Blick in eine Plenarsitzung des Thüringer Landtags
Laut einer aktuellen Umfrage zur Landtagswahl in Thüringen verlieren fast alle Parteien im Landtag an Zustimmung. Das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht würde aus dem Stand auf 15 Prozent der Stimmen kommen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Martin Schutt

Thüringentrend Wahlumfrage in Thüringen: AfD verliert an Rückhalt - BSW bei 15 Prozent

20. März 2024, 14:45 Uhr

Die Regierungsbildung dürfte nach der nächsten Landtagswahl in Thüringen wieder schwierig werden. Darauf deuten die Ergebnisse der aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest Dimap im Auftrag des MDR hin.

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AfD bleibt trotz Einbußen stärkste Kraft

Die AfD hat laut einer aktuellen MDR-Umfrage an Rückhalt in Thüringen eingebüßt, bleibt aber stärkste Partei im Land. Sie kommt aktuell auf 29 Prozent. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als bei der letzten Befragung im Juli 2023.

Laut Thüringentrend, den Infratest Dimap im Auftrag des MDR erhoben hat, liegt die CDU mit 20 Prozent (minus 1) auf dem zweiten Platz. Die Linke folgt mit 16 Prozent (minus 4) und liegt nur knapp vor dem BSW. Die Wagenknecht-Partei erreicht aus dem Stand 15 Prozent. Sie überholt damit die SPD, die auf neun Prozent (minus 1) kommt. Die Grünen würden mit fünf Prozent (unverändert) knapp den Einzug in den Landtag schaffen. Die FDP wäre mit weniger als drei Prozent nicht mehr im Landtag vertreten.

Die Regierungsbildung bliebe so weiter schwierig, da weder Rot-Rot-Grün noch eine andere derzeit in Deutschland praktizierte Koalition eine Mehrheit hätten.

Zufriedenheit mit Landesregierung weiter gesunken

Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist weiter gesunken. Aktuell sind nur noch 35 Prozent der Befragten mit der Regierung zufrieden. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als vor acht Monaten und erneut der schlechteste Wert, den Infratest Dimap jemals für Rot-Rot-Grün ermittelt hat.

Auch im Vergleich mit anderen Landesregierungen schneidet das Thüringer Kabinett schlecht ab. Nur die Regierungen in Berlin (CDU/SPD) und Mecklenburg-Vorpommern (SPD/Linke) werden noch schlechter bewertet als die Thüringer Regierung.

Bei Direktwahl wäre Ramelow vorn

Könnten die Thüringerinnen und Thüringer den Ministerpräsidenten direkt wählen, läge Amtsinhaber Bodo Ramelow klar vor. Für ihn würden 44 Prozent der Befragten stimmen. Damit schneidet Ramelow deutlich schlechter ab als bei der letzten Befragung dieser Art im Januar 2020. CDU-Landeschef Mario Voigt käme auf 17 Prozent und liegt damit knapp zwei Prozentpunkte schlechter, als sein Vorgänger Mike Mohring vor vier Jahren. AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke erreicht 16 Prozent (plus 7).

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, reagiert im Plenarsaal des Thüringer Landtags auf die Rede des AfD-Fraktionschefs.
Seit 2014 (mit kurzer Unterbrechung 2019) Ministerpräsident in Thüringen: Bodo Ramelow (Die Linke) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Regierungsbildung in Thüringen wird schwierig

81 Prozent der befragten Thüringerinnen und Thüringer gehen davon aus, dass die Regierungsbildung nach der Landtagswahl im September schwierig wird. 37  Prozent der Befragten fänden es gut, wenn die AfD an der nächsten Landesregierung beteiligt wäre.

Während eine überwältigende Mehrheit der Anhänger von CDU (84), Linken (92), SPD (94) und Grünen (99) eine Regierungsbeteiligung der AfD ablehnen, befürworten 35 Prozent der BSW-Anhänger einen Regierungseintritt der AfD. 69 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um die Demokratie im Land. Der Anteil liegt bei Anhängern aller Parteien über 60 Prozent.

Die Reaktionen der Parteien auf die Ergebnisse des Thüringentrends reichten von Gelassenheit bis hin zu Begeisterung.

Daten zur Umfrage Für den Thüringentrend hat Infratest Dimap zwischen 14. und 18. März 2024 1.182 repräsentativ ausgewählte Thüringerinnen und Thüringer telefonisch (694) und online (488) befragt.

Mehr zu vergangenen Thüringentrends

MDR (guf/dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. März 2024 | 18:00 Uhr

564 Kommentare

wodiho vor 8 Wochen

@anita l,
>>>"the economy" ist nicht "die Politik", um mal von hinten aufzuräumen.<<<
Völlig richtig. Jahrzentelang stand Dt. ökonimisch sehr gut da, hat aber eine asoziale Politik betrieben.
Da hätte man die ganzen Probleme angehen können, die sie beschrieben haben. Hat man aber nicht.
Da wäre eine andere Politik möglich gewesen. Das haben wir ja in Coronazeiten gesehen, wie da plötzlich Milliarden verschwendet wurden, für unsinnige und z.T. schädliche Maßnahmen.
Ohne sinnvolle Konzepte, wie man notwendige Maßnahmen aus Steuereinnahmen der Industrie finanzieren kann, geht es nicht.
Das haben die Kommunisten in der DDR auch erleben müssen.
Und wenn man Milliarden in die Rüstung steckt, weil man den Russen unterstellt, sie würden sonst Europa angreifen, der hat für meine Begriffe nicht das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung im Sinn.
Was glauben denn Sie, wer diesen ganzen Irrsinn bezahlen muss?

wodiho vor 8 Wochen

Ich schrieb:
"Wenn es denn so ist, daß diese Partei als einzige nicht kriegsbesoffen in eine militärische Auseinandersetzung mit Russland taumeln will, dann bekommt sie meine Stimme."
Von "Friedenspartei" lesen Sie da nichts.
Ich will auch keinen hinters Licht führen. Das ist meine Meinung und die sollten Sie eifach so hinnehmen.
Wo ich da lügen würde, erschließt sich mir nicht.
Aber negative Unterstellungen machen sich immer gut, gelle?
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw03-de-russland-ukraine-983234
Das ist nun eine Webseite des Bundestages und dort wurde im Begleittext dieses für Sie schlimme Wort "Friedensinitiative" in Verbindung mit AfD geschrieben.
Ich habe nur mit Guttenberg gearbeitet und selbst da nichts verfälscht.

Anita L. vor 8 Wochen

@wohido, "the economy" ist nicht "die Politik", um mal von hinten aufzuräumen.
Das Elend, das mir in Ihrem Beitrag am meisten aufstößt, ist das Elend der Jammerei und Elendmacherei, verbunden mit der Schuldzuweisung. Corona, Russlands Krieg, jahrzehntelang verschlafene Klimapolitik, über Jahre hinweg kaputtgesparte Bildungspolitik bei zunehmendem gesellschaftlichen Fehlverständnis für Selbstbestimmung und Chancengleichheit einer Regierung in die Schuhe schieben zu wollen, die seit 2,5 Jahren im Amt ist, zeugt von einer enormen Form von Realitätsverlust und dem bewussten Leugnen von gesellschaftlicher Komplexität.
Sie werfen anderen Ideologie und Verpeiltheit vor? Fassen Sie sich an die eigene Nase.

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