"Earth To Dora" veröffentlicht Auf ihrem neuen Album besingen die Eels ein Ende der Pandemie

Das neue Album der Eels "Earth To Dora" ist ein ruhiges Album, inspiriert von den 60er- und 70er-Jahren. Und auch wenn Frontmann Mark Oliver Everett inzwischen Optimist ist, stecken im Album die für die Eels typischen, wunderschönen, melancholischen Melodien, findet unser Musikkritiker.

Eels - Mann mit verschränkten Armen und cooler Sonnenbrille
Mark Oliver Everett, Frontmann der Eels Bildrechte: Gus Black

"Are We Alright Again", die neue Single aus dem neuen Album der Eels "Earth To Dora" ist das einzige Lied dass sich mit der aktuellen Pandemie beschäftigt. Das Album war eigentlich schon fertig, aber Frontmann Mark Oliver Everett brauchte noch einen Song zum Entspannen und Rumspinnen wie er sagt, einen dringend benötigten Quarantäne-Tagtraum: "Ich hab mir vorgestellt, wie es wäre, wenn wir alle nicht in dieser Situation feststecken würden." Bei "Are We Alright Again" sei die Euphorie und die Fantasie mit ihm durchgegangen, räumt E. ein: "Ich sah mich mit einer Blaskapelle durch die Straßen ziehen und wie ich mich gemeinsam mit den Vögeln berauschte, aber meine Hoffnung besteht darin dass dieser momentan in der Ferne liegende Traum frei zu leben und zu musizieren schon bald wieder Realität wird."

Der Pessimist wird zum Optimisten

Sein Leben lang war der U.S.-amerikanische Musiker aus Virginia ein notorischer Pessimist. Gründe dafür hatte er genug, das Schicksal hat es selten gut gemeint mit E. Beide Eltern verstarben früh, seine Schwester nahm sich das Leben. Er selbst war als Teenager davon überzeugt, dass er vor seinem 18. Lebensjahr sterben würde. Dass er mit jetzt 57 Jahren nicht nur am Leben, sondern ein überaus erfolgreicher Musiker ist, empfindet E. als ein Wunder. In der aktuellen Krise ziehe er Kraft aus seinem bisherigen Leben, dem er dankbar sei. Und so ist ausgerechnet E. derzeit einer der wenigen Optimisten der Musikszene.

Mein ganzes Leben ist fantastisch für mich, weil ich so niedrige Erwartungen hatte als ich jung war. Das macht mich optimistisch, wenn die Zeiten hart sind, wie jetzt.

Mark Oliver Everett von den Eels

Eels - Ein Mann mit Sonnenbrille posiert in einer Nebengasse
Mark Oliver Everett, Frontmann der Eels Bildrechte: Gus Black

Songs aus dem eigenen Leben

"Dark And Dramatic" beschreibt seine Faszination für Frauen mit einem Hang zur Dramatik. Es ist einer von mehreren Songs, der sich explizit mit der Liebe in seinem Leben beschäftigt, mit Hoffnungen und noch mehr mit Enttäuschungen. Von der Mutter seines dreijährigen Sohns Archie ist E. schon wieder getrennt, zweifelsohne, so E., habe er etwas über die Liebe in meinem Leben gelernt, aber er übersehe immer noch die warnenden Hinweise, die roten Fahnen: "Mit diesem Song erinnere ich mich selbst an meine Geschichte in der Hoffnung es zukünftig anders zu machen."

Für große Freude im Leben von E. sorgt natürlich derzeit sein Sohn, ein weiteres Wunder, so E., mit 54 noch Vater zu werden: "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass der Junge Daddy zu mir sagt." Der Eröffnungssong des neuen Eels-Albums "Earth To Dora" handelt dann wiederum nochmal von enttäuschten Hoffnungen. Aber, so E., obwohl es im Leben nicht hingehauen habe, sei "Anything For Boo" dennoch sein Lieblingssong vom neuen Album.

Das ist der neue Mark Oliver Everett – ein frohgestimmter Optimist, der jeder Situation etwas Positives abgewinnen will, und dass trotz  all der wunderschönen musikalischen Melancholie, die immer Bestandteil der Eels sein wird. 

Eels, Earth To Dora, album, cover
Das Albumcover von "Earth To Dora" Bildrechte: E Works Records

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. November 2020 | 07:40 Uhr