da sich das Opfer zu ihm hingezogen gefühlt habe. Dort habe er dessen Hände hinter dem Rücken gefesselt und Kerzenwachs auf die nackte Haut getropft. 

"Als er anfing, laut um Hilfe zu rufen, habe ich ihm eine Socke über den Mund geklebt". Dann habe er ihm ein Bein gestellt und das Opfer sei in eine mit Wasser gefüllte Betonwanne gefallen. Der Angeklagte nahm nach eigenen Angaben das Handy und die EC-Karte des Opfers an sich. Er gab an, am nächsten Tag wiederkommen zu wollen, um weiter mit ihm zu reden. Tags darauf sei er mit einem anderen Freund in den Speicher zurückgekehrt, da sei den 25-Jährige bereits tot gewesen.

Leichenfund erst nach mehreren Wochen

Erst vier Wochen später wurde die Leiche entdeckt. Die Ermittlungen der Mordkommission führten im September vergangenen Jahres auf die Spur des 19-Jährigen. Bei einer Vernehmung als Zeuge hatte der Angeklagte laut Anklage zunächst noch eine dritte Person der Tat bezichtigt. Auch diesen Vorwurf räumte der Angeklagte ein. Das Landgericht hat insgesamt 13 Verhandlungstermine bis in den Oktober angesetzt.

MDR (kav/kbe)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 27. Mai 2024 | 06:30 Uhr

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