Ein Mann steht hinter aufgereihten Panzergranaten, die die russische Armee bei ihrem Rückzug aus dem Dorf Andrijiwka in der Nähe von Kiew zurückgelassen hat.
Die Ukraine hatte das Dorf Andrijiwka im September 2023 nach eigenen Angaben von russischen Truppen zurückerobert. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Celestino Arce Lavin

Ukraine-News Russland meldet Einnahme des Ortes Andrijiwka im Donbass

23. Mai 2024, 22:25 Uhr

Diese Ukraine-News vom Donnerstag, 23. Mai sind beendet.

Ukraine-News, vom Donnerstag, 23. Mai 2024

22:25 Uhr | Weißes Haus schnürt neues Militärpaket für die Ukraine

Die USA bereiten Militärhilfen für die Ukraine im Volumen von 275 Millionen Dollar vor. Damit sollen unter anderem Artilleriegranaten, präzisionsgelenkte Bomben und Fahrzeuge beschafft werden, teilten drei Mitarbeiter der US-Regierung mit. Die Hilfen werden im Rahmen der Presidential Drawdown Authority bereitgestellt. Diese ermächtigt Präsident Joe Biden in Notfällen zu Handlungen ohne Zustimmung des Kongresses.

22:06 Uhr | Brasilien und China skeptisch zu internationaler Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz

Brasilien und China distanzieren sich indirekt von der in der Schweiz geplanten internationalen Friedenskonferenz der Ukraine, zu der Russland nicht eingeladen ist. In einem vom Sonderberater Celso Amorim des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und vom chinesischen Außenminister Wang Yi unterzeichnetem Dokument fordern beide Staaten Russland und die Ukraine zu Friedensgesprächen auf. Nötig sei eine internationale Friedenskonferenz mit gleichberechtigter Teilnahme aller Parteien, die von Russland und der Ukraine anerkannt werde.

Nachrichten

Zwei Kinder halten Schilder, Frieden fuer die Ukraine 5 min
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22:20 Uhr | Polen und Griechenland fordern von EU-Einrichtung von Luftabwehrschirm

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben Polen und Griechenland die EU zur Errichtung eines Luftabwehrschirms zum Schutz der europäischen Länder aufgefordert. "Europa wird so lange sicher sein, wie der Himmel über ihm sicher ist", erklärten der polnische Regierungschef Donald Tusk und sein griechischer Kollege Kyriakos Mitsotakis in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Tusk und Mitsotakis wollen sich auf dem nächsten Gipfeltreffen der 27 Mitgliedstaaten im Juni für ihren Vorschlag einsetzen.

20:42 Uhr | Putin unterzeichnet Dekret zur Beschlagnahmung von US-Vermögenswerten

Als Reaktion auf die vom Westen verhängten Sanktionen hat der russische Präsident Wladimir Putin per Dekret die Beschlagnahmung von US-Vermögen in Russland genehmigt. Gemäß dem auf einer offiziellen Website veröffentlichten Dekret kann die Beschlagnahmung US-Vermögenswerte wie Immobilien, Unternehmen, Bankkonten oder Aktien betreffen.

Von westlichen Strafmaßnahmen betroffene russische Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen sollen diese als Entschädigung für ihr in den USA beschlagnahmtes Vermögen erhalten. Der Schritt wurde mit "feindlichen, völkerrechtswidrigen Handlungen der Vereinigten Staaten" begründet, die darauf abzielten, "Russland und der russischen Zentralbank zu schaden".

Viele westliche Unternehmen haben Russland seit Beginn der Offensive in der Ukraine im Februar 2022 verlassen. Andere sind jedoch weiterhin dort tätig und könnten nun von der neuen Regelung betroffen sein.

18:59 Uhr | 13 verschleppte Kinder in die Ukraine zurückgeholt

Die Regierung in Kiew hat erneut einen Erfolg bei dem Bemühen gemeldet, von Russland verschleppte ukrainische Kinder zurückzuholen. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets teilte mit, es seien sieben Kinder aus den von Russland besetzten Gebieten zurückgebracht worden. Der russischen Agentur Tass zufolge übergab Russland zudem sechs Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren. In beiden Fällen habe Katar vermittelt, hieß es.

Kiew hat wiederholt erklärt, etwa 20.000 Kinder aus der Ukraine seien nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete verschleppt worden – ohne Zustimmung der Familie oder eines Vormunds. Das seien Kriegsverbrechen. Russland erklärte wiederum, es habe gefährdete Kinder aus dem Kriegsgebiet geschützt. Katar hatte Mitte 2023 einem ukrainischen Ersuchen zugestimmt, gegenüber Russland bei der Rückkehr von Kindern zu vermitteln.

18:02 Uhr | Hauptstromleitung zu AKW Saporischschja offenbar ausgefallen

Die Hauptstromleitung, die das von Russland kontrollierte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja versorgt, ist nach russischen Angaben ausgefallen. Es bestehe jedoch keine Gefahr, die Anlage könne über eine Ersatzleistung versorgt werden, teilte die russische Führung auf Telegram mit.

Obwohl die sechs Reaktoren heruntergefahren sind, ist die Anlage auf eine externe Stromversorgung oder Dieselgeneratoren für die Kühlung angewiesen, um eine Kernschmelze zu verhindern. Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge gibt es seit Beginn des russischen Angriffs 2022 erhebliche Stromversorgungsprobleme. Die IAEA warnt deshalb immer wieder vor Risiken für die nukleare Sicherheit.

13:32 Uhr | Russland meldet Einnahme von Andrijiwka

Das russische Verteidigungsministerium hat die Einnahme des Dorfes Andrijiwka in der Region Donezk gemeldet. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor. Bereits am Vortag hatte Moskau die Einnahme des Nachbardorfes Klischtschijiwka bekannt gegeben.

Im September 2023 hatte die Ukraine das bei Bachmut gelegene Andrijiwka nach eigenen Angaben von russischen Truppen zurückerobert, im Januar 2024 wurden von dort wieder neue Kämpfe gemeldet. Die Ortschaft gilt als weitgehend zerstört.

12:25 Uhr | Mindestens fünf Tote bei russischem Angriff auf Charkiw

Nach dem Beschuss durch russische Truppen steigt eine Rauchsäule hinter Wohnhäusern auf.
Nach dem Beschuss durch russische Truppen steigt eine Rauchsäule hinter Wohnhäusern von Charkiw auf. Bildrechte: picture alliance/dpa/Ukrinform

Bei mehreren Raketenangriffen auf die ostukrainische Charkiw sind nach ukrainischen Angaben fünf Menschen getötet und neun verletzt worden. erklärte der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, in Onlinemedien. Zuvor hatte er mindestens einen Toten und sechs Verletzte gemeldet. Der Gouverneur der Region, Oleh Synegubow, erklärte hingegen, dass bei den Angriffen mit mehr als einem Dutzend Geschossen sechs Menschen getötet und 16 verletzt worden seien. Charkiw ist die zweitgrößte Stadt in der Ukraine.

10:18 Uhr | Norwegen schließt seine Grenzen für russische Touristen

Norwegen wird seine Grenzen für russische Touristen schließen und ihnen dadurch ihren letzten direkten Zugang zum Schengenraum nehmen. Justizministerin Emilie Enger Mehl erklärte, die Verschärfung der Einreiseregeln ab dem 29. Mai entspreche Norwegens Kurs, "sich als Reaktion auf den illegalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine an die Seite seiner Verbündeten und Partner zu stellen". Ausnahmen sind nach Angaben der Behörden möglich für Russen, die in Norwegen arbeiten oder studieren, sowie bei Besuchen enger Verwandter in dem skandinavischen Land. Norwegen ist Mitglied der Nato, gehört aber nicht der EU an.

09:44 Uhr | Hochrangiger russischer Militär festgenommen

Der Vize-Chef des Generalstabs der russischen Armee, General Wadim Schamarin, ist einem Medienbericht zufolge wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit festgenommen worden. Sein Haus sei durchsucht worden, berichtet die Zeitung "Kommersant". Er ist bereits der vierte hohe Militärangehörige, der seit April festgenommen wurde.

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08:11 Uhr | Russland meldet Abschuss von 35 Raketen aus Ukraine

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums 35 Raketen und drei Drohnen abgeschossen, mit denen die Grenzregion Belgorod in der Nacht von der Ukraine aus angegriffen worden sein soll. Berichte über mögliche Opfer lagen nicht vor.

07:02 Uhr | Ukraine sammelt Zusagen für Friedenskonferenz

Die Ukraine sammelt weiter Zusagen für den geplanten Friedensgipfel in der Schweiz Mitte Juni. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner Videobotschaft, er habe mit den Staats- und Regierungschefs von Chile, Albanien, Österreich und Mosambik gesprochen. "Vier weitere Länder auf dem Gipfel – ich danke ihnen." Bekannt ist bereits, dass für Deutschland Bundeskanzler Olaf Scholz zu dem Treffen reisen wird.

Die Schweiz organisiert auf Wunsch der Ukraine am 15. und 16. Juni auf dem Bürgenstock bei Luzern ein Gipfeltreffen. Es soll mehr internationale Unterstützung für das angegriffene Land mobilisieren. Die Ukraine hofft, gerade neutrale oder gar mit Russland befreundete Staaten des Südens von ihrer Position zu überzeugen. Vor allem China wird umworben. Es geht im ersten Schritt nicht um Verhandlungen mit Russland. Moskau ist nicht eingeladen.

06:30 Uhr | Schweden gibt 6,5 Milliarden Euro an Militärhilfe

Schweden gewährt der Ukraine Militärhilfe für weitere 6,5 Milliarden Euro, verteilt auf drei Jahre. Das teilte der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson in Stockholm mit. Der ukrainische Präsident Selenskyj bedankte sich für die Hilfe. Es sei wirklich greifbar, dass man nicht nur die Ukraine, sondern den gesamten europäischen Raum von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer stärke, sagte er.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges hat Schweden nach eigenen Angaben bereits 15 Pakete mit Militärhilfe für die Ukraine geschnürt. Die neue Rüstungshilfe soll sich auf die Jahre 2024 bis 2026 verteilen. Schweden trat unter dem Eindruck des Krieges der Nato bei und ist einer der größten Unterstützer der Ukraine.

05:21 Uhr | Tschetschenien bietet Russland weitere Truppen an

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einem Treffen im Kreml zusätzliche Truppen für den Krieg in der Ukraine angeboten. Zehntausende "gut ausgebildete und ausgerüstete Kämpfer aus der Reserve" stünden bereit, für Russland in der Ukraine zu kämpfen, falls ein entsprechender Befehl erteilt werde, schrieb Kadyrow. Seit 2007 regiert er die autonome Region im russischen Südkaukasus. Insgesamt hätten bereits 43.500 tschetschenische Soldaten in der Ukraine gedient, darunter 18.000 Freiwillige, hieß es.

00:45 Uhr | Selenskyj bittet Westen um Hilfe gegen Gleitbomben-Angriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet den Westen um Hilfe gegen Angriffe mit Gleitbomben. Sie seien das wichtigste Instrument der russischen Luftangriffe. "Die Ukraine benötigt Systeme und Taktiken, die es uns ermöglichen, unsere Stellungen, unsere Städte und unsere Gemeinden vor diesen Bomben zu schützen", sagt er in seiner nächtlichen Videoansprache.

Russland setzt zunehmend die mit einem Steuerungssystem ergänzten Bomben ein. Sie können relativ gefahrlos von den russischen Piloten abgeworfen werden und sind schwer zu bekämpfen.

00:02 Uhr | Ukraine entlässt erstmals Häftlinge für Militärdienst

Nach einer Gerichtsentscheidung bei Chmelnytsky sind in der Ukraine zum ersten Mal zwei Häftlinge freigelassen worden, damit sie im Krieg gegen Russland im Militär kämpfen können. Die beiden wegen Diebstahl verurteilten Insassen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt.

Die Freilassung erfolgt im Rahmen einer neuen Regelung, derzufolge zum Kriegseinsatz bereite Häftlinge, die keine schweren Straftaten begangen haben, auf Bewährung und mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit entlassen werden können. Die beiden Männer mussten vor der Freilassung einen fachlichen, psychologischen und Fitness-Test durchlaufen. Nach Angaben von Kiew haben seit der Verabschiedung des Gesetzes mehr als 3.000 Häftlinge einen Antrag auf Entlassung gestellt.

Weil sich kaum noch Freiwillige melden und das ukrainische Militär massive Verluste verzeichnet, wird bereits seit Monaten über weitere Eimberufungen diskutiert. Russland hat bereits zu Beginn des Krieges im Februar 2022 zehntausend Häftlinge an die Front geschickt, sie im Gegensatz zum ukrainischen Vorgehen jedoch begnadigt.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Donnerstag, 23. Mai 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 23. Mai 2024 | 06:00 Uhr

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