Neben dem Eingang des Harzklinikums Quedlinburg stehen eine bunte Säule und ein Hinweisschild.
Der Landkreis Harz greift dem Harzklinikum mit einem Kredit in Millionenhöhe unter die Arme. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Einmalige Unterstützung Harzklinikum bekommt Millionen-Kredit vom Landkreis

02. November 2023, 10:52 Uhr

Das Harzklinikum bekommt vom Landkreis Harz 6,5 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um ein einmaliges Darlehen. Das Harzklinikum ist Träger von vier Klinken im Harz. Steigende Kosten und Auslastung nach der Pandemie haben den Träger in finanzielle Notlage gebracht.

Das Harzklinikum bekommt vom Landkreis Harz ein Millionen-Darlehen. Das hat Landrat und Aufsichtsratschef Thomas Balcerowski (CDU) am Mittwochabend bei der Kreistagssitzung in Halberstadt mitgeteilt. Anschließend sagte er MDR SACHSEN-ANHALT, das Klinikum erhalte noch in diesem Jahr 6,5 Millionen Euro.

Es handele sich dabei um eine einmalige Unterstützung, die der Landkreis als Gesellschafter leiste, um die Zahlungsfähigkeit des Harzklinikums sicherzustellen, so Balcerowski weiter. Das Klinikum solle die Summe zurückzahlen, sofern sie das irgendwann könne.

Harzklinikum Träger von vier Kliniken

Zum Harzklinikum gehören die Kliniken Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg sowie die Lungenklinik Ballenstedt. Letztere hatte Ende September Insolvenz angemeldet. Als Gründe wurden gestiegene Betriebskosten und mangelnde Auslastung nach der Corona-Pandemie genannt.

Die Insolvenz wird in Eigenverwaltung durchgeführt. Sachwalter ist Lucas Flöther. Am Montag war bekannt geworden, dass es Interessenten für die Lungenklinik gibt, darunter mehrere Klinikverbände. Bis Ende des Jahres soll es eine Entscheidung geben.

MDR (Michel Holzberger, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. November 2023 | 05:30 Uhr

2 Kommentare

ElBuffo vor 24 Wochen

Natürlich brauchen die Krankenhäuser die Geldgeber Bundesland und Kunden. Wenn letztere aber wegbleiben, dann ist wohl der Bedarf schon anderweitig gedeckt.

pwsksk vor 24 Wochen

Die Unterstützung müßte aus dem Gesundheitsministerium in Berlin kommen. Es ist die Ökonomisierung/Privatisierung aus 25 Jahre Arbeit der SPD Gesundheitsexperten. Kein Klinikum oder andere Gesundheitseinrichtungen können auf Dauer gesund bei deutschen Rahmenbedingungen existieren. Sie werden immer am Tropf von Geldgebern hängen.
Beifall von mir für den Landkreis.

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