Ausflugstipps Sehenswerte Schlösser und Burgen in Thüringen

Auf der Leuchtenburg die Welt des Porzellans entdecken, auf Schloss Elisabethenburg in Meiningen den Theaterherzog treffen oder durch das Sommerpalais Greiz und den wunderbaren Park streifen. Diese Burgen und Schlösser in Thüringen sind einen Ausflug wert. Hier ein Überblick über die schönsten Ziele im Freistaat.

Der Sonnenuntergang färbt den Himmel über der Leuchtenburg in bunte Farben
Sonnenuntergang über der Leuchtenburg Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg

Eisenach: Wartburg

Die Wartburg ist wohl die bedeutendste Burg Deutschlands, denn ihre Geschichte ist untrennbar mit der des Landes verbunden: der gebannte und geächtete Reformator Martin Luther fand hier die Ruhe, um das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen, und Johann Wolfgang von Goethe wollte in den Gemäuern ein Kunstmuseum einrichten. Die Wartburg ist bis heute die einzige deutsche Burg, die ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

MDR-Musiksommer auf der Wartburg
Die Wartburg ist nicht mit dem Auto erreichbar. Bildrechte: MDR/Stefan Hoyer

Wer die Wartburg besichtigen will, muss erst einmal das etwa 400 Meter hohe, über Eisenach gelegene Felsplateau erklimmen. Dann erwartet den Besucher ein architektonischer Mix, da die Wartburg über Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert wurde. Die Lutherstube ist im Originalzustand erhalten und daher fester Bestandteil vieler Besucherrundgänge. Auch das Museum lohnt einen Abstecher, so ist dort der sogenannte Dürerschrank, ein wahres Meisterwerk spätgotischer Möbelkunst aus dem Jahr 1515, zu sehen.

Ein besonderes Erlebnis für Kinder ist in den Sommermonaten der traditionelle Eselsritt zur Wartburg. Und vor Weihnachten entfaltet der historische Mittelaltermarkt im Burghof seinen besonderen Zauber. Auch Konzerte finden regelmäßig auf der Wartburg statt, u.a. die des MDR MUSIKSOMMERS.

Das Angebot zur kulinarischen Stärkung ist vielfältig und reicht von Thüringer Bratwürsten über Kaffee und Kuchen bis zum Restaurantbesuch.

Weitere Informationen Wartburg
Auf der Wartburg 1
99817 Eisenach

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: 8:30 - 20 Uhr
November bis März: 9 - 17 Uhr

Eintrittspreise:
• Burgrundgang mit Palas, Museum und Lutherstube
• Erwachsener/Senioren: 12 Euro
• Schwerbehinderte: 8 Euro
• Studenten und Auszubildende (bis 27 Jahre): 8,00 Euro
• Kinder ab 6 Jahren und Schüler: 5 Euro
• Kinder bis 6 Jahren haben freien Eintritt

Hinkommen:
Die Wartburg ist von Eisenach aus mit der Buslinie 3 ("Luthershuttle") erreichbar. Vom Autoparkplatz führt ein 500 Meter langer Fußweg hinauf und es gibt einen Bus-Pendelverkehr zur Burg. Die besonders bei Kindern beliebten traditionellen Eselaufritte sind derzeit nicht verfügbar.

Ein Gemälde zeigt den Reformator Martin Luther an einem Tisch sitzend und ein Buch lesend. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gotha: Schloss Friedenstein

Gotha ist zwar keine große Stadt, kann aber ein umso imposanteres Schloss vorweisen: Schloss Friedenstein gilt als der größte Schlossbau Deutschlands aus dem 17. Jahrhundert. Die weitläufige Anlage beherbergt heute verschiedene Museen und Kunstsammlungen, weswegen sie gerne auch als "barockes Universum" bezeichnet wird. Weltweit einzigartig ist, dass sich neben dem Schlossbau mit seinen Innenräumen und dem Schlosspark mit Orangerie auch alle Sammlungen seit mehr als 350 Jahren an diesem Ort erhalten haben.

Schloss Friedenstein wurde während des Dreißigjährigen Krieges durch Ernst den Frommen erbaut. Im Norden, mit Blickrichtung zur Stadt, liegt der viergeschossige Hauptflügel mit den herzoglichen Appartements und der Schlosskirche, an den sich zwei dreigeschossige Seitenflügel anschließen. Diese münden im Süden in zwei vierstöckige Pavillonbauten. Weil es von Beginn an außergewöhnlich groß gebaut wurde, bedurfte das Schloss in den nachfolgenden Jahrhunderten keiner baulichen Erweiterung.

Reist man aus Richtung des Thüringer Waldes an, so lohnt es, mit der historischen Thüringerwaldbahn nach Gotha zu fahren: eine Haltestelle befindet sich unweit des Schlosses. Aber Achtung – voraussichtlich bis 2032 finden im Westflügel des Schlosses Sanierungsarbeiten statt. Teile der Dauerausstellung sind deswegen geschlossen.

Da sich das Schloss inmitten der Stadt Gotha befindet, gibt es ein sehr vielfältiges kulinarisches Angebot. Auch am Schloss selbst kann man sich stärken.

Der Festsaal im Schloss Friedenstein.
Barocke Pracht: der Festsaal im Schloss Friedenstein. Bildrechte: dpa

Weitere Informationen Schloss Friedenstein
Schlossplatz 1
99867 Gotha

Öffnungszeiten Museen im Schloss Friedenstein:
April - Oktober: täglich außer Montags 10 Uhr - 17 Uhr
November - März: täglich außer Montags 10 Uhr - 16 Uhr

Eintrittspreise:
• Friedenstein-Karte: 10 Euro (inkl. Museen, Ekhof-Theater, Herzogliches Museum, Sonderausstellungen)
• Schüler ab 17 Jahren, Studenten bis 27 Jahre, Bundesfreiwilligendienst: 4 Euro
• Schwerbeschädigte (ab 50 %): 4 Euro
• Kinder und Jugendliche bis 16. Lebensjahr in Begleitung eines Erwachsenen: frei
• Gruppenkarte "Friedenstein" (ab 21 Personen): 7,50 Euro
• Klassenkarte - museumspädagogische Betreuung für Schulklassen: 15 Euro
• Schüler im Klassenverband in Begleitung eines Lehrers: frei

Hinkommen:
Das Schloss befindet sich mitten in Gotha und ist vom Hauptbahnhof mit einem Spaziergang durch den Schlosspark zu erreichen. Verschiedene Buslinien fahren ebenfalls zum Schloss.

Greiz: Sommerpalais

Sommerpalais Greiz
Sommerpalais Geiz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Greiz gehörte einst zu den kleinsten Residenzstädten im deutschen Kaiserreich. Allein auf dem heutigen Stadtgebiet gab es vier Residenzen derer von Reuß: Obergreiz, Untergreiz, Dölau und Rothental. Zwei Schlösser nannten sie ihr Eigen, eine Hauptwache, eine Reithalle, einen Marstall und das kleine Sommerpalais im Greizer Park. Erbauen ließ es Heinrich XI., Schöngeist und Naturliebhaber, im 18. Jahrhundert nach französischem Vorbild mitten in der Aue der Weißen Elster, umgeben von einem barocken Lustgarten. So malerisch die Lage, so gefährlich ist sie auch. Bereits um 1800 spülte ein Hochwasser die gesamte Gartenanlage fort. Danach gestaltete der Fürst-Pückler-Schüler Carl Eduard Petzold einen englischen Landschaftspark mit inzwischen über 4.000 Gehölzen. Zuletzt gab es 2013 im Park schwere Flut-Schäden.

Als die Reußen 1918 abdanken mussten, wurden die Schlösser und damit auch Hofbibliothek und Kupferstichsammlung der Stadt übertragen. Zusammen mit den anderen Kunstschätzen des Greizer Fürstenhauses lassen sie sich heute im Sommerpalais in Augenschein nehmen. Auch historische und zeitgenössische Karikaturen gehören zum Bestand. 1975 wurde die nationale Karikaturensammlung der DDR, das Satiricum gegründet. Seit 1990 werden Blätter deutschsprachiger Karikaturisten gesammelt.

Im Gartensaal finden die Ausstellungen des Satiricums sowie Konzerte und Veranstaltungen statt. In den Räumen der Bel Etage ist die Alte Sammlung zu besichtigen. Immer dienstags gibt es übrigens eine 15-minütige Mittagsführung. In den ehemaligen Wohnräumen der fürstlichen Familie sind heute die Bibliothek, der Leseraum und die Restaurierungswerkstatt untergebracht. Nicht weit ist es vom Sommerpalais durch den Park zum Küchenhaus direkt an der Weißen Elster, dort gibt es ein Café, das außer Montag täglich geöffnet ist.

Weitere Informationen Sommerpalais Greiz
Fürstlich Greizer Park
07973 Greiz (Thüringen)

Öffnungszeiten:
April bis September 10 bis 17 Uhr
Oktober bis März 10 bis 16 Uhr
montags geschlossen

Wegen der Corona-Auflagen dürfen derzeit nicht mehr als 50 Besucher gleichzeitig ins Sommerpalais.

Eintrittspreise:
Erwachsene: 4 Euro
Ermäßigt: 2 Euro
Familienkarte:
(2 Erwachsene + Kinder) 9 Euro
Gruppen ab 10 – pro Person: 2 Euro
Schulklassen
(inkl. Führung): 1 Euro pro Person
Grundschulklassen frei

Café im Küchenhaus am Sommerpalais
Sommer: Täglich außer montags: 11 - 20 Uhr
Winter: Tglich außer montags: 11 - 18 Uhr

Parken
Kostenfreier Parkplatz für 2 Stunden 250 Meter entfernt, gebührenpflichtiger Parkplatz 300 Meter entfernt

Anreise
Vom Bahnhof sind es etwa 850 Meter zum Sommerpalais, es verkehrt auch ein Bus.

Jena: Leuchtenburg

Eine Frau wirft einen Porzellanteller über eine Brüstung.
Ausblick auf einem 20 Meter langen Stahlsteg Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg

Erbaut wurde die Leuchtenburg nahe Seitenroda am Ende des 12. Jahrhunderts hoch über dem Saaletal. Wenn die Sonne über dem markanten Berg scheint, bringt sie den Muschelkalk zum Leuchten, diesem Naturschauspiel verdankt die Burganlage ihren Namen: Leuchtenburg. Sie gilt als eine der schönsten Burgen Thüringens, die idyllischen Weinberge zählen zu den höchstgelegenen nördlich der Alpen. Nachdem die Leuchtenburg 2007 vor dem Verkauf stand, wird sie heute von einer Stiftung getragen. Viele Besucherinnen und Besucher kommen auch wegen der imposant inszenierten Porzellanausstellung.

Die Leuchtenburg aus der Vogelperspektive
Die Leuchtenburg Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg

Vor fast 800 Jahren wurde die Leuchtenburg erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Wehranlage stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, als sie Amtssitz der Wettiner war. Da sie mit ihren dicken Mauern als ausbruchssicher galt, wurde die Burg auch als Gefängnis genutzt. Zwischen 1724 und 1871 wurde dort ein Zucht- und Irrenhaus unterhalten. Die touristische Nutzung setzte bereits 1873 mit einem Hotel ein, 1920 wurde die erste Jugendherberge Thüringens eingerichtet. So zogen nun Freigeister auf die Burg. Dank der Stiftungs-Initiative lässt sich heute das restaurierte Bauwerk mit seiner wechselvollen Geschichte in reizvoller Landschaft erkunden: Ein frei schwebender Stahlsteg ragt 20 Meter ins Saaletal und ermöglicht eine spektakuläre Rundumsicht.

Der helle Innenraum der Leuchtenburg-Porzellankirche.
In der Porzellankapelle Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg

Außerdem beherbergt die Leuchtenburg ein Porzellanmuseum, gehört speziell das Saaletal doch zu den ältesten Porzellanregionen Deutschlands. Zu DDR-Zeiten wurde im nahen Kahla produziert für den privaten und gastronomischen Massenbedarf. Die "Porzellanwelten" geben Auskunft über den Ursprung des Porzellans in China, die Suche nach der richtigen Rezeptur in Europa, zu sehen ist wertvolles Porzellan der Fürstenhöfe, informiert wird über die industrielle Produktion in der Gegenwart. Außerdem gibt es eine Porzellankapelle, in der auch Konzerte stattfinden. Für Stärkung sorgt die Burgschänke.

Weitere Informationen Leuchtenburg
Dorfstraße 100
07768 Seitenroda

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
Täglich 9 - 18 Uhr

November bis März
Täglich 10 - 17 Uhr
24.12. nur bis 14 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 13,50 Euro
Ermäßigt 11,50 Euro
Azubis, Studenten
10,00 Euro
Kinder (6-16 Jahre), Geburtstagskinder bis 16 Jahre erhalten freien Eintritt!

Familienkarte 34,00 Euro
Single Mom/Dad 23,00 Euro

Zahlreiche spezielle Angebote für Gruppen und Familien:
Infos unter 0364 24 - 71 33 33 oder per E-Mail: info@leuchtenburg.de

Burgschänke
Täglich ab 11:30 Uhr


Anreise:
Über die Bahnlinie Jena - Saalfeld geht es zum Bahnhof Kahla. Von dort aus fährt ein Bus nach Seitenroda (unterhalb der Leuchtenburg). Taxi-Shuttles stehen dort bereit.

Wer gut zu Fuß ist: Von Kahla aus führt ein drei Kilometer langer Wanderweg hoch hinauf zur Leuchtenburg.

Kyffhäuserkreis: Reichsburg Kyffhausen

Auch wenn von der Reichsburg mittlerweile nur noch eine Ruine übrig ist – sie ist eines der meistbesuchten Touristenziele Deutschlands. Das liegt natürlich am Kyffhäuserdenkmal, das Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Burggelände errichtet wurde. Und auch vorher sorgte die Barbarossasage für Aufsehen, verband sich mit ihr doch der Wunsch nach der Einheit des deutschen Volkes.

Skulptur von Kaiser Barbarossa auf dem Kyffhäuser
Die Skulptur von Kaiser Barbarossa auf dem Kyffhäuser. Bildrechte: IMAGO

Weithin sichtbar thront die Burg auf dem Höhenzug des Kyffhäusergebirges. Ihre Anfänge sind weitgehend ungeklärt. Fest steht, dass sie im Jahr 1118 zerstört wurde – und unter anderem Kaiser Friedrich I. Barbarossa sie von 1152-1190 wieder aufbauen ließ. Einst war die romanische, dreigeteilte Anlage über 600 Meter lang und 60 Meter breit, den Höhepunkt ihrer Bedeutung erlebte sie im 12. und 13. Jahrhundert, danach fanden einige Besitzerwechsel statt und ihre strategische Funktion wurde kleiner. In Teilen erhalten geblieben ist bis heute der Barbarossaturm der Oberburg, eine quadratische, heute 17 Meter hohe Bergfriedruine mit drei Meter dicken Mauern. Und auch in den beeindruckenden Burgbrunnen kann man auch heute noch hinabschauen: mit 176 Metern ist er der tiefste der Welt.

Heutzutage herrscht auf dem Gelände der Burg oft Trubel, ganze Busladungen an Menschen besichtigen täglich das Gelände. Wer es etwas ruhiger mag, kann die Burg als Ausgangspunkt für eine Wanderung ins idyllische Umland unterhalb des Berges nutzen: Hier wechseln sich lauschige Wälder ab mit Streuobstwiesen.

Mehr Informationen Kyffhäuser-Denkmal
99707 Kyffhäuserland OT Steinthaleben

Öffnungszeiten:
April bis Oktober täglich 9:30 - 18 Uhr
November bis März täglich 10 - 17 Uhr

Eintrittspreise:
• Erwachsene: 8,50 Euro
• Schüler, Studenten, Azubis: 4,50 Euro
• Schwerbehinderte 6,50 Euro
• Kinder bis 6 Jahre: frei
• Familienkarte (2 Erwachsene und 1 Kind bis 15 Jahre): 18,50 Euro
• jedes weitere Kind (bis 15 Jahre): 2 Euro
• Gruppenpreise ab 20 Personen:
• Erwachsene: 7,50 Euro
• Schüler, Studenten, Azubis: 4,00 Euro

Meiningen: Schloss Elisabethenburg

Im Schloss Elisabethenburg gingen bedeutende Künstler ein und aus: Max Reger und Richard Wagner, Hans von Bülow oder Johannes Brahms. Friedrich Schiller saß oft in der gut ausgestatteten Hofbibliothek während seines Asyls im nahegelegenen Bauerbach, vielleicht auch, um seiner unglücklichen Liebe zur Tochter des Hauses Wolzogen zu entfliehen.

Berühmt in ganz Europa wurde Meiningen um 1880, als der kunstsinnige Herzog Georg II. mit Hoftheater und Hofkapelle die Kulturwelt begeisterte. Elisabethenburg war zu dieser Zeit nicht nur Wohn- und Repräsentationsstätte, sondern auch ein Musenhof auf halber Strecke zwischen Weimar und Bayreuth. Auf Georg II. geht eine der eindruckvollsten Bilder- und Büchersammlungen der Zeit zurück. Von so fortschrittlichen Pädagogen wie Friedrich Fröbel erzogen, war der Erbprinz von Sachsen-Meiningen außerdem ein Herrscher, der die Politik und das Rechtswesen liberalisierte und wichtige Reformen im Schul- und Gesundheitswesen durchsetzte. Er war nicht nur kunsinniger Regent, sondern selbst Theaterprinzipal. Goethe, Schiller und Shakespeare lagen ihm besonders am Herzen. Große Summen investierte er in neue Bühnentechnik, Austattung und Requisiten, nicht um des Pompes willen, sondern für ein modernes Regietheater. Zwischen 1874 bis 1890 gingen "die Meininger" auf Tournee und machten europaweit Furore. Als das Meininger Hoftheater abbrannte, ließ Herzog Georg II. in nur 20 Monaten einen klassizistischen Neubau errichten, der 1909 mit Schillers "Wallenstein" eröffnet wurde: "Dem Volke zur Freude und Erbauung".

Die ab 1682 entstandene Schlossanlage blieb das Wahrzeichen Meiningens, ein herausragendes Beispiel für thüringische Schlossbauten des Barock. Highlights sind die Schlosskirche "Zur Heiligen Dreifaltigkeit", der Marmorsaal und der Hessensaal im Dachbereich des Treppenturms. Der im englischen Stil angelegte Garten gehörte zu den prächtigsten in ganz Deutschland. Heute beherbergt das Schloss ein Museum, das über zwei Etagen die Kunstsammlung sowie die reiche Theater- und Musikgeschichte präsentiert. Für eine angemessene Pause empfiehlt sich das Museumscafé im Hessensaal, ebenfalls ein barockes Kleinod, mit Blick über die Altstadt!

Auߟenansicht, Schloss Elisabethenburg, Meiningen
Schloss Elisabethenburg Bildrechte: imago images/Steve Bauerschmidt

Weitere Informationen Schloss Elisabethenburg
Meininger Museen / Kulturstiftung Meiningen
Schlossplatz 1
98617 Meiningen

Öffnungszeiten:
Museum:
Dienstag bis Sonntag: 10 - 18 Uhr

Museumsbibliothek:
Freitag 10 - 16.30 Uhr nach Anmeldung

Museumscafe im "Hessensaal":
November bis April:
Dienstag - Sonntag: 11 - 17 Uhr
Mai bis Oktober:
Dienstag - Sonntag: 11 - 18 Uhr

Coronabedingt derzeit ab 12 Uhr und nur für 40 statt sonst 60 Gäste geöffnet.
Reservierung erbeten unter 03693 / 881036 oder Zentrale Museen 03693 / 881010

Eintrittspreise:
Normal 4,50 Euro
Ermäßigt: 3 Euro

Familientageskarte 8 Euro
Schulklassen 1,50 Euro je Schüler

Rudolstadt: Heidecksburg

Auf den ersten Blick wirkt die Heidecksburg recht schlicht: 60 Meter oberhalb des Stadtkerns gelegen dominiert sie zwar das Stadtbild, fällt aber nicht durch üppige Außengestaltung auf. Dass man hier Meisterleistungen barocker Baukunst bewundern kann, wird deswegen erst bei einem Besuch klar: Der nach einem Brand von 1735 neu errichtete Westflügel beherbergt die repräsentativsten und am vollständigsten erhaltenen Prunkgemächer Mitteldeutschlands. Sie wurden nach Entwürfen des deutschen Barockarchitekten Gottfried Heinrich Krohne ausgestattet.

Die reichen Sammlungen sind größtenteils in den Schauräumen des Schlosses untergebracht. In der ehemaligen Hofküche wird die Welt des "Rococo en miniature" präsentiert, eine Ausstellung, die das Leben am Hofe zu Zeiten des Barocks im Maßstab 1 : 50 zeigt. Auch eine Gemäldegalerie und eine Porzellangalerie können im Schloss besichtigt werden, außerdem das naturhistorische Museum und das Museum für Schwarzburgische Geschichte.

Die Heidecksburg wird heute gerne als Veranstaltungsort für Konzerte und Theater genutzt: Eine große Bühne des Rudolstadt-Festivals wird beispielsweise jedes Jahr im Innenhof aufgebaut. Auch das Sommertheater des Theaters Rudolstadt ist zur schönen Tradition geworden.

Luftbild der Heidecksburg in Rudolstadt
Die Heidecksburg aus der Luft - eine imposante Erscheinung. Bildrechte: IMAGO

Weitere Informationen Heidecksburg
Schlossbezirk 1
07407 Rudolstadt

Öffnungszeiten: April bis Oktober 10 - 18 Uhr
November bis März 10 - 17 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
• Gesamtkarte mit Führung durch Festsäle und Wohnräume:
• Erwachsene: 8,00 Euro
• Schüler, Auszubildende, Studenten: 5 Euro
• Sozialpassinhaber, Behinderte: 5 Euro

• Gruppen ab 20 Personen: 7,00 Euro pro Person
• Einmalige Führungsgebühr für Gruppen: 20 Euro
• Familienkarte (auch für Alleinerziehende): 18 Euro
• Sonderausstellung/ Sonderführungen: 4 Euro

• Gesamtkarte ohne Besichtigungsmöglichkeit der Festsäle und Wohnräume:
• Schüler, Auszubildende, Studenten: 4 Euro
• Sozialpassinhaber, Behinderte: 4 Euro

• Kinder bis 14 Jahre frei
• museumspädagogisches Vermittlungsangebot für Kinder: 3,00 Euro

Schmalkalden: Schloss Wilhelmsburg

Über dem mittelalterlichen Stadtkern von Schmalkalden thront Schloss Wilhelmsburg. Erbaut wurde es zwischen 1585 und 1590 als Nebenresidenz der hessischen Landgrafen. Dabei gilt es heute als einzigartiges Juwel aus der Zeit der Renaissance: Aufgrund seiner originalen Raumstruktur im Inneren, wegen seiner prächtigen Wandmalereien und Stuckaturen sowie seiner nahezu vollständig erhaltenen Außenanlage. Die Schlosskapelle orientiert sich am Torgauer Vorbild. In Schmalkalden wurden jedoch erstmals Altar, Kanzel und Orgel in einer Achse übereinander angeordnet. Der so genannte Riesensaal macht seinem Namen alle Ehre: Er gehört zu den repräsentativsten und größten Festsälen des ausgehenden 16. Jahrhunderts in Deutschland.

Das Museum im Schloss gibt Einblicke in die höfische Kultur und Gesellschaft am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Eine neue Dauerausstellung informiert über die Gründung des Schmalkadischen Bunds 1530/31 und die Kirchenspaltung. Mächtige Kurfürstentümer wie Kursachsen, die Herzogtümer Württemberg, Pommern und Braunschweig-Lüneburg und die Landgrafschaft Hessen sowie Reichs- und Hansestädte wie Magdeburg, Lübeck, Augsburg und Ulm gehörten dazu. Vorgestellt wird außerdem der Verein für Hennebergische Geschichte und Landeskunde. 1877 wurden dessen Sammlungen in das Schloss überführt, damit begann die Geschichte des Schlossmuseums. Viel Stoff! Audioguides helfen. Durch den Schmalkaldischen Bund führt eine digitale Ausgabe von Herzogin Elisabeth von Rochlitz auf lebensgroßen Bildschirmen. Per Hörstift gibt Museumsdirektor und Kurator der Ausstellung, Kai Lehmann, Auskunft. Somit haben auch sehbehinderte Menschen Zugang zur Schau. Kindern können mit Willi durch das Schloss und die Außenanlagen geistern.

Riesensaal mit verzierter Decke und Kronleuchtern im Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden
Der Riesensaal im Schloss Wilhelmsburg Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Weitere Informationen Schloss Wilhelmsburg
Schlossberg 9
98574 Schmalkalden

Öffnungszeiten:
April bis Oktober täglich 10 - 18 Uhr
November bis März Dienstag - Sonntag 10 - 16 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 6 Euro
Ermäßigt 4 Euro
Familienkarte 12 Euro

Audioguide Schlossgeist Willi
Der speziell konzipierte Kinderaudioguide entstand mit der großartigen Hilfe der Klasse 8/4 der Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Schmalkalden und der Thüringer Landesmedienanstalt im Projekt "Hör mal im Museum".

Anreise
Per Bahn über Gotha und dann mit dem Bus 851, weiter mit dem Bus oder zu Fuß in ca. 15 Minuten zum Schloss.

Keine gastronomischen Angebote

Schloss Schwarzburg

Schloss Schwarzburg diente den Herrschaften von Schwarzburg-Rudolstadt einst als Sommerresidenz und Ausgangspunkt für die Jagd. Das Schloss ist malerisch gelegen, eingebettet im Grünen, hoch oben auf einem von der Schwarza umflossenen Schieferfelsen. Von der Vorgeschichte als wehrhafte Burg kündet auch die rund 5.000 Objekte umfassende Waffen-Sammlung im restaurierten Zeughaus. Einmalig ist nicht nur, dass sie nahezu komplett erhalten ist. Auch, dass die Waffen aus fünf Jahrhunderten nicht in Vitrinen, sondern frei hängend und liegend in der Schau unter dem Titel "Fürstliche Erlebniswelten" gezeigt werden, ist besonders.

Nach dem Fluss Schwarza benannte sich ab 1123 das alte Adelsgeschlecht der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg. Das Schloss sollte zur Hauptresidenz der Linie Schwarzburg-Rudolstadt ausgebaut werden. Als die Schwarzburger 1710 in den Reichfürstenstand erhoben wurden, brachte das Schwung in den barocken Ausbau der gesamten Schlossanlage. Der Hauptbau erhielt seinen auf mächtigen Säulen ruhenden Portalvorbau, der sich über alle Stockwerke erstreckt. Schlosskirche samt Schlossturm und Fürstengruft vervollständigten das Ensemble. Beeindruckend auch das Kaisersaalgebäude mit der Ahnengalerie. Schloss Schwarzburg gilt auch als bedeutsamer Ort für die jüngere deutsche Geschichte: Friedrich Ebert unterzeichnete dort am 11. August 1919 die Weimarer Verfassung, was daran lag, dass er seinen Sommerurlaub in dem kleinen Ort verbrachte.

Das Schloss auf einem Bergsporn im Schwarzatal wurde im Jahr 1071 erstmals urkundlich erwähnt. Die Nazis wollten an diese fast tausendjährige Geschichte anknüpfen und es zu einer Unterkunft für ausländische Staatsgäste umbauen. So wurde der Bau komplett entkernt, das Torhaus der Burg abgerissen. Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg galt das Ensemble als eins der schönsten Barockschlösser Deutschlands. Zurück blieb eine Ruine, die in der Folgezeit immer weiter verfiel. Zu DDR-Zeiten wurde das Kaisersaalgebäude instand gesetzt. Für eine grundlegende Sanierung der Anlage fehlten die Mittel. Erst nach der Wende konnte sie beginnen. Mehr als elf Jahre arbeiteten der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Förderverein Schloss Schwarzburg auf dieses Ziel hin: Die Eröffnung der Ausstellung "Fürstliche Erlebniswelten" mit der Waffensammlung der Schwarzburger Fürsten, die seit Mai 2019 wieder an deren Stammsitz im neuen Zeug- und Torhaus gezeigt werden kann.

Schloss Schwarzburg
Das Schloss war seit dem 12. Jahrhundert Stammsitz der Grafen von Schwarzburg. Die Ruine des fuerstlichen Schlosses, das Zeughaus sowie die barocke Anlage des Gartenparterres mit Kaisersaalgebaeude, Orangerie, sind erhalten Bildrechte: imago images/Panthermedia

Weitere Informationen Schloss Schwarzburg
Schlossstraße 1a
07427 Schwarzburg

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
Dienstag - Sonntag 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen

November - März
Dienstag - Sonntag 10 bis 17 Uhr
Montag geschlossen

An Feiertagen auch montags geöffnet.

24.12.2020 geschlossen
25.12./26.12.2020 geöffnet 10 bis 17 Uhr
31.12.2020 geöffnet 10 bis 15 Uhr
01.01.2021 geöffnet von 11 bis 17 Uhr

Hinweis: Das Fürstliche Zeughaus Schwarzburg ist momentan nur ohne Führung zu besichtigen.

Eintrittspreise:
Derzeit ermäßigt aufgrund der Einschränkungen durch Covid-19

Erwachsene: 5 Euro
Kinder bis 14 Jahre frei

Kombikarten: 18 Euro
Kombikarte "Schwarzburger Schlösser"
Residenzschloss Heidecksburg inkl. Rococo en miniature, Jagdschloss Paulinzella,
Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg

Kombikarte "Museumsverbund": 22 Euro
Residenzschloss Heidecksburg inkl. Rococo en miniature, Jagdschloss Paulinzella,
Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg, Fröbel-Museum Bad Blankenburg

Kombikarte "Bergbahn": 17 Euro
Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg, Oberweißbacher Berg- und
Schwarzatalbahn

Thüringer Wald Card: 1 Euro Ermäßigung auf den aktuellen Eintrittspreis

Anreise
Mit der Bahn über Erfurt und Saalfeld (Saale) sowie Rottenbach nach Schwarzburg. Dann weiter mit dem Bus oder rund 1,5 Kilometer zu Fuß über die Schlossstraße



Weimar: Schloss Belvedere und Schloss Tiefurt

Das Weimarer Stadtschloss muss saniert werden und bleibt deswegen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Schloss Belvedere im Süden der Stadt und das im Osten gelegene Schloss Tiefurt lohnen sich aber auch!

Schloss Belvedere war einst die barocke Sommerresidenz der Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach. Das Gebäude ist deswegen von einem weitläufigen Park mit Orangerie, Lust- und Irrgarten umgeben. Zunächst wurde Belvedere als Jagdschloss mit Menagerie genutzt, dann wurde es zum Lustschloss mit Pavillons, Uhren- und Kavaliershäusern ausgebaut. 1923 wurde es Teil der damals neu gegründeten Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar, seitdem beherbergt es ein Museum für Kunsthandwerk des 18. Jahrhunderts.

Musentempel im Schlosspark Tiefurt in Weimar
Der Musentempel im Tiefurter Park - auch heute noch ein besonderer Ort. Bildrechte: IMAGO

Schloss und Park Tiefurt galten einst als "Musenort" der Weimarer Hofgesellschaft: Knapp vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt bot sich hier ruhiges Idyll, mit einem weitläufigen, in einer Ilmschleife gelegenen Park. Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach lud zahlreiche Gäste hierher ein, u.a. Goethe, Herder und Schiller. Die Hochzeit des Schlosses dauerte rund 150 Jahre an – 1765 gebaut, wurde es bereits 1806 durch französische Truppen geplündert. Erst Anna Amalias Enkel Carl Friedrich richtete ab 1820 das Schloss neu ein.

Auch heute ist Tiefurt ein wunderbarer Rückzugsort: Viele Touristen treten den Weg in den etwas abseits gelegenen Stadtteil nicht an, so dass man im 21 Hektar großen Park anders als in der Innenstadt manchmal fast alleine ist. Ein Tipp für heiße Tage: Die Ilm ist hier stellenweise nicht tief, eine Einstiegsstelle lädt dazu ein, die Füße abzukühlen.

Weitere Informationen Schloss Belvedere
Weimar-Belvedere
99425 Weimar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 - 17 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 6,50 Euro

Schloss Tiefurt
Hauptstraße 14
99425 Weimar-Tiefurt

Öffnungszeiten Schloss:
Dienstag bis Sonntag 11 - 17 Uhr

Eintrittspreise:
• Schloss Belvedere
• Erwachsene 6,50 Euro
• Studierende, Auszubildende: 5 Euro
• Freiwilligendienstleistende, Arbeitslose, Schwerbehinderte: 5 Euro
• Schüler (16-20 Jahre): 2,50 Euro
• Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Eintritt frei

Schloss Tiefurt
• Erwachsene: 3,50 Euro
• Studierende, Auszubildende: 2,50 Euro
• Freiwilligendienstleistende, Arbeitslose, Schwerbehinderte: 2,50 Euro
• Schüler (16-20 Jahre): 1 Euro
• Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Eintritt frei

Saale-Holzland-Kreis: Dornburger Schlösser

Nur wenige Kilometer nordöstlich von Jena schlängelt sich die Saale malerisch zwischen hohen Felsen hindurch. Hoch oben auf einem mit Wein bewachsenen Muschelkalkfelsen erheben sich die drei Dornburger Schlösser, bestehend aus Altem Schloss, Renaissanceschloss und Rokokoschloss.

Bereits im Mittelalter gab es hier eine Burganlage, aus der das Alte Schloss hervor ging: Der landesfürstliche Baumeister Nickel Gromann baute die Anlage zwischen 1560 und 1574 zu einem Schloss im Renaissancestil um. Rund 150 Jahre später kam der nächste Bau hinzu: Ernst August I. von Sachsen-Weimar ließ ab 1736 das Rokokoschloss als Lustschloss und Feldherrensitz errichten. Das heutige Renaissanceschloss schließlich war zunächst ein Herrenhaus, das 1824 in den Besitz von Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach überging, der es in die gesamte Anlage eingliedern ließ.

Im Sommer 1828 weilte Goethe hier für acht Wochen – und auch heute noch spürt man, wieso ihn dieser Ort damals begeisterte: Der Blick hinab zur Saale und auf die Weinreben ist traumhaft, der Garten mit Eschen- und Rosengang ebenso. Am letzten Wochenende im Juni wird hier übrigens traditionell das Rosenfest gefeiert: mit Kinderspielen, Theater, Musik und der Krönung der Rosenkönigin.

Blick zum Rokokoschloss
Der Blick zum Rokokoschloss. Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Weitere Informationen Dornburger Schlösser
Max-Krehan-Straße 2
07774 Dornburg

Öffnungszeiten: April - Oktober
täglich außer Mittwoch 10-17 Uhr

Die Gartenanlage ist täglich von 7 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Eintrittspreise:
• Erwachsene: 6 Euro
• Ermäßigt: 4 Euro
• Kinder und Schüler bis Abitur: freier Eintritt

Altenburg: Schloss Altenburg

Schloss Altenburg war im Verlauf seiner langen Geschichte mehrfach Residenz sächsicher Kurfürsten und ernestinischer Herzöge, die heutige Burganlage entstand deswegen in verschiedenen Bauphasen auf einer mittelalterlichen Kaiserpfalz. Im 17. und 18. Jahrhundert residierten hier die Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg, die zwischen 1706 und 1744 die Burg durch zum Schloss ausgebauen ließen. Berühmt wurde es übrigens durch den "Altenburger Prinzenraub": 1455 erregte die Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht durch den Ritter Kunz von Kauffungen großes Aufsehen. Dieser wollte so den Kurfürst von Sachsen, Friedrich den Sanftmütigen, dazu zwingen, seine Forderungen nach Entschädigung für seine verloren gegangenen Ländereien zu erfüllen, was jedoch misslang.

Die Anlage mit Corps de Logis, Prinzenpalais, Hofmarschallamt, Schlosskirche und mehreren anderen historischen Gebäuden zählt zu den größten Schlosskomplexen in Thüringen. Im Corps de Logis kann man verschiedene Ausstellungen besuchen, unter anderem können die herzoglichen Gemächer aus dem 19./20. Jahrhundert besichtigt werden: In den historischen Räumen wird die Entwicklung von Stadt und Land im 19. und frühen 20. Jahrhundert dokumentiert sowie Wohnkultur des 17./18. Jahrhunderts dargestellt.

Weiterhin zu sehen sind die Lindenauschen Sammlungen (von Bernhard von Lindenau, der das benachbarte Museum mit seiner einzigartigen Sammlung italienischer Tafelmalerei der Gotik und Frührenaissance stiftete), die Rüstkammer, das Sibyllenkabinett und eine Uhrensammlung. Eine Besonderheit stellt das weltweit einzigartige Spielkartenmuseum dar.

Luftbild vom Schloss Altenburg
Schloss Altenburg liegt auf einer Anhöhe im Stadtzentrum. Bildrechte: Schloss- und Kulturbetrieb Residenzschloss

Weitere Informationen Schloss Altenburg
Herzog-Ernst-Platz
04600 Altenburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Sondershausen: Schloss Sondershausen

Das Residenzschloss Sondershausen war einst Sitz der Grafen, bis 1918 der Fürsten zu Schwarzburg-Sondershausen. Die vierflügelige Schlossanlage verzeichnet eine fast 800-jährige Baugeschichte: Die Grafen bauten die mittelalterliche Burg ab dem 16. Jahrhundert zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss aus. Heute ist das Schloss Hort Museen und Sammlungen: Das Schlossmuseum beherbergt sowohl Kunst und Kunsthandwerk, als auch volkskundliche und naturwissenschaftliche Bestände. Insgesamt lagern hier etwa 20 verschiedene Sammlungen. Seit 1925 ist zudem das Städtische Museum im Schloss Sondershausen untergebracht.

Einer der Höhepunkte auf dem Gang durch die Schlossräume ist die barocke goldene Prunkkutsche, einer Art "Rolls Royce des 18. Jahrhunderts". Von diesem in Paris gefertigten Typ der "grand carrosse" gibt es weltweit nur noch wenige Exemplare. Außerdem lockt der ab 1695 entstandene, mit 16 überlebensgroßen Figuren antiker Gottheiten und mehr als 20 Deckengemälden mythologischen Inhalts geschmückte Riesensaal.

Neben den ständigen Ausstellungen bietet die Galerie im Schloss Wechselausstellungen zur modernen Kunst. Im Gebäudekomplex befinden sich außerdem ein Restaurant sowie die städtische Musikschule. Im historischen Schlosspark lädt das barocke sogenannte Achteckhaus in der Sommersaison zu Konzerten ein.

Schloss Sondershausen
Schloss Sondershausen verdankt sein heutiges Erscheinungsbild verschiedenen Epochen herrschaftlichen Bauens. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weitere Informationen Schloss Sondershausen
99706 Sondershausen

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr

Bad Liebenstein: Schloss und Park Altenstein

Der ehemalige Sommersitz der Herzöge von Sachsen-Meiningen mit seinem gleichermaßen eindrucksvollen wie weitläufigen Park liegt etwa zwei Kilometer nördlich des ältesten Thüringer Bades, dem bis in die Gegenwart florierenden Kurort Bad Liebenstein. Auf dem Weg zu der sich malerisch auf einem Bergplateau erhebenden Anlage passiert der Besucher auch jenes Waldstück, in welchem der Reformator Martin Luther auf der Rückreise von Worms "überfallen" und anschließend auf die Wartburg bei Eisenach gebracht wurde.

Das in den 30er-Jahren des 18. Jahrhunderts anstelle einer zerstörten Burg erbaute Schlösschen wurde ab 1798 als Sommeraufenthalt genutzt. Während der Regentschaft des als "Theaterherzog" europaweit geschätzten Georg II. entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Umbau des barocken Gebäudes ein Schloss im englischen Landhausstil. Der Landschaftsgarten erfuhr durch Fürst Hermann von Pückler-Muskau und den Generaldirektor der königlichen Gärten Preußens, Peter Joseph Lenné, entscheidende Impulse. Gern gesehener Gast des Herzogs auf Schloss Altenstein war der Komponist Johannes Brahms, der hier mehrere seiner Werke komponierte.

Schloss Altenstein
Schloss Altenstein wurde im englischen Landhaus-Stil errichtet. Bildrechte: imago/imagebroker

Ein Brand im Februar 1982 zerstörte die gesamte historische Innenausstattung des Schlosses. Seitdem Schloss und Park jedoch zum Bestand der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehören, wird an der Rekonstruktion beider gearbeitet. Das Schloss beherbergt heute wieder ein Chinesisches Kabinett und eine Brahms-Gedenkstätte (mit Exponaten über Brahms Leben und Schaffen aus der Renate-&-Kurt-Hofmann-Sammlung "Schloss Altenstein"), die im Rahmen von Führungen zugänglich sind. In der Nähe kann man die Altensteiner Höhle besuchen, für den gastronomischen Service sorgt das Café Altenstein.

Weitere Informationen Schloss Altenstein
36448 Bad Liebenstein

Öffnungszeiten Park:
Mai bis Oktober täglich 11 - 16 Uhr

Schloss Altenstein kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Kreis Hildburghausen: Veste Heldburg

Die Veste Heldburg, eine ursprünglich mittelalterliche Höhenburg, stellt mit ihrem Schicksal und ihrer Baugeschichte den Idealfall einer Burg dar – weshalb das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (in Zusammenarbeit mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten) die Burg auch ausgewählt hat, dort das weltweit erste Burgenmuseum einzurichten. Hier, im südöstlichsten Zipfel Thüringens, werden seit der Eröffnung 2016 auf etwa 1.700 Quadratmetern Ausstellungsfläche rund 250 Exponate gezeigt.

Das Museum lässt dabei mit originalen Ausstellungsstücken, authentischen Räumlichkeiten, Modellen und Multimedia-Präsentationen die Welt der Burgen lebendig werden. Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in historische Zusammenhänge, in die Funktionen von Burgen, den Alltag auf Burgen zwischen Krieg und Frieden, und räumt mit so manchen Vorstellungen und Mythen rund um  die Burgen auf.

Weitere Informationen Veste Heldburg/ Deutsches Burgenmuseum

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr

November, Dezember, März:
Dienstag bis Sonntag 10 – 16 Uhr

Januar und Februar:
Samstag und Sonntag 10 – 16 Uhr

Wissenswert

Weitere Ausstellungs- und Ausflugstipps

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. August 2020 | 07:40 Uhr

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