Lutz Trümper
War von 2001 bis 2022 der Rathauschef in Magdeburg: Lutz Trümper Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Ansiedlungspolitik Trümper weist Kritik an Intel-Subventionen zurück

02. April 2023, 05:00 Uhr

Fast zehn Milliarden Euro Subventionen will Intel für den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg haben. Ökonomen wie etwa die des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle kritisieren das. Magdeburgs Ex-Oberbürgermeister Lutz Trümper hält dagegen.

Magdeburgs früherer Oberbürgermeister Lutz Trümper hält die hohen Fördergelder für die geplante Intel-Ansiedlung in der Stadt weiterhin für gerechtfertigt. Trümper sagte MDR AKTUELL, der US-Konzern habe sich 80 Standorte in Europa angeschaut und ein Dreivierteljahr mit Magdeburg über die Chipfabrik diskutiert. Man könne ganz gelassen und sicher sein, dass der Standort die Bedingungen erfülle.

Lutz Trümper, ehemaliger Oberbürgermeister von Magdeburg 20 min
Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Peter Gercke

Ökonomen kritisieren Sinn und Höhe der Subventionen

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle hatte Sinn und Höhe der Subventionen für Intel kritisiert. IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller hatte im "Spiegel" gesagt, der Standort sei nicht attraktiv genug, um die nötige Zuwanderung zu erreichen. "Niemand steht Schlange, um in Sachsen-Anhalt arbeiten zu dürfen." Grund sei auch die "verbreitete Ausländerfeindlichkeit" im Osten der Bundesrepublik. Zudem gebe es Nachholebedarf bei der Infrastruktur Warum sollten Fachkräfte aus aller Welt kommen, wenn es keine regelmäßige ICE-Verbindung gebe. Außerdem fehle es an englischsprachigen Schulen sowie an Wohnraum und Freizeitangeboten für die Mitarbeiter. Auch IWH-Chef Reint Gropp äußerte Kritik.

Trümper verweist auf Magdeburgs Potenzial

Trümper zeigte sich überzeugt, dass es genug Wohnungen gebe. 30.000 bis 40.000 Menschen könnten problemlos aufgenommen werden. Mehr englisch-sprachige Schulen seien in Planung, ein ICE-Anschluss Magdeburgs weiter politische Forderung. Zurzeit werde mit Intel hart verhandelt. Die Situation habe sich durch Krieg und Inflation dramatisch verändert.

Trümper nannte die Kritik der Ökonomen zu pauschal und lud das IWH ein, sich an den Gesprächen über die Ansiedlung künftig zu beteiligen. Zuvor hatte sich bereits Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze mit der Spitze des IWH getroffen. Dabei bekräftigten die Ökonomen ihre Kritik, sagten aber auch, sie wollen künftig stärker die Landesperspektive einnehmen.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2023 | 06:00 Uhr

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