Fridays for Future Globaler Klimastreik: Band "Kraftklub" beteiligt sich an Demonstration in Halle

Weltweit haben am Freitag Klimaaktivisten von Fridays for Future demonstiert. In Deutschland forderten sie ein Sondervermögen für den Klimaschutz und Entschädigungszahlungen für den globalen Süden. In Halle beteiligten sich neben 1.000 Menschen auch die Band Kraftklub. In Magdeburg protestierten nach Schätzungen eines MDR-Journalisten ungefähr 300 Menschen. Die Aktion war Teil des elften globalen Klimastreiks.

Eine protestierende Menge auf dem alten Markt in Magdeburg. Auf einem Transparent steht "Klimakampf heißt Klassenkampf"
Auch in Magdeburg protestierten Teilnehmer von Fridays for Future am Freitag. Bildrechte: MDR/Lars Frohmüller

  • Am Freitag hat das Klimabündnis Fridays for Future in Sachsen-Anhalt für mehr Klimaschutz demonstriert. In Magdeburg protestierten nach ersten Schätzungen 300 Menschen, in Halle gingen 1.000 Personen auf die Straße.
  • Unter den Protestlern in Halle war auch die Band Kraftklub, die am Abend auf dem Güterbahnhof in Halle ein Release-Konzert gespielt hat.
  • Neben einem Sondervermögen für den Ausbau erneuerbarer Energien fordert Fridays for Future auch Entschädigungszahlungen für den globalen Süden.
  • Die Mehrheit der MDRfragt-Teilnehmer lehnen den Klimastreik ab.

Klimaaktivisten von Fridays for Future (FFF) haben ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro von der Bundesregierung gefordert, um die Energiewende zu beschleunigen und deutschlandweit kostengünstigen ÖPNV umzusetzen. Um die Forderungen zu unterstreichen, hat das Bündnis am Freitag in Sachsen-Anhalt in mehreren Städten demonstriert. Die Demonstrationen waren Teil des elften globalen Klimastreiks.

In Halle, Magdeburg und Wittenberg gingen Menschen auf die Straße. Laut einem MDR-Redakteur streikten in Magdeburg etwa 300 Personen, die Veranstalter sprachen von 550. In Halle gingen nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung etwa 1.000 Menschen auf die Straße.

Tausende Menschen bei elftem Klimastreik in Deutschland

Unter dem Motto "People Not Profit" hatte Fridays for Future am 23. September 2022 auf allen Kontinenten und in über 270 Städten in Deutschland dafür demonstriert, dass "die Politik nicht mehr länger Konzerninteressen über Menschenleben stellt". Auch in Thüringen und Sachsen sind Demonstrationen geplant – zum Beispiel in Erfurt, Gotha, Leipzig und Dresden.

Zahlreiche Menschen ziehen beim Klimastreik mit Plakate und Schildern mit Forderungen an die Politik über die Marschallbrücke vorbei an dem Reichstagsgebäude.
In Berlin beteiligten Fridays for Future zufolge 36.000 Menschen am Klimastreik. Bildrechte: dpa

Die Demonstration mit den meisten Teilnehmenden fand Fridays for Future zufolge in Berlin statt. Dort waren rund 36.000 Menschen auf die Straße gegangen. In Hamburg beteiligten sich den Angaben zufolge 15.000 Menschen an der Demonstration. In Deutschland waren am Freitag laut den Organisatoren mehr als 280.000 Teilnehmende unterwegs.

Kraftclub beteiligt sich an Protesten in Halle

Auf ihrem Instagram-Account hatte die Band "Kraftklub" mittgeteilt, sich an den Protesten in Halle zu beteiligen. Zusätzlich gab es am Freitagabend in Halle auf dem Güterbahnhof ein kostenloses Release-Konzert, mit dem die Band das Erscheinen ihres vierten Albums "Kargo" zusammen mit den Fans gefeiert hat. Um dabei zu sein, mussten die Fans die Instagram-Story von Kraftklub liken und konnten sich bei einer Reaktion der Band Karten und Infos abholen.

Entschädigungszahlungen für globalen Süden

Zusätzlich zum Sondervermögen fordert FFF auch angemessene Entschädigungszahlungen für die im globalen Süden verursachten Schäden und Verluste. "Klimagerechtigkeit kann nur Realität werden, wenn auf die heute schon am stärksten betroffenen Menschen gehört wird", sagte Lea Walther, die sich ebenfalls bei Fridays for Future Halle engagiert.

MDRfragt-Teilnehmer lehnen Klimastreik ab

Dass in Mitteldeutschland am Freitag demonstriert wird, finden nicht alle Bürgerinnen und Bürger gut. Eine aktuelle, nicht-repräsentative Befragung von MDRfragt hat gezeigt, dass rund zwei Drittel der Befragten die Klimastreiks aktuell weder als angemessen noch als notwendig ansehen. Ebenfalls knapp zwei Drittel haben kein Verständnis für die FFF-Bewegung.

Eine Mehrheit der Befragten (62 Prozent) zeigten jedoch Verständnis dafür, dass sich junge Menschen für den Klimaschutz einsetzen. Zustimmung erhält FFF auf inhaltlicher Ebene. Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich für den Ausbau des Nah- und Fernverkehrs sowie der erneuerbaren Energien aus. Auch ein Tempolimit auf Autobahnen wird befürwortet.

In einer früheren Version des Artikels haben wir nicht darauf hingewiesen, dass es sich um eine nicht-repräsentative Befragung von MDRfragt handelt. Wir entschuldigen uns für den Fehler und haben die Erklärung nachträglich ergänzt.

"Earth Night": Energiesparen für den Planeten

Neben den Demonstrationen für den Klimaschutz findet in der Nacht von Freitag auf Samstag auch die "Earth Night" statt, in der Menschen dazu aufgerufen werden, nachts die Beleuchtungen auszuschalten. Dabei geht es einerseits darum, Energie zu sparen und andererseits darum, die Lichtverschmutzung zu reduzieren, durch die viele Lebewesen in ihren Ruhephasen gestört werden. Mittlerweile sei es auf der Welt nachts bis zu 40 Mal so hell, wie es nachts eigentlich sein sollte, sagt "Earth Night"-Initiator Manuel Philipp.

Im Video erklärt Initiator Philipp die Hintergründe der Aktion "Earth Night".

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Armin Willingmann 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR (Moritz Arand, Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. September 2022 | 06:00 Uhr

122 Kommentare

DER Beobachter vor 4 Tagen

Entschuldigung, C.T. aber ich frage mich gerade, ob Ihre zynische Ironie eigenem Verständnis oder doch der berechtigten Sorge um die zukünftige Generationen entspringt...

DER Beobachter vor 4 Tagen

Zum Kommentar des Hilflosen@Faultier. Ich kann mit der Influencerszene auch nicht viel anfangen. Aber interessant, dass hilflos + faultier et.al. recht regelmäßig eine einschlägige Influencerszene hier bedienen...

DER Beobachter vor 4 Tagen

Nö, Faultier, das ist die Zusammenfassung von Polizeiangaben und Medienbeobachtung. Was DD angeht, habe ich als Einheimischer den Postplatz queren Müssender das gestern selbst mal wieder sehen können. Netter Versuch...

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