Filmstart "Exil" – einer der besten deutschen Filme des Jahres

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

Familienvater Xhafer stammt aus dem Kosovo und fühlt sich in Deutschland ständig angegriffen – erst recht, als eines Tages eine tote Ratte am Haus hängt. Ein kluger und ungewöhnlicher Thriller von Regisseur Visar Morina ("Babai") mit Mišel Matičević, Sandra Hüller und Rainer Bock.

Mann
Eine Szene aus dem Film "Exil" Bildrechte: Alamode Film

Die schrecklichen Zeichen sind eindeutig da, aber werden sie richtig verstanden? Der Kinderwagen steht in Flammen, am Haus des Familienvaters Xhafer (hervorragend in seiner zunehmenden Verzweiflung: Mišel Matičević) hängt eine tote Ratte. Der Mitarbeiter eines Pharmazie-Unternehmens vermutet, dass ihn die Kollegen fertig machen wollen, weil er aus dem Kosovo stammt – ein ungeliebter Exilant, dessen Namen niemand richtig ausspricht.

Ein Film, den man sofort noch einmal sehen möchte

Regisseur Visar Morina ("Babai"), der selbst im Kosovo geboren wurde, zeichnet in seinem zweiten, bezwingend-intensiven Film das Bild eines nicht unbedingt sympathischen, fremdgehenden, zugleich eifersüchtigen Mannes, der sich ständig angegriffen fühlt. Ob das berechtigt oder Paranoia ist, erscheint fast nebensächlich: Auf jeden Fall ist es Ausdruck einer  andauernden Fremdheit, eines Gefühls des Ausgeschlossenseins.

"Exil" ist einer der besten deutschen Filme des Jahres, ein kluger, strenger, ungewöhnlicher Thriller, der noch lange nachhallt und den man sofort noch einmal sehen möchte, weil man ahnt, dass beim zweiten Mal alles auch ganz anders sein könnte.

Genre: Drama
Regie: Visar Morina
Besetzung: Misel Maticevic, Sandra Hüller, Rainer Bock
Im deutschen Kino ab: 20.08.2020
Produktionsland: Deutschland/Belgien/Kosovo
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. August 2020 | 08:10 Uhr

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