Tipps Aktuelle Ausstellungen in Sachsen-Anhalt

Viele Museen öffnen trotz Corona langsam wieder ihre Türen, aufgeschobene Sonderausstellungen können endlich besucht werden. Hier finden Sie eine Übersicht mit Tipps zu aktuellen Ausstellungen, zum Beispiel im Bauhaus Dessau, der Quedlinburger Lyonel-Feininger-Galerie, dem Gleimhaus Halberstadt oder im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

malte sartorius - stilleben mit zwei objekten
"Stillleben mit zwei Objekten", Druck von Malte Sartorius Bildrechte: kulturstiftung sachsen-anhalt

Quedlinburger Lyonel-Feininger-Galerie zeigt Druckkunst

laia marti puig - fluo
"Fluo" von Laia Marti Puig Bildrechte: kulturstiftung sachsen-anhalt

Die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr mit Druckgrafik auseinandergesetzt. In der Dauerausstellung ist zu sehen, dass der deutsch-amerikanische Künstler Drucktechniken verwendete. Denn im 20. Jahrhundert versuchten Kunstschaffende in engeren Kontakt mit ihrem Publikum zu gelangen und jedem die Möglichkeit zu geben, eines dieser Werke selbst zu besitzen.

Die Ausstellung "Strich Code" in Quedlinburg gibt einen Einblick in die Techniken der Druckgrafik: So wird ein Arbeitstisch gezeigt, der mit allen Arbeitsgeräten wie Schabeisen und Radiernadeln ausgestattet ist. Drumherum hängen Werke des Münchener Verein für Original-Radierung, die dort von 1999 bis 2019 entstanden sind und die zeigen, wie vielfältig die Druckgrafik sein kann.

Informationen zur Ausstellung "Strich Code. Verein für Original-Radierung München. Jahresgaben 1999–2019"

18. Juli bis 26. Oktober 2020

Lyonel-Feininger-Galerie
Museum für grafische Künste
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg


Kunstmuseum Moritzburg zeigt Karl Lagerfeld als Fotograf

Vor rund einem Jahr ist Karl Lagerfeld gestorben. Lagerfeld war nicht nur Designer, sondern auch Fotograf. Und in Halle gibt es die weltweit erste Retrospektive zu seinem fotografischen Werk zu sehen. Sie vereint rund 300 Arbeiten, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld eigens für die Präsentation im Kunstmuseum Moritzburg ausgewählt und produziert wurden. Zugleich bietet sie einen facettenreichen Einblick ins Schaffen des Designers: von der Modefotografie über Architektur- und Landschaftsbilder bis hin zum Selbstporträt.

Informationen zur Ausstellung "Karl Lagerfeld – Fotografie – Die Retrospektive"

8. März 2020 bis 6. Januar 2021

Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle


Aschersleben: "WUNDERvolle Zeiten"

Eine Schrankvitrine mit Ausstellungsstücken
Ein Blick in die Ausstellung Bildrechte: Kunstanstalt Aschersleben

Aschersleben ist stolz darauf als älteste Stadt in Sachsen-Anhalt zu gelten. In all den Jahrhundert ist viel in dieser kleinen Stadt passiert, vor allem in den vergangenen 30 Jahren: Vor genau zehn Jahren fand hier die Landesgartenschau statt und die Internationale Bauhausausstellung lockte zahlreiche Besucher. Das hat Spuren hinterlassen, die nun in der Ausstellung "WUNDERvolle Zeiten" in der Kulturanstalt gezeigt werden. In der Tradition der Wunderkammern stehen in Schränken außergewöhnliche Objekte, die an verschiedene Ereignisse erinnern und so auch viel über den Wandel der Stadt von Grau zu Bunt nachvollziehen lassen.

Informationen zur Ausstellung "WUNDERvolle Zeiten"

21. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

Aschersleber Kulturanstalt
Markt 21
06449 Ascherstleben

Eine Ausstellung zum Thema Kakao 4 min
Bildrechte: Kunstanstalt Aschersleben

Schloss Merseburg zeigt "Schönheiten des Meeres"

Ernst Heinrich Philipp August Haeckel
Ernst Haeckel Bildrechte: imago images / Design Pics

Mit der Ausstellung erinnert das Kulturhistorische Museum im Schloss an den bedeutenden Naturforscher, Evolutionsbiologen, Zeichner und Freidenker Ernst Haeckel, der bis zu seinem Abitur im Frühjahr 1852 in Merseburg lebte. Nach einem Einblick in Haeckels Merseburger Kindheit und Jugendzeit setzt die Präsentation ihren Schwerpunkt auf eine Auswahl von außergewöhnlich detailgetreu gezeichneten Bildtafeln aus seinen "Kunstformen der Natur". Zu sehen sind Pflanzen und Tiere, bevorzugt Meeresorganismen. Passend dazu werden den Tafeln großformatige, beeindruckende Bilder des Leipziger Unterwasserfotografen und Fotojournalisten Werner Fiedler gegenübergestellt.

Informationen zur Ausstellung Schönheiten des Meeres – Zeichnungen von Ernst Haeckel (1834-1919) und Fotografien von Werner Fiedler, Leipzig

14. März bis 23. August 2020

Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg
Domplatz 9
06217 Merseburg


Museum Wolmirstedt erinnert an jüdische Häftlinge

Die Ausstellung zum Gestrandeten Zug in Wolmirstedt
Die Ausstellung zum "Gestrandeten Zug" in Wolmirstedt Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Auf der Strecke von Stendal nach Magdeburg strandete im April 1945 ein Gefangenen-Transport aus dem KZ Bergen-Belsen. 2.500 Menschen waren an Bord, in schrecklicher Verfassung, viele von ihnen starben auf der Fahrt. Amerikanische Soldaten befreiten die Gefangenen. Bauern aus Farsleben nahmen die Menschen auf, bevor sie zur Unterbringung in die Kasernen nach Hillersleben kamen.

Zur Erinnerung treffen sich die Überlebenden in den USA und in Israel bis heute. Ein Gymnasium in Wolmirstedt gründete den Verein "Gestrandeter Zug" und recherchierte genau - nun erinnert die Ausstellung an den "Gestrandeten Zug".

Informationen zur Ausstellung "13. April 1945 - Der gestrandeter Zug von Farsleben"

Zu sehen bis 31.12.2020

Museum Wolmirstedt
Schloßdomäne 4
39326 Wolmirstedt


Bauhaus Dessau: Schau über Architekt Richard Paulick

Richard Paulick (1903-1979) war neben Georg Muche (1895-1987) der Architekt des Stahlhauses in der Siedlung Dessau-Törten. Als einer der wichtigsten Architekten und Stadtplaner der DDR arbeitete er etwa an der Stalinallee in Berlin, der späteren Karl-Marx-Allee. Und er bestimmte auch maßgeblich die Stadtentwicklungspläne von Dessau mit. Die Ausstellung zeichnet seinen Lebensweg nach.

Informationen zur Ausstellung "Bauhaus Shanghai Stalinallee Ha-Neu"
Über den Architekten Richard Paulick

25. Juni bis 23. August 2020

Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau


Max Klinger-Haus Großjena: "Das Grab im Weinberg"

Max Klinger Haus in Großjena, Thüringen
Max Klinger Bildrechte: Jan Doerre/MDR

Eigentlich verbindet die Kunstwelt den Grafiker, Maler und Bildhauer Max Klinger mit seiner Geburts- und Heimatstadt Leipzig. Gestorben ist er am 4. Juli 1920 jedoch auf seinem Weinberg in Großjena. Dort wirkte er bis zuletzt und dort wurde er auch auf eigenen Willen beigesetzt. Der 100. Todestag von Klinger am 4. Juli 2020 gibt Anlass, die Umstände seiner Beerdigung sowie die Entstehung und Bedeutung der Grabanlage näher zu beleuchten. Die Ausstellung im Max-Klinger-Haus Naumburg-Großjena zeichnet anhand von grafischen und plastischen Arbeiten, historischen Fotografien, Archivmaterial sowie anhand eines Filmdokuments den Tod und die Beisetzung Klingers sowie die Entstehung der Grabstätte und ihrer Kunstwerke nach.

Informationen zur Ausstellung "Das Grab im Weinberg - Max Klinger (1857–1920)"

bis 1. November 2020

Museum Max-Klinger-Haus
Blütengrund 3
06618 Naumburg-Großjena


Augusteum Wittenberg: "Der Mönch war's"

Augusteum Wittenberg
Augusteum Wittenberg Bildrechte: IMAGO

"Der Mönch war’s!", unter diesem Titel lädt die Stiftung Luthergedenkstätten auf eine interaktive Zeitreise in das Wittenberg des 31. Oktober 1517 ein. Begleitet durch Luthers Hund Tölpel und mit Hilfe mehrerer interaktiver Stationen wird gezeigt, wie die Menschen vor 500 Jahren lebten und woran sie glaubten. Die kleinen Besucher können Thesen stempeln, sich als Kurfürst verkleiden, mit
Münzen Handel auf dem Markt treiben oder auf Postbotenpferden reiten.

Informationen zur Ausstellung Mitmachausstellung "Der Mönch war's"

Augusteum Wittenberg
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg


Schloss Zerbst: "Auf den Spuren Katharinas"

Die deutsch-russische Sonderausstellung, die im vergangenen Jahr sehr viele Besucher anzog, geht nun in die zweite Runde. Präsentiert werden die Räume, in denen die junge Zerbster Prinzessin Sophie Auguste Friederike bis zu ihrer Abreise nach Russland im Jahr 1744 wohnte – und schließlich Katharina die Große und Kaiserin von Russland wurde. Auch die Zimmer der Prinzessin im zweiten Obergeschoss sollen in den nächsten Jahren wiederhergestellt werden. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen künstlerisch-architektonischen Park- und Palastmuseum "Zarskoje Selo", das den Weltkulturerbestatus trägt, und dem Zerbster Schlossverein.

Informationen zur Ausstellung "Auf den Spuren Katharinas"

bis 24. September 2020

Schloss Zerbst
Katharinenweg
39261 Zerbst/Anhalt


Naumburger Dom: "Uta trifft Nina"

Mittelalter trifft Moderne in Porträtform: In einer Ausstellung in der Marienkirche am Naumburger Dom stellt Fotograf Jürgen Sieker die Naumburger Stifterfiguren prominenten Persönlichkeiten unserer Zeit gegenüber. Der Dialog soll die Menschlichkeit in der Kunst offenbaren und die Kunst im menschlichen Gesicht. Zu sehen sind in "Uta und Nina" unter anderem Porträts von Bud Spencer, Michail Gorbatschow und Naomi Campbell.

Informationen zur Ausstellung "Uta trifft Nina"

7. Juni bis 31. Oktober 2020

Naumburger Dom
Domplatz 16
06618 Naumburg


Winckelmann-Museum Stendal: "Vor Anker gehen ..."

Das Winckelmann-Museum in Stendal vor der Neueröffnung
Das Winckelmann-Museum in Stendal Bildrechte: Winckelmann-Museum Stendal

Zu sehen sind Grafiken und Fotografien aus der Sammlung des israelischen Marineoffiziers Yossi Gilben. Von seinen Fahrten, vor allem nach Europa, hat er Darstellungen der Mittelmeerhäfen Israels mitgebracht, Arbeiten aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, die sich z. B. den acht wichtigen Häfen in Israel – Akko, Haifa, Atlit, Caesarea, Jaffa, Aschdod, Aschkelon und Gaza – widmen. Diese Orte sind mit Legenden und Mythen verbunden und haben ihren Platz in der Pilger- und Reiseliteratur gefunden. Ergänzt wird die Schau mit Fotografien aus der Sammlung Dan Kyram, Leihgaben des Bible Lands Museum Jerusalem und Arbeiten der israelischen Künstlerin Sabine Kahane. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Bible Lands Museum Jerusalem.

Informationen zur Ausstellung "Vor Anker gehen – Häfen im Land der Verheißung"

23. Mai bis 30. August 2020

Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36 - 38
39576 Hansestadt Stendal


Grafikstiftung Aschersleben zeigt Werke von Neo Rauch

Neo Rauch Die Küche, 1995 Öl auf Papier auf Leinwand 266 x 136 cm Privatsammlung Berlin
Neo Rauch: Die Küche, 1995 Bildrechte: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, David Zwirner

Die Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben stellt in einer Schau frühe Werke des Malers aus. "Neo Rauch. Das Fortwährende" zeigt Papierarbeiten des Künstlers – 80 Werke aus den Jahren 1989 bis 1995. Bisher sind nur selten Werke des Künstlers vor dem Entstehungsjahr 1993 öffentlich zu sehen gewesen. Ursprünglich sollten sie im Leipziger Museum der bildenden Künste (MdbK) ausgestellt werden, doch die geplante große Werkschau zu seinem 60. Geburtstag hatte Rauch selbst abgesagt: Er verfüge noch nicht über die "gebotene Altersmilde und Gelassenheit", um auf der großen Bühne des Bildermuseums sein Frühwerk zu zeigen, sagte der Künstler, denn der Blick auf seine frühen Arbeiten vergleicht Rauch mit der Rückkehr in das eigene Kinderzimmer.

Informationen zur Ausstellung "Neo Rauch. Das Fortwährende"

bis 2. Mai 2021

Grafikstiftung Neo Rauch
Wilhelmstraße 21
06449 Aschersleben

Hinweis Bitte beachten Sie die aufgrund der Corona-Pandemie geltenden aktuellen Hygienevorschriften vor Ort!

Museums- und Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. Juli 2020 | 11:06 Uhr