Evangelische Kirche Landessynode wirbt für Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat die Kirchengemeinden aufgerufen, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen. Themen auf der Tagung waren auch die Energiekrise, die christliche Jugend und der Buttersäure-Anschlag auf die Schleusinger Kirche.

Nach einem Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sollen die Kirchengemeinden Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen. Mit dieser Forderung ist die Tagung des Kirchenparlamentes am Samstagmittag in Erfurt zu Ende gegangen.

Demnach werden die Christinnen und Christen in Mitteldeutschland dazu ermutigt, weiter für Frieden und Verständigung zu beten. In dem Beschluss heißt es, die Landeskirche leite die Verheißung des Friedens Gottes für die Welt, - so wörtlich - "in dem die Menschen ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden". 

Forderung in der Energiekrise

Als Reaktion auf extrem gestiegene Energiepreise forderte das Kirchenparlament die Landes- und Bundesregierung auf, alle Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialfürsorge ausreichend mit Energie zu versorgen und die gestiegenen Kosten in angemessener Weise zu refinanzieren. Kurzfristig müsste dafür gesorgt werden, dass Menschen mit geringem Einkommen nicht in existenzielle Notlagen gerieten. Zudem setzte sich die Synode für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in einer inklusiven Gesellschaft ein.

Verurteilt wurde ein Buttersäure-Anschlag auf die Schleusinger Kirche, der sich Mitte November ereignet hatte. Die stinkende Flüssigkeit am Eingang der evangelischen Kreuzkirche im thüringischen Schleusingen (Kreis Hildburghausen) war nach Ansicht des dortigen Pfarrers Andreas Barth ein Versuch der Einschüchterung aus der rechtsextremen Szene. Nach seinen Angaben hatte es bereits in der Vergangenheit immer wieder Beleidigungen und verbale Ausfälle gegen die Kirchengemeinde gegeben.

Ein Absperrband und Warnschild vor einer Kirche in Schleusingen.
Buttersäure-Anschlag auf die Schleusinger Kirche im November. Bildrechte: MDR/News5

Mit Blick auf die Corona-Pandemie äußerte die Synode Bedauern über Irritationen, die ihre Bitte, sich impfen zu lassen, ausgelöst habe. "Wir wollen gern auf die Menschen zugehen, die sich aufgrund dieser Irritationen von der Kirche abgewandt haben", heißt es in einer Mitteilung.

Stärkung der christlichen Jugend

Die Landessynode beschloss zudem, Jugendliche künftig noch stärker am Gemeindeleben mitbestimmen zu lassen. Demnach soll geprüft werden, ob Jugendliche schon ab der Konfirmation in kirchliche Gremien gewählt werden können. Zudem sollen künftig alle sechs Jugendsynodale der Landeskirche ein Stimmrecht bekommen. Bisher haben das nur zwei der Jugendvertretungen. Darüber hinaus forderte die Jugendsynode, dass digitale Angebote der Kirche erweitert werden und dass erneuerbare Energie weiter vorangetrieben wird. 

Ein ebenso großes Thema der Landessynode war der akute Pfarrermangel, der sich in den kommenden Jahren weiter verschärft. Die EKM will den Pfarrerberuf wieder attraktiver machen und ihn wieder stärker auf seelsorgerische Arbeit konzentrieren. Zudem soll verstärkt auf Gemeindepädagogen und Pfarrer im Ruhestand zurückgegriffen werden.

80 gewählte und berufene Mitglieder

Die Landessynode besteht nach eigenen Angaben aus 80 gewählten und berufenen sowie solchen Mitgliedern, die ihr von Amts wegen angehören. Sie verkörpert die Einheit und Vielfalt der Gemeinden, Kirchenkreise, Dienste, Einrichtungen und Werke im Bereich der Landeskirche. Die Landessynode tritt in der Regel zweimal im Jahr zu mehrtägigen, öffentlichen Sitzungen zusammen. Die nächste Tagung der Landessynode ist vom 20. bis 22. April 2023 im Kloster Drübeck in Sachsen-Anhalt geplant.

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MDR (co/sar)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. November 2022 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

martin vor 18 Wochen

@horst hessel: Wenn Sie den gleichen Massstab für sich selbst anwenden würden (bspw. im Straßenverkehr) würde ich Ihren Beitrag als nicht ganz so zynisch und menschenverachtend empfinden.

Apropos: Würden Sie das auch den Seeleuten und Freizeitkapitänen sagen, die auf Nord- oder Ostsee in Seenot geraten sind und die Hilfe der DGzRS benötigen?

Horst Hessel vor 18 Wochen

Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um und deshalb ist das keine Rettung aus echter Seenot. Da muss man kein schlechtes Gewissen deshalb bekommen und kann trotzdem Weihnachten feiern.

martin vor 18 Wochen

Herzlichen Dank für diesen Beitrag, der Ihre Anschauung deutlich zum Ausdruck bringt.

Kleiner Tipp: Wenn für Sie das Absaufen lassen von Menschen ein probates Mittel zur Problemlösung ist, sollten Sie sich überlegen, ob es für Sie angemessen ist, das christliche Weihnachtsfest zu feiern.

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