Luftaufnahme des Steinbruchs von Buchenwald vom 07.10.2019.
Blick auf die Grabungsstelle im ehemaligen Steinbruch. Nur wenige Meter links vom Bagger vermuten Experten einen weiteren Stollen. Bildrechte: MDR/Holger John

KZ-Gedenkstätte Buchenwald Grabungen im Steinbruch gehen weiter

Eigentlich sollte am Montag nach der Entdeckung von zwei Stollen im Steinbruch in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald Schluss sein. Doch jetzt wird weiter gegraben. Das hat die Gedenkstätte am Mittwoch entschieden. Experten vermuten aufgrund von alten Luftbildern direkt neben dem zuletzt freigelegten Eingang einen weiteren Stollen.

Luftaufnahme des Steinbruchs von Buchenwald vom 07.10.2019.
Blick auf die Grabungsstelle im ehemaligen Steinbruch. Nur wenige Meter links vom Bagger vermuten Experten einen weiteren Stollen. Bildrechte: MDR/Holger John

Bis nächste Woche sollten die Grabungen dauern, nach zwei bestimmten Stollen hatte man in der Wand des ehemaligen Steinbruchs gesucht. Bereits am Montag waren beide Eingänge freigelegt. Die Stollen waren in gutem Zustand, aber leer. Sie sahen aus, wie nicht zu Ende gebaut. Alle Projektpartner - das Landesamt für Archäologie, die Gedenkstätte Buchenwald, der MDR und die Bergbaufirma Mitteldeutsche Montan GmbH - trafen sich am Mittwoch, um das weitere Vorgehen zu beraten.

der am Montag freigelegte Stollen von innen
Der Stollen, der am Montag freigelegt wurde, war gut erhalten, aber leer. Bildrechte: MDR/Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Im Grunde gab es drei Möglichkeiten: Es wird nach weiteren Stollen gesucht, alle geöffneten Stollen werden wieder geschlossen oder die Gedenkstätte entwickelt ein Konzept, wie man die freigelegten Stollen zumindest teilweise den Besuchern präsentieren kann.

Sehr schnell und kurzfristig fiel dann die Entscheidung: es geht mit den Sucharbeiten weiter. Die Bergbau-Experten vermuten wenige Meter links des zuletzt geöffneten Eingangs einen weiteren Stollen. Und zwar aufgrund von alten Luftbildern, die sich bisher als sehr genau erwiesen haben und aufgund der Untersuchungen des Hanges. Die für die Grabungen nötige Technik ist noch vor Ort.

Ab Donnerstag wird sich also der Bagger wieder zentimeterweise in den Hang des ehemaligen Steinbruchs hineingraben. Der Baggerfahrer ist auf archäologische Arbeiten spezialisiert. Was die Experten erwartet, ist völlig offen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Oktober 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 16:30 Uhr

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