Filmstart "Cronofobia" – die Angst vor dem Vergehen der Zeit

Zwei Menschen begegnen sich, beide tragen Ängste mit sich herum. Gemeinsam scheint ihnen die Angst vor dem Vergehen der Zeit, die Befürchtung, das eigene Leben zu verpassen. Der Schweizer Francesco Rizzi legt hier ein spannendes Regiedebüt vor. Die beiden Hauptpersonen sind mit Sabine Timoteo und Vinicio Marchioni hervorragend besetzt.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Szenen aus dem Film ''Cronofobia''.
Bildrechte: Filmperlen

"Cronofobia" ist die Angst vor dem Vergehen der Zeit, eine durchaus verständliche Furcht, das Leben zu verpassen. Das sehenswerte Debüt des Schweizer Regisseurs Francesco Rizzi erzählt von der Begegnung zweier Menschen, die vielleicht von dieser Angst heimgesucht werden, ohne dass dies jemals direkt ausgesprochen wird.

Suter hat einen merkwürdigen Beruf: Als "Mystery Shopper" testet er in Läden und Hotels das Verhalten der Angestellten, wofür er sich ständig verwandeln muss. Nachts beobachtet er Anna, eine geheimnisvolle, traumatisierte Frau. Die beiden einsamen Menschen umkreisen sich, eine Beziehung von unheimlicher Intimität entsteht, ein Spiel mit den Identitäten, den Grenzen der Persönlichkeit.

Auch Dank der beiden hervorragenden Hauptdarsteller Sabine Timoteo und Vinicio Marchioni hat diese irritierende, nächtlich-rätselhafte, nie ganz zu entschlüsselnde Geschichte etwas schillernd Faszinierendes. In den nur 90 Minuten Filmlänge verpassen Sie nicht viel vom Leben und lernen zugleich ein interessantes Regietalent kennen.

Genre: Drama
Regie: Francesco Rizzi
Besetzung: Vinicio Marchioni, Sabine Timoteo, Leonardo Nigro
Im deutschen Kino ab: 20.02.2020
Produktionsland: Schweiz
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. Februar 2020 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 04:00 Uhr

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