Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden in sanft hügeliger Landschaft
Laut Landesregierung sollen die Städte Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen ein Oberzentrum bilden. Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Kommunalpolitik Städte beharren weiter auf Vierer-Oberzentrum in Südthüringen

12. Juni 2024, 18:22 Uhr

Nach sechs Jahren soll am Dienstag eine Entscheidung zum geplanten Oberzentrum in Südthüringen fallen. Allerdings gibt es weiter keinen Kompromiss. Die Städte Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen beharren weiter auf einem Vierer-Bündnis.

In Südthüringen gibt es weiter keinen Kompromiss zum geplanten Oberzentrum. Kurz vor der Entscheidung der Landesregierung beharren die Städte Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen auf einem Vierer-Bündnis. Sollte das die Landesregierung anders sehen, stünde das Konstrukt wohl vor dem Aus.

Kabinett will am Dienstag Entscheidung treffen

Nach sechs Jahren Anlauf soll am Dienstag eine Entscheidung fallen und das Kabinett will den neuen Landesentwicklungsplan beschließen. Darin soll auch das Südthüringer Oberzentrum stehen. Die Konstellation bleibt aber weiterhin offen.

Meiningen und Schmalkalden wollen auch Teil des kommunalen Gebildes werden. Wenn das so kommt, dann wäre das Südthüringer Oberzentrum gestorben, sagte Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz am Mittwoch. Er wolle weiterhin nur mit den bisherigen Partnern Suhl, Schleusingen und Zella-Mehlis weiterarbeiten.

Streit um Oberzentrum

Im Januar hatte das Kabinett überraschend beschlossen, dass zu dem Oberzentrum Südthüringen auch die Städte Schmalkalden und Meiningen gehören sollen. Zuvor hatten die Bürgermeister der beiden Städte stark dafür geworben.

Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen lehnen das jedoch ab, weil Schmalkalden und Meiningen vom Städteverbund zu weit abgelegen seien. Ein dezentrales Oberzentrum in Form eines losen Städteverbundes war zuvor auch vom Infrastrukturministerium abgelehnt worden.

Städte erhoffen sich mehr Fördergelder

Der Status Oberzentrum wirkt sich unter anderem auf die Förderung durch das Land aus. Alle Betroffenen erhoffen sich durch den Titel bessere Zugänge zu Fördermitteln. Es wird auch darauf spekuliert, dass sich Institutionen ansiedeln.

MDR (tig/jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 12. Juni 2024 | 17:30 Uhr

4 Kommentare

kleene vor 42 Wochen

Warum sollte die räumliche Trennung hier plötzlich eine Rolle spielen?

Man sehe sich nur die ganzen Eingemeindungen der letzten paar Jahre an: eg Ilmenau(Gehren), Meiningen(Henneberg) da hat es komischerweise auch keine Rolle gespielt dass eine Stadt als zusammenhängendes Gebilde von Häusern definiert wird. Stattdessen 10km Wiese oder gar ganze Gemeinden dazwischen.

Harka2 vor 42 Wochen

Letztlich geht es um Posten. Oberhof ist ein Zwerg als Stadt, die man aber international kennt. Suhl ist von der Bezirkshauptstadt längst degradiert worden und hat die Hälfte seiner Bevölkerung inzwischen verloren. Zella-Mehlis konnte sich mal eben noch als Mittelzentrum zusammen mit Suhl retten, hat aber keine Lust, noch weitere Ämter zu Gunsten Meiningens oder Schmalkaldens zu schließen. Schmalkalden hat nicht nur den Kreissitz längst verloren, auch viele Firmen (z.B. Automobilzulieferer) haben dort in letzter Zeit die Tore geschlossen. Meiningen hat auf Kosten von Schmalkalden zwar den Kreissitz retten können, aber die einstige Residenzstadt hat ihre Bedeutungslosigkeit in Thüringen nie verwunden.

Wirft man das alles jetzt in einen Topf, geht das Hauen und Stechen los, wer welche Behörde wohin abgeben muss. Auch Oberhofs Sonderlocken interessieren im Werratal niemanden.

kleiner.klaus77 vor 42 Wochen

Die "Lichtstadt" soll ein Zentrum sein?

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