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Die Demo am Montag soll den Abschluss der Bauernprotestwoche sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Abschluss der Protest-Woche Bauern-Proteste: Landwirte aus Sachsen-Anhalt bei Demo in Berlin

15. Januar 2024, 15:23 Uhr

Am Montag gehen die Bauern-Proteste mit einer großen Demonstration zuende. Auch Landwirte aus Sachsen-Anhalt beteiligen sich an der Kundegebung. Letzte Aktionen in Sachsen-Anhalt hatte es am Freitag gegeben. Die aktuellen Infos im Überblick.

Mit einer großen Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin geht am Montag die Protest-Woche der Landwirte in Deutschland zuende. Nach MDR-Informationen sollen auch hunderte Traktoren aus Sachsen-Anhalt dabei sein. Am Montagmorgen waren rund 400 Traktoren aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen über die Autobahn 2 Richtung Berlin unterwegs.

Seit Sonntagmorgen unterwegs

Behinderungen wurden am Montagmorgen auch aus dem Süden des Landes gemeldet. Beeinträchtigungen gab es unter anderem auf der Bundesstraße 181 zwischen Günthersdorf und Zöschen und auch auf der B180 am Abzweig Teuchern. Dadurch war die Einfahrt auf die A9 nicht möglich. Bereits am Sonntagmorgen hatten sich Landwirte aus allen Regionen auf den Weg nach Berlin gemacht, wo vor dem Brandenburger Tor bereits seit Montag der Vorwoche mehrere Landwirte aus der Altmark aushalten.

Aktionen am Montag auch in Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt laufen an diesem Montag Aktionen der Landwirte. Wie eine Sprecherin der Polizeiinspektion Magdeburg MDR SACHSEN-ANHALT erklärte, waren Traktoren "in einer unteren zweistelligen Zahl" in der Magdeburger Innenstadt unterwegs zum Landtag. Demnach handelt es sich vor allem um Bauern aus der Börde.

Im Altmarkkreis Salzwedel ist bis zum Montagabend ein Traktor-Korso angemeldet, wie die Polizei mitteilte. Zwischen 20 und 100 Teilnehmern seien den ganzen Tag über angemeldet. Unter anderem auf der B190 und B71 könne es zu Einschränkungen kommen, hieß es weiter.

Bauern-Proteste am Freitag: Erneut Blockaden an Autobahneinfahrten

Am Freitag hatte es im Rahmen der Bauern-Proteste zuletzt Blockaden an den Autobahnen in Sachsen-Anhalt gegeben. Die Aktion fand nach Angaben des Landesbauernverbandes von 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr statt. Einzelne Einfahrten sollten demnach je nach Lage vor Ort einmal pro Stunde geöffnet werden. Einfahrten in vom Hochwasser betroffenen Regionen seien von den Protesten ausgenommen gewesen.

Außerdem hatte der Bauernverband Sachsen-Anhalt zu dezentralen Mahnwachen in den Landkreisen aufgerufen, unter anderem im Landkreis Stendal. Am Theater der Altmark fand demnach eine Mahnwache statt.

Anzeige nach blockierter Elbe-Brücke bei Tangermünde

Weil Mitarbeiter, Patienten und Lieferungen wegen der Blockade der Elbe-Brücke bei Tangermünde nicht zum AWO-Krankenhaus in Jerichow gekommen sind, hat der Landesvorstand der Arbeiterwohlfahrt – wie am Freitag bekannt wurde – Anfang der Woche Anzeige erstattet. Der Geschäftsführer des Krankenhauses kritisierte neben den Bauern auch das Vorgehen der Polizei, die nicht genug getan hätte, um die Blockaden aufzulösen.

Der Kreisbauernverband Stendal, der Bauernbund Sachsen-Anhalt und die Polizei weisen die Vorwürfe zurück.

Staus und Sperrungen, Blitzer und Baustellen Aktuelle Informationen aus dem MDR JUMP Verkehrszentrum

  • 53 Staus und Behinderungen
  • 0 Blitzer
  • 999 Baustellen

Haseloff und Schulze fordern Gespräche mit den Landwirten

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte am Mittwoch ein schnelles Ende der Bauern-Proteste. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch zur Grünen Woche erklärte er, der Konflikt müsse so schnell wie möglich von der Straße runter und in konkrete Verhandlungen übergehen. Er erwarte, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) entsprechend reagiere und direkte Gespräche mit den Landwirten führe.

Auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) appellierte im Zuge der Pressekonferenz an den Bundeskanzler, einen runden Tisch einzuberufen, um mit den Bauernverbänden eine Lösung zu finden.

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MDR (Moritz Arand, Jörg Wunram, Lars Frohmüller, Maren Wilczek, Marvin Kalies, Cornelia Müller, Annekathrin Queck, Mario Köhne), dpa | Erstmals veröffentlicht am 05.01.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Januar 2024 | 19:00 Uhr

164 Kommentare

DER Beobachter vor 19 Wochen

Wieso? Streiken die Bauern in Moskau, Krakow, Aarhus, Oberitalien und Slowenien auch gerade? Rote Vektoren an der Grenze eigentlich nur auf polnischer und tschechischer Seite an den sächsischen Grenzübergängen. Wie gaga ist man denn da mal wieder in der Lausitz und im (Ost) Erzgebirge und der Sächsischen Schweiz?

Anita L. vor 19 Wochen

Durch den Wegfall der Subventionen wird nichts günstiger und nichts teurer, Shantuma, sondern es muss einfach nach seinem Erzeugerwert bezahlt werden. Und ich zahle mein Geld lieber direkt an meinen Erzeuger als indirekt über steuerfinanzierte Subventionen (oder was glauben Sie, wie diese Subventionen finanziert werden?). Dann entscheide nämlich ich, für welche Qualität ich gewillt bin zu bezahlen, ohne irgendwelche Mit- und Nebeneinnehmer mitzufinanzieren. Beim Hosenkauf oder der Urlaubsreise wird diese Entscheidung doch auch dem Verbraucher überlassen.

Anita L. vor 19 Wochen

"Wenn es der Verbraucher ist , der die Zeche für die Produktions von Lebensmittel zahlt, ja warum belässt man es dann nicht so, wie es ist ?

Aktuell will der Staat abkassieren und mitverdienen am Fleiß der Bauern ."

Ihnen ist klar, dass auch die Subventionen der Staat zahlt und dass der Staat die Bürger dieses Staates sind. Und Ihnen ist hoffentlich auch klar, dass nicht der Bürger Nutznießer der staatlichen Subventionen ist, die er übrigens von seinen Steuern bezahlt.
Der wahre Gewinner von immer mehr Subventionierungen im produzierenden Gewerbe steht an völlig anderer Stelle als an der des Verbrauchers. Und ich zahle mein Geld lieber dem Erzeuger direkt als irgendwelchen Mit- und Nebenverdienern. Auch wenn das Erzeugnis dann "teurer" erscheint (was es gar nicht ist, sondern einfach nur seinen Wert zeigt). So wird das vielleicht auch wieder etwas mit der Verteilung des Geldes.

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