Willem Dafoe als Vincent van Gogh, 2018
Die letzten, ungemein kreativen und zugleich tragischen Monate von Vincent Van Gogh Bildrechte: imago/Prod.DB

Porträt eines Künstlers "Van Gogh" - Ergreifend: Willem Dafoe spielt die letzten Schaffensmonate des Malers

Regisseur Julian Schnabel konzentriert sich in seinem beeindruckenden Film auf die letzten, ungemein kreativen und zugleich tragischen Monate von Vincent van Gogh. Während seine psychische Erkrankung fortschreitet, findet van Gogh seinen Stil. Sein geliebter Bruder Theo sorgt sich um ihn, mit Malerkollege Gauguin dagagen gibt es Auseinandersetzungen. Willem Dafoe gestaltet ein ergreifendes Porträt, das man sich genauso einprägen wird wie die berühmten Selbstporträts des Künstlers, sagt unser Kritiker.

Knut Elstermann
Bildrechte: Jochen Saupe

von Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmkritiker

Willem Dafoe als Vincent van Gogh, 2018
Die letzten, ungemein kreativen und zugleich tragischen Monate von Vincent Van Gogh Bildrechte: imago/Prod.DB

Es muss ein wahrer Schaffensrausch gewesen sein. Van Gogh, der erst spät zur Malerei fand, ging 1888 aus Paris nach Südfrankreich, wo ihn das gleißende Licht und die expressive Landschaft zu zahlreichen Meisterwerken trieben, die heute Ikonen der Moderne sind. Van Gogh fand zu seiner unverwechselbaren Formensprache, zu seinem Stil, während seine psychische Erkrankung immer mehr von ihm Besitz ergriff.

Regisseur Julian Schnabel, der selbst Maler ist, konzentriert sich in seinem beeindruckenden Film auf diese letzten, ungemein kreativen und zugleich tragischen Monate, in einem unruhigen, bewegten Film, der genau die nervöse, angespannte Stimmung dieser Schaffensphase aufgreift. Van Goghs Bruder Theo, erfüllt von tiefer Sorge und Zuneigung, wird von Rupert Friend gespielt, Oscar Isaac zeigt einen arroganten, selbstverliebten Gauguin. Willem Dafoe aber, der für diese Rolle sehr zurecht eine Oscarnominierung erhielt, gestaltet in seiner Rolle ein großartiges, ergreifendes Porträt von einem verletzlichen, zweifelnden und gejagten Mann, das man sich jetzt genauso einprägen wird wie die berühmten Selbstporträts des Künstlers.

Ein Mann sitzt im freien vor Bäumen und malt dies auf eine Leinwand. 2 min
Bildrechte: dcm world

02:00 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-radio/video-292876.html

Rechte: DCM Distribution

Video
Genre: Biografie, Drama
Regie: Julian Schnabel
Darsteller: Willem Dafoe, Rupert Friend, Oscar Isaac, Emmanuelle Seigner, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric
Im deutschen Kino ab: 18. April 2019
Produktionsland: Frankreich
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Filme der Woche | 18. April 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 04:00 Uhr

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