Weiterer Schritt zur Intel-Ansiedlung Stadtrat Magdeburg beschließt Verkauf von Grundstücken an Intel

Porträtbild eines Mannes
Bildrechte: MDR/Sebastian Mantei

Der Stadtrat in Magdeburg hat sich am Montagabend einstimmig für den Verkauf stadteigener Grundstücke an den Chiphersteller Intel ausgesprochen. Der Verkauf ist für die Ansiedlung ein wichtiger Schritt. Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) reagierte erfreut auf das Abstimmungsergebnis.

Sitzung des Magdeburger Stadtrats
Der Magdeburger Stadtrat hat für die Grundstücksverkäufe an Intel gestimmt. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Dr. Sebastian Mantei

Auf einem Sonderstadtrat haben am Montagabend die Stadträte dem Verkauf der stadteigenen Grundstücke im Gewerbegebiet Eulenberg im Süden Magdeburgs zugestimmt. Zuvor hatte die Landeshauptstadt die Grundstücke von den Privateigentümern für ca. 108 Millionen Euro gekauft.

Ich freue mich, dass es gelungen ist, dass wir die Grundstücke angekauft und an Intel weiterverkauft haben ...

Simone Borris Magdeburgs Oberbürgermeisterin

Im Nachtragshaushalt musste das berücksichtigt werden. Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) zeigte sich am Abend erleichtert. Borris sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich freue mich, dass es gelungen ist, dass wir die Grundstücke angekauft und an Intel weiterverkauft haben und dass es einen Schritt weiter in die Richtung geht, dass sich Intel auf dem Eulenberg ansiedeln kann."

Simone Borris
Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris zeigte sich erfreut über den Verkauf an Intel. Bildrechte: Sebastian Mantei /MDR

Nachdem Intel den Kauf am Montag bestätigt hat, fließt das Geld an die Stadt zurück. Bei der notariellen Unterzeichnung des Kaufvertrags waren eine Vertreterin von Intel sowie Vertreter des Liegenschaftsservices der Stadt und die Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger (CDU) zugegen, die auf das aufwendige Prozedere der vielen Kaufverträge verwies, auch wenn sich Landeshauptstadt und Intel grundsätzlich einig waren.

Der geplante Intel-Standort im Magdeburger Gewerbegebiet Eulenberg

Unterschrift in der Steubenallee

Unterschrieben wurden die Verträge in einem Notariat in der Steubenallee in Magdeburg. Das hat Symbolcharakter, wurde doch die Intelansiedlung vor ihrer Bekanntgabe unter dem Codewort "Steuben" getarnt. Der in Magdeburg geborene General Steuben hatte maßgeblich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erfolgreich zum Sieg beigetragen.

Keine kritischen Worte gegen Verkäufe

Oberbürgermeisterin Simone Borris dankte auch ihrem Vorgänger Lutz Trümper (SPD), der einen maßgeblichen Anteil an dieser Ansiedlung hatte und nun als Berater des städtischen Intel-Teams weiter an dem Projekt mitarbeitet. Kritische Stimmen gab es im Stadtrat keine.

Magdeburg wird aufstreben und sich transformieren.

Simone Borris Magdeburgs Oberbürgermeisterin

Oberbürgermeisterin Borris hofft, dass mit Intel und weiteren Zulieferern die Stadt aufgewertet wird.

Borris sagte: "Wir freuen uns natürlich auf die Ansiedlung des Hightechparks insgesamt und ich glaube die Stadt wird sich dann auch tatsächlich verändern, internationaler werden, mehr Menschen werden in die Stadt drängen und die Stadt beleben. Magdeburg wird aufstreben und sich transformieren."

Auf den frisch erworbenen Intel-Flächen erfolgen bereits mehrere Maßnahmen, um das Baufeld freizumachen. Dazu gehört auch die artgerechte Umsiedlung der Hamster vom Eulenberg, die noch im Dezember erfolgen soll.

Produktion soll 2027 anlaufen

In Magdeburg sollen ab 2027 Chips hergestellt werden. Mehrere Tausend Arbeitsplätze sind vorgesehen. Intel will dafür zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. Der Spatenstich könnte im ersten Halbjahr 2023 erfolgen.

MDR (Sebastian Mantei, Marvin Kalies)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. November 2022 | 06:00 Uhr

18 Kommentare

nilux vor 10 Wochen

Die Ansiedlung ist allein deshalb schon lohnenswert, weil damit der Magdeburger Verwaltung und den kommunalen Unternehmen mal ordentlich Dampf gemacht wird.

Peter vor 10 Wochen

faultier: Sie scheinen den Magdeburgern diese Ansiedlung nicht zu gönnen. Anders kann ich Ihr pessimistisches Statement, übrigens ohne realen Hintergrund, nicht deuten.

Machdeburjer vor 10 Wochen

Hieß es nicht, dass man eher das Geld vorher vom Bund wollte, und dass das Geld von der EU kein Problem sei.
Glaube, du verwechselst da was.
Und das mit dem Abkommen steht ja nun fest, das war ja nun das große Ziel der EU.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Ein gepflasterter Weg, auf dem eine junge Radfahrerin mit Helm unterwegs ist. mit Audio
Dascha fährt gerne Fahrrad. In Nudersdorf geht das ganz gut, doch in Wittenberg fehlen ihr an vielen Stellen die Radwege. Bildrechte: MDR/ Jana Müller