Ein rund um die Uhr geöffneter Laden ohne Personal.
Die Kette "Emmas Tag und Nacht" hatte Läden in mehreren Kommunen. Das Bild zeigt den Laden in Ettersburg. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Nach Insolvenz Neue Betreiberin für 24-Stunden-Läden gefunden

26. November 2023, 16:45 Uhr

Zwei 24-Stunden-Läden der insolventen Firma "Emma's Tag und Nacht" in Thüringen haben eine neue Betreiberin. Eine Unternehmerin aus Mühlhausen übernimmt die Läden noch in diesem Jahr. An anderen Standorten läuft die Suche nach einem neuen Betreiber weiter.

Neun Monate nach der Insolvenz von "Emma's Tag und Nacht" gibt es für die 24-Stunden-Läden in Grabe und Kammerforst im Unstrut-Hainich-Kreis eine neue Betreiberin. Wie der Grabsche Ortsteilbürgermeister Karsten Lutze (CDU) MDR THÜRINGEN sagte, sind die Verträge am Freitag unterschrieben worden. Ab 1. Dezember kümmert sich die Mühlhäuser Unternehmerin Janett Scholl um beide Läden.

Aufnahme einer Überwachungskamera in einem Supermarkt.
Für die "Emma's"-Läden in Grabe und Kammerforst gibt es Hoffnung (Archiv). Bildrechte: IMAGO / ari

Dorfläden seit Anfang 2023 insolvent

Unklar ist noch, was aus Thüringens erstem Laden von "Emma's Tag und Nacht" wird. Der Laden in Altengottern ist seit Sommer geschlossen. Anfang des Jahres hatte die Erfurter Betreibergesellschaft der automatisierten "Emma's Tag und Nacht Markt"-Dorfläden Insolvenz angemeldet.

Vom vorläufigen Insolvenzverfahren sind insgesamt sieben Läden betroffen. Sechs davon sind mit Fördermitteln vom Land gebaut. Die Läden in Emleben und Burgtonna im Kreis Gotha sowie in Großvargula im Unstrut-Hainich-Kreis warten seit Monaten auf die Eröffnung.

Für den Ettersburger Laden im Weimarer Land gibt es inzwischen einen Betreiber. Er soll in den nächsten Wochen wiedereröffnet werden.

MDR (ask)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. November 2023 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

martin vor 12 Wochen

Soweit ich das einzuschätzen vermag, dürfte sich Ihre Argumentation auf die klassischen Dorfläden beziehen, die nach meiner Kenntnis meist daran scheitern die Personalkosten während der Öffnungszeiten zu refinanzieren.

Die 7*24 Automatenläden haben zwei Vorteile: Deutlich geringere Personalkosten bei hoher Öffnungszeit.

Allerdings haben sie auch einen Nachteil: Manche der noch / wieder existierenden Dorfläden funktionieren, weil sie - überspitzt formuliert - ein sozialer Treffpunkt sind, bei dem man auch einkaufen kann. Diese Option haben die Automatenläden eher nicht.

Jan Will vor 12 Wochen

Löblich und mutig, aber ich glaube nicht, dass sich diese Läden rechnen werden. Das schafft niemand.

Es ist zigfach bewiesen: Die Bewohner kleiner Ortschaften kaufen in Dorfläden nicht soviel ein, als dass es sich rechnen könnte.

Einzige Chance: Die Bewohner müssten monatlich mit einer Art Abo Mindestumsätze garantieren. Ansonsten bleiben Dorfläden eine romantische Utopie, mehr nicht.

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