Verdauung Fünf Tipps für einen gesünderen Darm

Was kann jeder von uns spontan für einen gesünderen, fitteren Darm tun? Prof. Langhorst, Gastroenterologe von der Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde, hat fünf Tipps. Die passen in jeden Alltag!

Junge Frau mit Menstruationsschmerzen
Pflanzenbasierte Vollwertkost entlastet den Darm, Bewegung kurbelt ihn an. Damit wird die Verdauung wieder entspannter. Bildrechte: Colourbox.de

Mehr Pflanzliches essen!

Wer sich darmgesund ernähren möchte, sollte auf eine pflanzenbasierte Vollwertkost setzen. Saisonal, regional und möglichst unverarbeitet. Das bedeutet nicht unbedingt ständig Rohkost – hin und wieder freut sich der Darm aber auch darüber.

Weniger Fleisch!

Fleisch sollte für uns etwas Besonderes sein, so, wie es früher der Sonntagsbraten war. Einmal in der Woche Fleisch von möglichst guter Qualität – das genügt. Außerdem – weniger Zucker und weniger Auszugsmehl. Softdrinks oder Smoothies sind Luxus, nichts für die tägliche Ernährung.

Richtig trinken!

Nehmen Sie viel Wasser zu sich und freunden Sie sich mit Kräutertees an. Anis, Fenchel, Kümmel oder Schafgarbe, hin und wieder auch mal einen Ingwertee – dafür ist der Darm dankbar.

Bewegen Sie sich!

Unser Darm sitzt zwischen den Muskelgruppen von Bauchdecke und Beckenboden. Wenn wir diese trainieren, bringen wir auch den Darm auf Trab und können Probleme wie Verstopfung vergessen.

Ruhepausen einlegen!

Gönnen Sie Ihrem Darm auch Auszeiten. Lernen Sie am besten ein Entspannungsverfahren, das in Ihren Alltag passt, und wenden Sie es täglich an. "Damit haben Sie Gewähr, dass der Darm Ihnen Freude macht", sagt Prof. Langhorst.

Kranker Darm – wann Naturheilkunde hilft

Wirksame Hausmittel gegen gelegentliche Verdauungsbeschwerden kennt jeder – geriebener Apfel gegen Durchfall, Tee mit Fenchel und Anis bei Blähungen. Doch die Naturheilkunde kann die moderne Medizin auch bei der Behandlung schwerer Darmleiden wie Colitis ulcerosa unterstützen.

Die Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde in Bamberg will Patienten und Patientinnen mit einem ganzheitlichen Therapieansatz helfen. Das Konzept: Die Verbindung moderner medizinischer Verfahren mit einer nachhaltigen Modifikation des Lebensstils und mit wissenschaftlich gesicherten Methoden aus der Naturheilkunde.

An der Klinik arbeiten Gastroenterologen, Ernährungswissenschaftler und Psychologen gemeinsam an individuellen Konzepten für jede Patientin, jeden Patienten. Gastroenterologe Prof. Jost Langhorst ist der Leiter der Klinik. Er sieht ein Defizit an Angeboten gerade für chronische Kranke. "Dem Patienten zu sagen – iss gesund, bewege dich, schlafe ausreichend, das genügt nicht. Wir brauchen da kluge Strukturen und Gesamtangebote."

Neben Medikamenten kommen naturheilkundliche Anwendungen wie Wickel, Auflagen und Einläufe zum Einsatz. Besonders wichtig ist auch das Stressmanagement. „Stress ist nicht der Auslöser für das Entzündungsgeschehen, aber er unterhält die Entzündung“, erklärt Prof. Langhorst.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 10. Februar 2022 | 21:00 Uhr

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