Odessa zerstörtes Gebäude
Bei russischen Luftangriffen auf Odessa und die Region Cherson sind nach ukrainischen Angaben am Montag mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Bildrechte: IMAGO / ABACAPRESS

Ukraine-News Tote nach Luftangriffen auf Odessa und Cherson

30. Oktober 2023, 22:21 Uhr

Diese Ukraine-News vom Montag, 30. Oktober 2023 sind beendet.

Die Ukraine-News vom 30. Oktober 2023

22:21 Uhr | Russischer Oligarch wegen Geldwäsche-Verdachts festgenommen

Unter dem Verdacht der Geldwäsche ist in Frankreich der auf der EU-Sanktionsliste stehende russische Oligarch Alexej Kusmitschow festgenommen worden. Dem Geschäftsmann würden zudem Verstöße gegen internationale Sanktionen vorgeworfen, hieß es am Montagabend aus Justizkreisen. Nach seiner Festnahme in Saint-Tropez im Süden des Landes sei er in Untersuchungshaft genommen worden. Zudem seien Anwesen von ihm durchsucht worden.

Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die Europäische Union Kusmitschow im März vergangenen Jahres auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Der Oligarch ist Großaktionär der Alfa Group, zu der unter anderem die Alfa Bank gehört. Er ist laut EU eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Russlands und hat gute Verbindungen zu Kreml-Chef Wladimir Putin.

21:39 Uhr | Putin: Ukraine und Westen für Gewalt in Dagestan verantwortlich

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten für die anti-israelischen Ausschreitungen auf einem Flughafen in der Kaukasusrepublik Dagestan verantwortlich gemacht. Die Ereignisse seien "von Agenten westlicher Geheimdienste" angezettelt worden, sagte Putin am Montag bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit dem Sicherheitsrat. Dies sei "über Online-Netzwerke" geschehen. Beweise für seine Vorwürfe legte Putin nicht vor.

In Washington entgegnete Außenamtssprecher Matthew Miller vor Journalisten, die Vorwürfe aus Moskau gegen Kiew seien "absurd". Die US-Regierung rufe die russischen Behörden auf, die "gewaltsamen Proteste öffentlich zu verurteilen, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen und die Sicherheit von Israelis und Juden in Russland zu gewährleisten".

19:45 Uhr | Ukraine weist Moskauer Vorwürfe zu Ausschreitungen in Dagestan zurück

Die Ukraine hat russische Vorwürfe zurückgewiesen, die antisemitischen Exzesse in der Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus angestachelt zu haben.

"Die Vorgänge in Machatschkala spiegeln den tief verwurzelten Antisemitismus der russischen Eliten und Gesellschaft wider", schrieb der ukrainische Außenamtssprecher, Oleh Nikolenko, am Montag bei Facebook. Moskau versuche mit seinen Vorwürfen gegen Kiew nur, die Verantwortung abzuschieben.

19:35 Uhr | Russische Behörden versteigern Selenskyjs Wohnung auf der Krim

Russlands Behörden haben einem Medienbericht zufolge die Wohnung der Familie des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim versteigert. Bei einer Auktion sei die Immobilie für 44,3 Millionen Rubel (440.000 Euro) versteigert worden, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass am Montag.

Offiziell gehörte die Wohnung Olena Selenska, der Ehefrau Selenskyjs. Selenska hatte die Immobilie auf der Krim 2013 gekauft – rund ein Jahr bevor Russland die Schwarzmeer-Halbinsel völkerrechtswidrig annektierte.

18:28 Uhr | Niederlande versprechen Ukraine schnelle F-16-Lieferung

Die Niederlande wollen innerhalb der nächsten zwei Wochen der Ukraine die zugesagten Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte teilte am Montag auf der Plattform X mit, die F-16 würden in zwei Wochen im Trainingszentrum in Rumänien sein. In Rumänien sollen ukrainische Piloten an diesen Maschinen ausgebildet werden. "Das bedeutet, dass die Ausbildungen der ukrainischen Piloten schnell beginnen können", schrieb Rutte.

Die Niederlande, Dänemark und Norwegen hatten der Ukraine F-16-Lieferungen zugesichert. Dem Land sollen nach bisherigem Stand mehr als 50 Flugzeuge geliefert werden. Unklar ist noch, wann die Kampfjets tatsächlich auch von der Ukraine eingesetzt werden können.

17:15 Uhr | Tote nach Luftangriffen auf Odessa und Cherson

Im Süden der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Montag mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet und ein Dutzend weitere verletzt worden. Nach Angaben des regionalen Militärgouverneurs Olexander Prokudin trafen in einem Dorf in der Region Cherson am Nachmittag russische Geschosse ein Lagerhaus, töteten einen Mann und verletzten einen weiteren.

Zuvor habe die russische Armee in der gleichnamigen Stadt Cherson einen Bus beschossen, in dem sieben Passagiere verwundet worden seien. Prokudin zufolge kam in der Nacht zudem eine ältere Frau in der Stadt ums Leben, nachdem ihre Wohnung in einem mehrstöckigen Wohnhaus getroffen wurde.

15:41 Uhr | Großbritannien: Nur wenige Frauen für Russland an der Front

Für Russland sind nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums im Krieg gegen die Ukraine bisher kaum Frauen im Kampfeinsatz gewesen. "Frauen haben im aktuellen Konflikt bei den prorussischen Kräften selten an der Front gekämpft", teilten die Briten am Montag mit. Die Briten blickten in ihrem täglichen Update beim Kurznachrichtendienst X auf die dem russischen Verteidigungsministerium unterstehende Söldnereinheit Redut, die mit Anzeigen in sozialen Medien nun gezielt Frauen für Kampfeinsätze rekrutieren wolle.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe im März gesagt, dass etwa 1.100 Frauen in der Ukraine stationiert seien, was nur 0,3 Prozent der Streitkräfte entspreche, teilten die Briten mit. Der Anzeige von Redut zufolge würden sie derzeit vor allem für die medizinische Versorgung und die Verpflegung eingesetzt.

12:47 Uhr | Russland meldet Zerstörung von acht Marschflugkörpern

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums acht Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow zerstört. Die vom Westen gelieferten Geschosse seien von der Ukraine auf Ziele auf der Halbinsel Krim abgefeuert worden, hieß es weiter.

12:44 Uhr | Raketenangriff auf Odessa – zwei Verletzte

Bei einem russischen Raketenangriff auf Hafeninfrastruktur in der südukrainischen Region Odessa wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen verletzt. Ziel des Angriffs sei eine Werft für Schiffsreparaturen gewesen, erklärte Regionalgouverneur Oleh Kiper bei Telegram.

Zuvor hatte Russland in der Nacht nach ukrainischen Angaben mehrere andere Regionen mit Raketen und Drohnen attackiert. Dabei habe die Luftabwehr alle Angriffe abgefangen, teilte das ukrainische Militär mit. Es habe sich um zwölf russische Drohnen und zwei Raketen gehandelt.

11:44 Uhr | Ukraine meldet erfolgreichen Angriff auf die Krim

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angabe Teile der russischen Luftabwehr auf der von Moskau annektierten Krim-Halbinsel angegriffen. Die Armee teilte bei Telegram mit, bei dem nächtlichen Angriff sei ein "strategisch wichtiger Standort des russischen Luftabwehrsystems" an der Westküste der Krim getroffen worden. Die Ukraine sprach von einem "Erfolg", nannte zunächst aber keine weiteren Einzelheiten.

06:53 Uhr | Schoigu: Russland zu "Koexistenz" mit dem Westen bereit

Sergei Schoigu bei Treffen der OVKS Verdeidigungsminister in Moskau.
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Bildrechte: IMAGO/ITAR-TASS

Die russische Regierung ist nach den Worten von Verteidigungsminister Sergej Schoigu unter bestimmten Bedingungen zu Gesprächen über eine Beilegung des Ukraine-Krise und eine weitere "Koexistenz" mit dem Westen bereit. Die westlichen Staaten müssten aufhören, Russlands strategische Niederlage anzustreben, erklärte Schoigu auf einem Militärforum in China. Die Voraussetzungen für solche Gespräche seien daher noch nicht gegeben. "Es ist auch wichtig, gleichberechtigte Beziehungen zwischen allen Nuklearmächten und ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates zu gewährleisten, die eine besondere Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Friedens und der globalen Stabilität tragen."

06:34 Uhr | Luftwaffe: Drohnenangriff auf mehrere Teile der Ukraine

Russland hat die Ukraine erneut mit Kampfdrohnen angegriffen. In weiten Teilen der Zentralukraine herrschte am späten Sonntagabend zeitweise Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass die Drohnen in Wellen über die Gebiete Winnyzja, Kirowohrad, Tscherkassy und Chmelnyzkyj flogen. Explosionen wurden aus dem Gebiet Cherson, aber auch aus dem Umland der Hauptstadt Kiew gemeldet.

Angaben zu möglichen Treffern durch die Drohnen wie zu Abschüssen durch die ukrainische Flugabwehr gab es am Morgen zunächst nicht.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Montag, 30. Oktober 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Berichterstattung zum Ukraine-Krieg

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter vor Ort sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Alle anzeigen (193)

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 30. Oktober 2023 | 06:00 Uhr

Mehr Politik in Osteuropa

Mehr aus Osteuropa