Der Name einer Firma steht auf einem Gebäude 2 min
Im Video: Doch kein drittes CATL-Werk in Thüringen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Industrie Doch kein drittes CATL-Werk in Thüringen - Teil der Belegschaft in Urlaub geschickt

08. Dezember 2023, 15:22 Uhr

Der chinesische Batteriehersteller CATL baut doch kein weiteres Werk am Erfurter Kreuz. Stattdessen soll ein neuer Standort in Ungarn entstehen. Wegen fehlender Nachfrage musste ein Teil der Thüringer Belegschaft in den Urlaub. Im Streit mit der Bürgerinitiative um die Stromtrasse gibt es noch immer keine Einigung.

Der Batteriehersteller CATL hat Pläne für ein drittes Werk am Erfurter Kreuz vorerst auf Eis gelegt. Grund sei der geplante Bau eines neuen Werks in Ungarn, sagte CATL-Europachef Matthias Zentgraf bei einer Infoveranstaltung am Donnerstagabend für Anwohner in Arnstadt. Die Thüringer Fabrik mit ihren tausend Beschäftigten bleibe aber europäische Zentrale des Unternehmens.

Probleme beim Verkauf der Batterien für Autos

Zentgraf sprach auch von aktuellen Schwierigkeiten Batterien zu verkaufen. So habe VW in Zwickau die Produktion von E-Autos wegen fehlender Nachfrage gestoppt. In der Folge musste CATL einen Teil seiner Thüringer Belegschaft aktuell in den Urlaub schicken.

CATL-Stromtrasse: Keine Annährung mit Bürgerinitiative

Keinen Fortschritt gibt es hingegen im Streit zwischen dem Unternehmen und einer Bürgerinitiative um die geplante CATL-Stromtrasse bei Rehestädt im Ilm-Kreis. Bei einer Infoveranstaltung für Anwohner am Donnerstagabend hatten sich Enrico Scherf von der Initiative und Zentgraf einen kurzen verbalen Schlagabtausch geliefert.

Unternehmen lehnt Kostenübernahme für Erdtrasse ab

Der CATL-Chef wies Scherfs Behauptungen zurück, dass er nie mit der Bürgerinitiative geredet habe. Die Bürgerinitiative fragte an, ob das Unternehmen die Kosten für eine Erdverkabelung zum Teil übernehmen könne, das Unternehmen habe doch auch schon das Umspannwerk bezahlt. Zentgraf lehnte das ab: CATL sei ein Wirtschaftsunternehmen und das sei nicht seine Aufgabe.

Gegen den Bau einer Oberleitung hatten Grundstücksbesitzer und die Gemeinde Amt Wachsenburg im Ilm-Kreis Klagen beim Thüringer Oberverwaltungsgericht eingereicht.

MDR (adi,ost)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 08. Dezember 2023 | 09:30 Uhr

20 Kommentare

Freies Moria vor 11 Wochen

Läuft halt nicht mit Elektro. Nach Solar das zweite -vorhersehbare- Subventionsgrab.
Traurig um die alteingesessenen Firmen in Thüringen, an denen das Fördergeld komplett vorbeiging - da hätte man nicht nur ein Würstchenfirma mit retten können, sondern echte Innovationen für starke Player finanzieren können.

Pitches1 vor 11 Wochen

Da gebe ich Ihnen Recht, nur muss man dabei auch dazu sagen , das die eintausend Arbeitsplätze überwiegend durch chinesische Gastarbeiter abgedeckt werden.
Hinzu kommen noch mehr als gastfreundliche Energie und Wasserkosten, was sich im Gesamtbild sicher auch nicht positiv für die umliegende Bevölkerung auswirkt.

Ralf G vor 11 Wochen

Bisher konnte CATL ohne zusätzliche Stromtrasse produzieren. Vielleicht wird das ja auch in den nächsten Jahren so sein.

Ein Boom der E-Mobilität ist nicht in Sicht, im Gegenteil.
Den PKW-Verkehr bis 2035 in Europa klimaneutral zu machen, ist eine Illusion. Für Deutschland ganz besonders.

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