Tipps Aktuelle Ausstellungen in Sachsen-Anhalt

Viele Museen öffnen trotz Corona langsam wieder ihre Türen, aufgeschobene Sonderausstellungen können endlich besucht werden. Hier finden Sie eine Übersicht mit Tipps zu aktuellen Ausstellungen, zum Beispiel Neo Rauch in Aschersleben, die Quedlinburger Lyonel-Feininger-Galerie, das Gleimhaus Halberstadt oder Lagerfeld im Kunstmuseum Moritzburg Halle.

Eine Frau mit Mundschutz steht in der Ausstellung „Raus mit der Sprache“ in Luthers Sterbehaus
Blick in die Ausstellung "Raus mit der Sprache" Bildrechte: dpa

Oper Halle zeigt Kupferstiche von Wolfgang Böttcher

Ausstellung Wolfgang Böttcher
Der Einfluss von Böttchers Sehnsuchtslands ist klar in seinen Kupferstichen zu erkennen. Bildrechte: Jürgen Domes

Der Kupferstich, eine anspruchsvolle handwerkliche Tradition, ist heutzutage nur noch eine Seltenheit. Besonders in Leipzig und Umgebung lassen sich aber immer wieder Künstler und Künstlerinnen finden, die die Technik praktizieren, was fast immer mit ihrer Ausbildung in der "Werkstatt für Radierung und Kupferstich", (wie sie zeitweise in der DDR hieß) an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst zu tun hat. Zu ihnen gehört auch der Künstler Wolfgang Böttcher, Jahrgang 1948, der die Kunst des Kupferstechens bereits seit 50 Jahren praktiziert. So heißt jetzt auch in der Oper Halle seine neue Ausstellung "50 Jahre Freund und Kupferstecher", die vom Halleschen Kunstverein e.V. präsentiert wird. Inspiration findet der 1948 geborene Künstler in seinen jährlichen Reisen nach Italien, die er gemeinsam mit seiner Frau Brigida Böttcher unternimmt. Gut 30 Italienreisen haben sie seit ‘89 absolviert  – und diese immer in Kunst übersetzt.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "50 Jahre Freund und Kupferstecher" läuft zunächst bis zum 04. November 2020. Danach öffnet sie erneut vom 08. Dezember 2020 bis zum 31. Januar 2021.

Oper Halle
Kunstvereinsgalerie
Universitätsring 24
06108 Halle


Lutherhaus Eisleben machen Sprache zum Erlebnis

Sprache ist vielfältig und mächtig: Ein Wort kann bei einem Menschen pure Freude und ein gesenkter Blick bei einem anderen totale Verzweiflung hervorrufen. Um dieses Macht geht es in der Ausstellung "Raus mit der Sprache" in Luthers Sterbehaus in Eisleben. Statt verschiedener Exponate und Erklärtafeln wird aber auf Interaktion gesetzt. Die Sonderschau richtet sich mit ihrem Angebot vor allem an Kinder, Jugendliche und Familien.

In verschiedenen Bereichen zu Themen wie Regionalität oder Körpersprache können die Besucherinnen und Besucher verschiedene Aufgaben lösen. Beispielsweise gibt es ein Quiz zu Abkürzungen, ein Ratespiel zu Gesichtsausdrücken oder eine Installation, die Komplimente macht. Die Besucher sollen so dazu angeregt werden, Sprache zu erkunden und ihre Wirkungen nachzuvollziehen. Die Ausstellung weist bereits auf das 500-jährige Jubiläum der Luther-Übersetzung voraus, die der Reformator in Eisleben anfertigte und 1522 zum ersten Mal veröffentlichte.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Raus mit der Sprache" in Luthers Sterbehaus läuft bis zum 31. Oktober 2022.

Andreaskirchplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Öffnungszeiten:
Di bis So, 10-17 Uhr
Montag ist Ruhetag.


Franckesche Stfitungen in Halle zeigen Faszination der Geologie

Exponat der Ausstellung "Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie"
Faszination Steine: Die Jahresausstellung in den Franckeschen Stiftungen Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Steine gelten als rätselhafte Relikte vergangener Zeiten, blinken in Schmuck, dienen als Rohstoff, gelten als Glücksbringer und Heiler. Im Themenjahr der Franckeschen Stiftungen unter dem Titel "Berge versetzen" gibt es eine thematisch passende Ausstellung namens "Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie". Sie ermöglicht einen Rundgang von der Vorgeschichte der Geologie über die Entstehung der modernen Geowissenschaften im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Ein Teil der Ausstellung sei dem Hobbygeologen Christian Keferstein aus Halle gewidmet. Er habe im 19. Jahrhundert intensiv geforscht, zum Beispiel die erste geologische Karte von Deutschland veröffentlicht. Kefersteins Archiv, seine Bibliothek, die Kartensammlung und auch seine Gesteinssammlung werden gezeigt. Zudem iwird das statische Thema Stein hier sinnlich inszeniert, etwa mit den Klängen von Kristallen oder dem Geruch eines Vukkanausbruchs.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Im Steinbruch der Zeit. Erdgeschichten und die Anfänge der Geologie" läuft bis zum 21. März 2021.

Franckeplatz 1
Haus 1 - Historisches Waisenhaus
06110 Halle


Quedlinburger Lyonel-Feininger-Galerie zeigt Druckkunst

laia marti puig - fluo
"Fluo" von Laia Marti Puig Bildrechte: kulturstiftung sachsen-anhalt

Die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr mit Druckgrafik auseinandergesetzt. In der Dauerausstellung ist zu sehen, dass der deutsch-amerikanische Künstler Drucktechniken verwendete. Denn im 20. Jahrhundert versuchten Kunstschaffende in engeren Kontakt mit ihrem Publikum zu gelangen und jedem die Möglichkeit zu geben, eines dieser Werke selbst zu besitzen.

Die Ausstellung "Strich Code" in Quedlinburg gibt einen Einblick in die Techniken der Druckgrafik: So wird ein Arbeitstisch gezeigt, der mit allen Arbeitsgeräten wie Schabeisen und Radiernadeln ausgestattet ist. Drumherum hängen Werke des Münchener Verein für Original-Radierung, die dort von 1999 bis 2019 entstanden sind und die zeigen, wie vielfältig die Druckgrafik sein kann.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Strich Code. Verein für Original-Radierung München. Jahresgaben 1999–2019" läuft bis zum 26. Oktober 2020.

Lyonel-Feininger-Galerie
Museum für grafische Künste
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg


Kunstmuseum Moritzburg zeigt Karl Lagerfeld als Fotograf

Vor rund einem Jahr ist Karl Lagerfeld gestorben. Lagerfeld war nicht nur Designer, sondern auch Fotograf. Und in Halle gibt es die weltweit erste Retrospektive zu seinem fotografischen Werk zu sehen. Sie vereint rund 300 Arbeiten, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld eigens für die Präsentation im Kunstmuseum Moritzburg ausgewählt und produziert wurden. Zugleich bietet sie einen facettenreichen Einblick ins Schaffen des Designers: von der Modefotografie über Architektur- und Landschaftsbilder bis hin zum Selbstporträt.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Karl Lagerfeld – Fotografie – Die Retrospektive" läuft bis zum 6. Januar 2021.

Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle


Aschersleben: "WUNDERvolle Zeiten"

Eine Schrankvitrine mit Ausstellungsstücken
Ein Blick in die Ausstellung Bildrechte: Kunstanstalt Aschersleben

Aschersleben ist stolz darauf als älteste Stadt in Sachsen-Anhalt zu gelten. In all den Jahrhundert ist viel in dieser kleinen Stadt passiert, vor allem in den vergangenen 30 Jahren: Vor genau zehn Jahren fand hier die Landesgartenschau statt und die Internationale Bauhausausstellung lockte zahlreiche Besucher. Das hat Spuren hinterlassen, die nun in der Ausstellung "WUNDERvolle Zeiten" in der Kulturanstalt gezeigt werden. In der Tradition der Wunderkammern stehen in Schränken außergewöhnliche Objekte, die an verschiedene Ereignisse erinnern und so auch viel über den Wandel der Stadt von Grau zu Bunt nachvollziehen lassen.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "WUNDERvolle Zeiten" läuft bis zum 10. Januar 2021.

Aschersleber Kulturanstalt
Markt 21
06449 Ascherstleben


Museum Wolmirstedt erinnert an jüdische Häftlinge

Die Ausstellung zum Gestrandeten Zug in Wolmirstedt
Die Ausstellung zum "Gestrandeten Zug" in Wolmirstedt Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Auf der Strecke von Stendal nach Magdeburg strandete im April 1945 ein Gefangenen-Transport aus dem KZ Bergen-Belsen. 2.500 Menschen waren an Bord, in schrecklicher Verfassung, viele von ihnen starben auf der Fahrt. Amerikanische Soldaten befreiten die Gefangenen. Bauern aus Farsleben nahmen die Menschen auf, bevor sie zur Unterbringung in die Kasernen nach Hillersleben kamen.

Zur Erinnerung treffen sich die Überlebenden in den USA und in Israel bis heute. Ein Gymnasium in Wolmirstedt gründete den Verein "Gestrandeter Zug" und recherchierte genau - nun erinnert die Ausstellung an den "Gestrandeten Zug".

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "13. April 1945 - Der gestrandeter Zug von Farsleben" läuft bis zum 31. Dezember 2020.

Museum Wolmirstedt
Schloßdomäne 4
39326 Wolmirstedt


Max Klinger-Haus Großjena: "Das Grab im Weinberg"

Max Klinger Haus in Großjena, Thüringen
Max Klinger Bildrechte: Jan Doerre/MDR

Eigentlich verbindet die Kunstwelt den Grafiker, Maler und Bildhauer Max Klinger mit seiner Geburts- und Heimatstadt Leipzig. Gestorben ist er am 4. Juli 1920 jedoch auf seinem Weinberg in Großjena. Dort wirkte er bis zuletzt und dort wurde er auch auf eigenen Willen beigesetzt. Der 100. Todestag von Klinger am 4. Juli 2020 gibt Anlass, die Umstände seiner Beerdigung sowie die Entstehung und Bedeutung der Grabanlage näher zu beleuchten. Die Ausstellung im Max-Klinger-Haus Naumburg-Großjena zeichnet anhand von grafischen und plastischen Arbeiten, historischen Fotografien, Archivmaterial sowie anhand eines Filmdokuments den Tod und die Beisetzung Klingers sowie die Entstehung der Grabstätte und ihrer Kunstwerke nach.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Das Grab im Weinberg - Max Klinger (1857–1920)" läuft bis zum 1. November 2020.

Museum Max-Klinger-Haus
Blütengrund 3
06618 Naumburg-Großjena


Augusteum Wittenberg: "Der Mönch war's"

Augusteum Wittenberg
Augusteum Wittenberg Bildrechte: IMAGO

"Der Mönch war’s!", unter diesem Titel lädt die Stiftung Luthergedenkstätten auf eine interaktive Zeitreise in das Wittenberg des 31. Oktober 1517 ein. Begleitet durch Luthers Hund Tölpel und mit Hilfe mehrerer interaktiver Stationen wird gezeigt, wie die Menschen vor 500 Jahren lebten und woran sie glaubten. Die kleinen Besucher können Thesen stempeln, sich als Kurfürst verkleiden, mit
Münzen Handel auf dem Markt treiben oder auf Postbotenpferden reiten.

Informationen zur Ausstellung Mitmachausstellung "Der Mönch war's"

Augusteum Wittenberg
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg


Naumburger Dom: "Uta trifft Nina"

Mittelalter trifft Moderne in Porträtform: In einer Ausstellung in der Marienkirche am Naumburger Dom stellt Fotograf Jürgen Sieker die Naumburger Stifterfiguren prominenten Persönlichkeiten unserer Zeit gegenüber. Der Dialog soll die Menschlichkeit in der Kunst offenbaren und die Kunst im menschlichen Gesicht. Zu sehen sind in "Uta und Nina" unter anderem Porträts von Bud Spencer, Michail Gorbatschow und Naomi Campbell.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Uta trifft Nina" läuft bis zum 31. Oktober 2020.

Naumburger Dom
Domplatz 16
06618 Naumburg


Grafikstiftung Aschersleben zeigt Werke von Neo Rauch

Neo Rauch Die Küche, 1995 Öl auf Papier auf Leinwand 266 x 136 cm Privatsammlung Berlin
Neo Rauch: Die Küche, 1995 Bildrechte: Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, David Zwirner

Die Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben stellt in einer Schau frühe Werke des Malers aus. "Neo Rauch. Das Fortwährende" zeigt Papierarbeiten des Künstlers – 80 Werke aus den Jahren 1989 bis 1995. Bisher sind nur selten Werke des Künstlers vor dem Entstehungsjahr 1993 öffentlich zu sehen gewesen. Ursprünglich sollten sie im Leipziger Museum der bildenden Künste (MdbK) ausgestellt werden, doch die geplante große Werkschau zu seinem 60. Geburtstag hatte Rauch selbst abgesagt: Er verfüge noch nicht über die "gebotene Altersmilde und Gelassenheit", um auf der großen Bühne des Bildermuseums sein Frühwerk zu zeigen, sagte der Künstler, denn der Blick auf seine frühen Arbeiten vergleicht Rauch mit der Rückkehr in das eigene Kinderzimmer.

Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung "Neo Rauch. Das Fortwährende" läuft bis zum 2. Mai 2021.

Grafikstiftung Neo Rauch
Wilhelmstraße 21
06449 Aschersleben

Hinweis Bitte beachten Sie die aufgrund der Corona-Pandemie geltenden aktuellen Hygienevorschriften vor Ort!

Museums- und Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. Juli 2020 | 11:06 Uhr