Ein U-Boot und Kriegsschiffe liegen vor Anker in der Hafenstadt der Krim
Die Ukraine meldet nach eigenen Angaben, russische Ziele auf der annektierten Krim getroffen zu haben. Von russischer Seite heißt es, man habe alle Raketen angefangen (Archivbild). Bildrechte: picture alliance/dpa | Ulf Mauder

Ukraine-News Ukraine greift russische Ziele auf annektierter Krim an

30. April 2024, 23:35 Uhr

Die Ukraine-News vom 30. April 2024 sind beendet.

23:35 Uhr | Kommen die US-Hilfen rechtzeitig an der Front an?

Es ist ein Rennen um Zeit. Die Ukraine bekommt weitere Militärhilfen aus den USA. Ein erstes Paket ist auch schon da. Aber wie lange wird es dauern bis die Lieferungen sich auf das Kriegsgeschehen auswirken? Im Gespräch mit Angela Tesch sagt Ex-Nato-General Erhard Bühler, dass er davon ausgeht, dass die US-Regierung offenbar schon vor der Zustimmung einzelne Pakete geschnürt habe. Die schnelle Lieferung zeige auch, dass die Geräte und Munition zu großem Teil von der US-Armee kämen und schon in Europa gewesen seien. Mehr dazu in unserem Podcast "Was tun Herr General?"

22:49 Uhr | Krim-Beauftragte wirft Russland Folter auf Halbinsel vor

Die ukrainische Krim-Beauftragte Tamila Taschewa hat Russland vorgeworfen, auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Menschen zu foltern und verschwinden zu lassen. "Die Russen verfolgen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten auf der Krim, sie verschleppen Zivilisten in dunkle Keller und foltern sie dort, sie lassen Menschen verschwinden", sagte Taschewa dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in Berlin. "Die Russen haben die Krim zu einer riesigen Militärbasis gemacht und nutzen sie als Ausgangspunkt für Angriffe gegen die Ukraine."

Die schlechte Menschenrechtslage auf der Krim wird auch in Berichten des Europarates und anderer Organisationen angeprangert.

22:30 Uhr | Lettland beschließt weitere Militärhilfe für die Ukraine

Lettland wird der Ukraine weitere Militärhilfe für den Abwehrkampf gegen Russland leisten. Regierungschefin Evika Silina kündigte ein weiteres Hilfepaket für das angegriffene Land an. Demnach werden den ukrainischen Streitkräfte Flugabwehrgeschütze und unbemannte Überwachungsflugzeuge aus den Beständen der Armee des baltischen EU- und Nato-Landes übergeben. Zudem soll auch andere materielle und technische Ausrüstung an Kiew geliefert werden, teilte Silina auf der Plattform X mit. Dies werde dazu beitragen, die Abwehr von Luftangriffen und Aufklärungsfähigkeiten zu verbessern.

21:25 Uhr | Dänemark stockt Rüstungsetat um Milliardensumme auf

Dänemark stockt seinen Rüstungsetat um eine Milliardensumme auf. Die Abgeordneten des nordischen Landes einigten sich darauf, den Haushalt zwischen 2024 und 2028 um zusätzliche 35 Milliarden Dänische Kronen (4,7 Milliarden Euro) zu erhöhen, wie die Regierung mitteilt. Die neue Finanzierung für die Verteidigung kommt zu den 155 Milliarden Kronen hinzu, die Dänemark im vergangenen Jahr für die kommenden zehn Jahre zugesagt hat.

20:49 Uhr | Ukraine erhöht Budget für Drohnen

Die ukrainische Regierung stockt ihre Ausgaben für Drohnen zur Abwehr der russischen Angriffe um mehrere Hundert Millionen Euro auf. Ministerpräsident Denys Schmyhal teilte am Dienstag mit, zu diesem Zweck würden zusätzliche 15,5 Milliarden Hrywnja (367 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt. "Mit den heute bereitgestellten Mitteln werden 300.000 Drohnen an unsere Sicherheits- und Verteidigungskräfte geliefert werden", sagte er bei einer Kabinettssitzung in Kiew.

Nach Schmyhals Angaben hatte die Ukraine bislang für dieses Jahr 43,3 Milliarden Hrywnja für den Ankauf von Drohnen eingeplant. Unter dem Druck des seit über zwei Jahren andauernden russischen Angriffskrieges hat die Ukraine die Entwicklung und Produktion von Drohnen verschiedenster Typen rasch ausgebaut. Sie hat mit diesen Waffen in den vergangenen Wochen verstärkt auch das russische Hinterland angegriffen. 

19:31 Uhr | Ukraine zieht keine Männer im wehrfähigen Alter aus dem Ausland ein

Die Ukraine hat trotz fehlender Soldaten bei der Abwehr der russischen Invasion keine Pläne, Männer im wehrpflichtigen Alter zwangsweise aus dem Ausland zurückzuführen. "Es wird keine Beschränkungen und keine erzwungene Rückkehr ukrainischer Bürger jeglichen Geschlechts oder Alters in ein Land im Krieg geben", sagte die für die EU-Integration zuständige Vizeregierungschefin Olha Stefanischyna in einem Kommentar für die Deutsche Welle am Dienstag. Vor einer Woche hatte bereits der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba anklingen lassen, durch das Einstellen konsularischer Dienste, die im Ausland lebenden Ukrainer zur Rückkehr bewegen zu wollen.

Männern im wehrpflichtigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren ist nur unter Ausnahmen die Ausreise gestattet. Trotzdem sind allein in der Europäischen Union mehrere Hunderttausend Wehrpflichtige aus der Ukraine als Flüchtlinge registriert. Das ukrainische Außenministerium hat daher vergangene Woche verboten, diesen Männern neue Reisedokumente auszustellen. Ein am 18. Mai in Kraft tretendes Gesetz verpflichtet zudem alle wehrpflichtigen Ukrainer dazu, innerhalb von zwei Monaten ihre Daten im Wehrregister zu erneuern.

18:37 Uhr | Russland bestreitet Beschädigungen auf Krim

Der von Moskau ernannte Statthalter der seit 2014 von Russland annektierten Krim, Sergej Aksjonow, bestätigte den Angriff auf die Ortschaft Donske bei Simferopol. Seinen Angaben nach wurden die Raketen abgefangen. Er warnte aber vor bisher nicht explodierten Munitionsresten. Simferopol liegt von der Frontlinie mehr als 200 Kilometer entfernt. Die USA hatten angekündigt, in dem neuen Waffenpaket auch weitreichende ATACMS-Raketen an die Ukraine zu liefern. In den vorherigen Lieferungen war deren Reichweite auf 165 Kilometer begrenzt.

17:55 Uhr | Ukraine greift russische Ziele auf annektierter Krim an

Die Ukraine hat russische Militärstützpunkte auf der Krim mit den von den USA gelieferten ATACMS-Raketen mit größerer Reichweite angegriffen. Die Flugabwehr habe in den vergangenen 24 Stunden sechs Raketen vom Typ ATACMS abgewehrt, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag in seinem Lagebericht mit. Unabhängige Medien berichten hingegen von Einschlägen auf drei Militärbasen auf der Krim in der Nacht. Dabei habe es mehrere Verletzte gegeben. Die Attacken hätten der Bekämpfung russischer Flugabwehrsysteme gegolten.

Das unabhängige Internetportal Astra berichtet, nahe der Krim-Hauptstadt Simferopol sei bei einem Angriff auf eine Flugabwehrstellung ein Brand ausgebrochen. Mehrere Soldaten seien verletzt worden. Unter Feuer geriet auch einmal mehr der Flughafen Dschankoj im Norden der Krim, wo ein Hubschrauberregiment und Flugabwehrkräfte stationiert sind. Dort sollen Medienberichten zufolge fünf Soldaten verletzt worden sein. Bei einem Angriff auf ein Militärobjekt im Landkreis Tschornomorske im Nordwesten der Halbinsel gab es Astra zufolge vier verletzte Soldaten.

16:05 Uhr | Deutschland liefert Ukraine weitere Waffensysteme

Deutschland hat der Ukraine weitere militärische Unterstützung im Krieg gegen Russland geliefert. In der jüngsten Lieferung enthalten sind unter anderem zwei Luftverteidigungssysteme vom Typ Skynex samt Munition, zehn Schützenpanzer vom Typ Marder sowie 7.500 Schuss 155 Millimeter Artilleriemunition, wie die Bundesregierung in einer aktualisierten Übersicht auf ihrer Website mitteilte. Geliefert wurden demnach auch Flugkörper für das Luftabwehrsystem Iris-T SLM, ein Brückenlegepanzer Biber, ein Pionierpanzer Biber sowie Munition für verschiedene Waffensysteme.

Das Mitte April von Berlin zugesagte dritte Luftabwehrsystem Patriot war in der jüngsten Lieferung nicht enthalten. Deutschland hat der Ukraine nach Regierungsangaben bisher zwei Patriot-Systeme geliefert sowie weitere Luftverteidigungssysteme der Typen Iris-T und Skynex.

Die ukrainische Botschaft in Deutschland dankte Deutschland am Dienstag im Onlinedienst X für die Waffenlieferung, mit der Berlin "seine Führungsrolle erneut bestätigt" habe. Botschafter Oleksii Makeiev schrieb auf X: "Es ist ein deutscher Kampf der verbundenen Waffen, der ukrainische Leben rettet!"

13:13 Uhr | Umfrage: Mehrheit gegen "Taurus"-Lieferung an Ukraine

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lieferung der "Taurus"-Marschflugkörper an die Ukraine. 37 Prozent der Bundesbürger sprechen sich laut aktuellem RTL/ntv Trendbarometer dafür aus, 56 Prozent dagegen.

Allerdings steigt die Zahl der Befürworter wieder. Im März waren es laut Forsa-Umfrage nur 28 Prozent gewesen. Mehrheitlich für eine Taurus-Lieferung sind weiter nur die Anhänger der Grünen (63 Prozent). Die Mehrheit der Anhänger der beiden anderen Ampel-Parteien SPD (52 Prozent) und FDP (63 Prozent) lehnt die Lieferung ab.

12:55 Uhr | Russland will ATACMS-Raketen abgeschossen haben

Über der Krim sind nach Angaben des von Russland eingesetzten Gouverneurs Raketen aus US-Produktion abgeschossen worden. Dabei handle es sich um Langstreckenraketen vom Typ ATACMS, schrieb Sergej Aksjonow auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram. Wann und wie viele Flugkörper abgeschossen worden seien, erklärte er nicht.

12:50 Uhr | Ukraine wirft Russland Einsatz von Streumunition vor

Russland hat am Montag bei seinem Raketenangriff auf die Hafenstadt Odessa nach ukrainischen Angaben Streumunition verschossen. "Es handelt sich um eine wahllose Waffe, die erhebliche Opfer unter der Zivilbevölkerung verursachen kann", teilte die ukrainische Staatsanwaltschaft bei Telegram mit. Metallfragmente seien in einem Radius von anderthalb Kilometern vom Einschlagsort gefunden worden. 

Die Behörde veröffentlichte dazu auch ein Video, das die Explosionen der Sprengkörper aus der ballistischen Iskander-Rakete zeigen soll. Fünf Menschen wurden demnach getötet und mehr als 30 verletzt. Die Staatsanwaltschaft warf den verantwortlichen russischen Offizieren einen bewussten Einsatz der Waffe zur Tötung möglichst vieler Zivilisten vor.

12:02 Uhr | Ukraine meldet zwei Tote nach Rakentenangriff auf Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff auf die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw sind lokalen Behördenangaben zufolge mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere seien verletzt worden, schreibt der Gouverneur der gleichnamigen Region im Nordosten der Ukraine auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Demnach habe Russland bei der Attacke präzisionsgelenkte Waffen eingesetzt und ein Wohngebäude in der Regionalhauptstadt getroffen.

10:20 Uhr | Zahl der Todesopfer nach Angriff auf Odessa auf fünf gestiegen

Die Zahl der Todesopfer des russischen Raketenangriffs auf eine Jura-Akademie in der ukrainischen Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa ist den Behörden zufolge auf fünf gestiegen. 32 Menschen seien verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem sei ein Mann an einem Schlaganfall gestorben, der auf den Angriff zurückzuführen sei. Bei dem Raketenangriff am Montag wurde eine private Rechtsakademie in einem beliebten Park am Meer getroffen.

Laut Gouverneur Kiper befinden sich acht Verletzte in einem ernsten Zustand, darunter ein vierjähriges Kind. Unter den Verletzten seien auch ein weiteres Kind und eine schwangere Frau. Dem Rundfunksender Suspilne zufolge wurde auch der Leiter der Akademie verletzt, der prominente ehemalige Parlamentsabgeordnete Serhij Kiwalow. Dem ukrainischen Militär zufolge hatte Russland mit einer ballistischen Rakete des Typs Iskander-M mit einem Streusprengkopf die Stadt beschossen.

7:38 Uhr | Rund 30 Ukrainer seit 2022 auf der Flucht vor Kriegsdienst gestorben

In der Ukraine sind nach Angaben des Grenzschutzes seit Kriegsbeginn 2022 etwa 30 Männer bei dem Versuch ums Leben gekommen, sich mit einer Flucht ins Ausland einer Einberufung zur Armee zu entziehen. Einige seien umgekommen, als sie einen Gebirgsfluss überqueren wollten, andere in den Bergen, sagte der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes, Andrij Demtschenko, der Nachrichtenagentur Ukrinform. "Jeden Tag gibt es Versuche, die Grenze illegal zu überqueren", sagte der Sprecher. "Die meisten dieser Versuche finden außerhalb der Grenzkontrollpunkte an der Grenze zu Moldawien und Rumänien statt. Die größte Zahl mit gefälschten Dokumenten wird an der Grenze zu Polen verzeichnet."

Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 habe der Grenzschutz etwa 450 kriminelle Gruppen aufgedeckt, die versucht hätten, Menschen über die Grenze zu schleusen, sagte Demtschenko. Von einigen Ausnahmen abgesehen dürfen ukrainische Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen, da sie nach dem herrschenden Kriegsrecht zum Kampf gegen die russischen Invasionstruppen eingezogen werden könnten.

6:52 Uhr | Ukraine drängt auf schnelle Waffenlieferungen

Trotz einer Belebung westlicher Rüstungshilfen nach monatelanger Pause leidet die von Russland angegriffene Ukraine weiter unter einem Mangel an Waffen und Munition. Die täglichen russischen Raketenangriffe, die täglichen Angriffe an der Front könnten gestoppt werden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. "Aber dazu ist die ukrainische Armee auf ausreichende Unterstützung durch ihre Partner angewiesen."

Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Bild zeigt Wolodymyr Selenskyj (r), Präsident der Ukraine, mit Jens Stoltenberg, Generalsekretär der Nato, während ihres Treffens. 3 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP | ---

Die Partnerländer verfügten über die Waffensysteme, die die Ukraine dringend brauche, sagte Selenskyj. Dabei nannte er vor allem Patriot-Flugabwehrsysteme aus US-Produktion und Artilleriegranaten vom Kaliber 155 Millimeter. Im Gespräch mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der unangekündigt eine Reise in die Ukraine unternommen hatte, bestätigte Selenskyj, dass die ersten versprochenen Waffenlieferungen der USA bereits eingetroffen seien. "Doch muss der Prozess beschleunigt werden", sagte er. Bei den von der Ukraine erwarteten zusätzlichen Patriot-Systemen gebe es keine konkreten Zusagen, wohl aber erste Schritte. Nach monatelanger Blockade war es der US-Regierung von Präsident Joe Biden Mitte April gelungen, ein milliardenschweres Hilfspaket durch den Kongress zu bringen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 30. April 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 30. April 2024 | 06:00 Uhr

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