MDR Garten-Sprechstunde Kinder für Natur und Garten begeistern

Kinder für den Garten und die Natur zu begeistern, ist gar nicht so schwer. Je nach Vorlieben des Kindes, gibt es zahlreiche Möglichkeiten gemeinsam aktiv zu werden. Wir haben für Sie unsere fünf schönsten Ideen zusammengefasst.

Verschiedene Beobachtungsinstrumente für Kinder, mit denen man zum Beispiel Insekten näher betrachten kann
Im Garten und in der Natur gibt es für Kinder viel zu entdecken! Bildrechte: Estha Taddigs/MDR Garten

1. Naturfarben herstellen

Es gibt so viele Möglichkeiten, die Farbenpracht des Sommers zu konservieren. Aus Pflanzen lassen sich die unterschiedlichsten Farbtöne gewinnen. Kinder können dabei nicht nur die Natur genießen und verschiedene Pflanzen kennenlernen. Es ist gleichzeitig ein kleines Experiment, denn die Farben, die beim Herstellen der Farbe entstehen, sind auf den ersten Blick oft nicht erkennbar. In unserer Anleitung erfahren Sie, welche Pflanzen geeignet sind und wie die Farbe hergestellt werden kann:

2. Der Natur auf der Spur

Durch Kinderaugen ist die Natur eine aufregende Welt voller spannender Entdeckungen. Mithilfe von Lupen und Gefäßen können Insekten vorsichtig untersucht werden. Ein kleines Entdeckerheft hilft dabei, die Funde zu dokumentieren. Im Buchhandel gibt es inzwischen zahlreiche thematische Heftchen. Sie bieten oft tolle Anleitungen und geben einen Rahmen vor, der helfen kann, gezielt nach Schätzen in der Natur zu suchen.

Oder wie wäre es mit einem kleinen Wachstums-Experiment? In einem Fototagebuch kann festgehalten werden, wie schnell die Pflanzen im eigenen Garten wachsen.

Zwei Becher gefüllt mit Gips
Bohnen in Gips sind ein tolles Experiment, um Kindern die Kraft der Natur zu zeigen. Bildrechte: Estha Taddigs/MDR Garten

Ein weiteres tolles Experiment ist es, eine Bohne in Gips einzupflanzen. Kinder können wunderbar sehen, wie viel Kraft ein Samen hat, wenn sich die Bohne ihren Weg durch den harten Gips sucht.

Garten-Expertin Brigitte Goss schlägt außerdem vor, Stecklinge in ein Wasserglas zu stellen. Auch dort können die Kinder zuschauen, wie die Wurzeln wachsen. Dazu eignet sich zum Beispiel Basilikum oder Steckhölzer von Johannisbeeren.

3. Selber aktiv werden

Die Verantwortung für ein eigenes Beet zu übernehmen kann für Kinder eine tolle Erfahrung sein. Gemeinsam kann ein Plan entworfen und die Pflanzen ausgesucht werden. Vielleicht sind ja ein paar Stecklinge aus dem Wurzel-Experiment so weit, dass sie ins Beet können?

Garten-Expertin Brigitte Goss empfiehlt, zum Beispiel eine Kräuterspirale anzulegen. Die Arbeit mit Steinen und der Fokus auf die Bedürfnisse der verschiedenen Kräuter können Spaß machen und lehrreich sein. Stehen die Kräuter, können sie gemeinsam beim Kochen eingesetzt werden.

Kräuter vorgestellt Die Klassiker im Kräutergarten

Lassen Sie sich verführen von aromatischen Kräutern, die dekorativ aussehen, duften und auch noch heilsame Wirkungen haben. In dieser Bildergalerie stellen wir verschiedene Kräuter und ihre Besonderheiten vor.

Melissen-Kraut mit kleinen Blüten
Die frischen Blätter der Melisse verbessern den Geschmack von Salaten, Getränken und Süßspeisen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Melissen-Kraut mit kleinen Blüten
Die frischen Blätter der Melisse verbessern den Geschmack von Salaten, Getränken und Süßspeisen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blätter der Zitronenmelisse.
Zitronenmelisse verleiht Bowlen und Desserts ein zitroniges Aroma. Auch Fleischgerichten gibt sie eine spezielle Note. Die Wirkstoffe sind beruhigend und schlaffördernd. Zitronenmelisse ist winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Thymian-Arten
Fast alle Thymian-Sorten bilden schöne, dichte Polster. Sie unterschieden sich trotzdem in ihrem Wuchs, in der Blüte und auch im Aroma. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Thymian-Pflanze .
Orangenthymian hat ein fruchtiges Aroma und ist ideal für Fleischspeisen. Im Geschmack ist er milder als der Gewürzthymian. Die Blätter eignen sich auch als Kartoffelgewürz und für Tee. Die ätherischen Öle helfen gegen Erkältungskrankheiten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Liebstöckel
Der winterharte Liebstöckel wird auch Maggi-Kraut genannt, da er ein sehr würziges Aroma hat. An einem sonnigen Platz im Kräutergarten gedeiht er viele Jahre lang. Liebstöckel verfeinert Suppen und Kräuterbutter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zitronenthymian
Der Zitronenthymian (Thymus x citiodorus 'Silver Queen') schmeckt fruchtig und wird für das Würzen von Fischgerichten und Soßen geschätzt. Auch in Honig eingelegt, sorgt er für ein ganz spezielles Aroma. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hellgrüne basilikumpflanze die buschig wächst
Buschbasilikum ist besonders würzig und schmeckt hervorragend zu Tomatengerichten oder zu Erdbeeren. Basilikum sollte immer einzeln stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lila Blüte eines roten Strauchbasilikums.
Roter Strauchbasilikum ist eine robuste Sorte, die es sonnig mag. Er hat eine kräftige Basilikumnote. Die Pflanze bildet wunderschöne lange Blüten, die Insekten anlocken. Die Blätter verlieren auch nach der Blüte nicht ihr Aroma, können also weiter geerntet werden. Roter Strauchbasilikum ist mehrjährig, aber nicht winterhart. Übrigens: Der Saft der Blätter soll gegen Juckreiz und Entzündungen nach Insektenstichen helfen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rosmarin-Pflanze
Rosmarin sollte im Topf gepflanzt werden, da er so besser überwintert werden kann. Rosmarin kann in einem großen Kübel bis zu zwei Meter hoch werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ein Blumentopf mit verschiedenen Kräutern
Diese Kräuterarten passen gut in einen Kübel: Salbei, Ysop, Römischer Wermut und Bergbohnenkraut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Bergbohnenkraut, kleine Pflanze
Das Bergbohnenkraut ist aromatischer als das normale Bohnenkraut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ananassalbei, kleine Pflanze
Die Blätter des Ananas-Salbeis werden vor allem für Getränke verwendet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ysop
Ysop ist ein hervorragendes Gewürz für Fleisch- und Fischgerichte. Die Blüte ist essbar und eignet sich zum Garnieren. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Wermut
Wermut ist ein Heilkraut. Die Blätter werden für Magentees oder in Kräuterlikör verwendet. Es sollten immer nur sehr kleine Mengen verwendet werden. Wermut wächst sehr ausladend und breitet sich schnell im Garten aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hochwachsende Wermut-Pflanze
Der Römische Wermut wächst kompakter und bleibt eher klein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pflanze
Die Weinraute wird ein richtiger, 40 bis 60 Zentimeter hoher Busch. Sie ist winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 11. April 2021 | 08:30 Uhr

Auch Gemüsesorten, die schnell wachsen sind toll für das Beet von Kindern. Radieschen oder Erbsen können gesät werden und sprießen bald. Kohlrabi oder Schnittsalate können als Jungpflanzen gekauft werden und sind ebenfalls schnell bereit zum Naschen.

Doch Vorsicht vor giftigen Pflanzen! Bitte informieren Sie sich gut über die Pflanzen, die Ihre Kinder im Beet einsetzen.

Pflanzen für Kinder - Tipps von Brigitte Goss

Duftpflanzen:

  • Colakraut
  • Minzen
  • Zitronenverbene

Pflanzen zum Naschen:

  • Andenbeeren
  • Erbsen
  • Cocktailtomaten
  • Karotten
  • Radieschen
  • Monatserdbeeren
  • Zuckermais

Essbare Blüten:

  • Kornblüten
  • Ringelblumen
  • Tagetes

4. Eine Duft-Safari machen

Pflanzen können herrlich duften. Und manche ähneln Gerüchen, die wir schon kennen. Colakraut, Rosmarin oder Kamille sind nur ein paar Beispiele für herrliche Duftpflanzen. Die Natur und der heimische Garten bieten viele Gerüche, um eine Entdeckungsreise zu machen, die unseren Geruchssinn anspricht.

Zwei Frauen stehen an einem Tisch. Eine von ihnen riecht an einem Strauch
Colakraut riecht super und eignet sich toll für eine Duft-Safari. Bildrechte: Estha Taddigs/MDR Garten

5. Mit Naturmaterialien bauen

Haben Sie als Kind schon einmal ein Tipi aus Zweigen gebaut? Das ist ein Riesenspaß und kann auch danach zum Spielen genutzt werden. Mit Weidenzweigen lebt das Tipi sogar weiter, sodass die Kinder die Zweige beim Wachsen beobachten können.

Oder wie wäre es mit einem Nistplatz für Wildbienen aus Lehm und hohlen Stängeln?

Nach dem Vorbild der Natur Nistplätze für Wildbienen bauen

Die besten Nistmöglichkeiten finden Insekten in wilden, unaufgeräumten Gartenecken. Aus Naturmaterialien wie Lehm oder hohlen Stängeln, können aber zusätzlich Wohnräume für Wildbienen geschaffen werden.

Altes Holz mit vielen Löchern für Insekten
Wildbienen brauchen Höhlen, in die sie ihre Brut sicher ablegen können. Die besten Behausungen finden sie in der Natur - in wilden Ecken im Garten oder im Totholzstapel. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft
mit durchlöchertem Lehm gefüllter Blumentopf, ein Tetrapack mit hohlen Stängeln und Schneckenhäuser liegen auf einem Tisch
Wir können Wildbienen zusätzlich unterstützen, in dem wir auf ihre Bedürfnisse eingehen und mit Naturmaterialien Nistplätze bauen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
angerührter Lehm im Eimer
Ton ist perfekt für ein Wildbienenhotel. Er sollte möglichst frei von Steinen und Holz sein. Dafür wird er immer wieder gewaschen und Grobes entfernt. Der feine Ton setzt sich am Boden ab. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss
In einen Terrakottatopf wurde Lehm gefüllt. Mit einem Stock werden Löcher in den Lehm gebohrt.
Dann kann so ein Terrakotta-Blumenkasten mit Ton gefüllt werden. Sobald die Masse anzieht, aber noch nicht ganz fest ist, können tiefe Löcher in den Ton gestochen werden - idealerweise in verschiedenen Größen. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss
Hohle Stängel in einer Büchse
Schnell gemacht ist auch eine Nisthilfe aus hohlen Stängeln, aus Schilf oder Naturstrohhalmen, die einfach in eine Dose gesteckt werden. Scharfe Kanten unbedingt abschleifen! Anschließend die Dose regengeschützt - mit den Halmen nach vorn - im Garten aufhängen. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss
Schneckenhäuser liegen auf der Erde
Also bitte die Schneckenhäuser nicht wegräumen oder an einer geschützten Stelle im Garten neu auslegen. Aber Vorsicht, vielleicht ist schon jemand eingezogen! Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Altes Holz mit vielen Löchern für Insekten
Wildbienen brauchen Höhlen, in die sie ihre Brut sicher ablegen können. Die besten Behausungen finden sie in der Natur - in wilden Ecken im Garten oder im Totholzstapel. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft
Wildbiene sitzt auf einem Schneckenhaus, das auf der Erde liegt
Die Schneckenhaus-Mauerbiene liebt leere Schneckenhäuser. Bildrechte: MDR/ Brigitte Goss
Ein Nistblock für Wildbienen: mehrere Bretter mit Löchern  wurden übereinandergestapelt.
Solche ausgeklügelten Nistblöcke, gibt es fertig zu kaufen. Die einzelnen Platten lassen sich beliebig hoch stapeln und werden gern von Mauerbienen angenommen. Aber Vorsicht, unbedingt vor Regen und Feuchtigkeit schützen! Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Mai 2021 | 08:30 Uhr

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MDR Garten So 01.08.2021 08:30Uhr 01:56 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. August 2021 | 08:30 Uhr