Die Visualisierung zeigt, wie das RAW-Gelände in Zukunft aussehen soll.
So soll das Quartier in Zukunft aussehen. Bildrechte: META architektur GmbH und DOME + Partners

Großinvestition Magdeburg: 2.000 Wohnungen sollen auf ehemaligem RAW-Gelände entstehen

28. Februar 2024, 19:38 Uhr

Der Süden der Landeshauptstadt Magdeburg wird in den kommenden Jahren ein modernes Gesicht erhalten. Neben dem Großprojekt auf dem Fahlberg-List-Gelände wird auch auf dem ehemaligen Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) in Salbke ein modernes Wohnquartier mit Hotel, Schule, Supermarkt und Sportstätten entstehen. 700 Millionen Euro werden investiert. Bei einer Bürgerversammlung wurden die Pläne nun vorgestellt.

Sören Thümler
Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Magdeburgs Süden wird in den kommenden Jahren ein modernes Gesicht erhalten. Neben dem Großprojekt auf dem Fahlberg-List Gelände wird auch auf dem ehemaligen Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) in Salbke ein modernes Wohnquartier entstehen. Magdeburgs Baubeigeordneter Jörg Rehbaum kennt die Bedeutung des rund 25 Hektar großen Areals für viele Menschen der Stadt. "Ich weiß, dass viele von ihnen eine enge Verbindung zu diesem Gelände haben, vielleicht haben einige von ihnen sogar hier gearbeitet. Es ist ein sehr traditionsträchtiges Gebiet".

Bürgerversammlung auf dem RAW-Gelände
Das RAW-Gelände ist sichtbar in die Jahre gekommen. Bildrechte: MDR/ Sören Thümler

Und hunderte Magdeburgerinnen und Magdeburger waren gekommen, um sich die Pläne anzusehen. Darunter auch Menschen, die diese enge Verbindung haben. Der Magdeburger Siegfried Stage hat hier 1969 seine Lehre begonnen und lange im RAW gearbeitet "Wir haben hier sehr gern gearbeitet. Das hier was passiert, finde ich richtig. Da müsste noch viel mehr passieren. Wir haben so viele Industriebrachen in Magdeburg. Und ein Wohngebiet ist ja auch keine schlechte Sache"

Die Visualisierung zeigt, wie das RAW-Gelände in Zukunft aussehen soll.
2.000 Wohnungen sollen auf ehemaligem RAW-Gelände entstehen. Bildrechte: META architektur GmbH und DOME + Partners

Schutz der alten Industriearchitektur ist im Plan verankert

Prägend für das alte Werksgelände ist die 45.000 Quadratmeter große Wagenhalle. Diese soll in ihrer Grundstruktur erhalten bleiben und Teile davon später einen Supermarkt beherbergen. Auch die Verwaltungsbauten am früheren Eingang, die Schmiede und das Kesselhaus bleiben erhalten.

In der ehemaligen Großteilehalle soll eine Sporthalle oder eventuell sogar eine Schwimmhalle entstehen. Architektin Sina Stiebler sagt: "Die alte Industriekultur muss erlebbar bleiben. Wir legen bei der Planung Wert darauf, dass die Historie auch bei der neuen Nutzung voll ablesbar sein wird."

Baubeginn noch für 2024 geplant

Auch wenn das Baurecht in Deutschland als sehr kompliziert gilt, sollen noch in diesem Jahr die ersten Arbeiten beginnen. Momentan werden einzelne Stellungnahmen zum Bebauungsplan ausgewertet. Dazu gehören ein Umweltbericht, eine Artenerfassung der Fauna, eine Verkehrsuntersuchung, das Mobilitätskonzept, ein Einzelhandelsgutachten sowie Schallschutz-und Bodengutachten. Der Bebauungsplanentwurf kommt dann in den Stadtrat.

Anschließend beginnt das Planverfahren, bei dem die Menschen vor Ort erneut ein Mitspracherecht haben. Sorgen haben die Anwohner bei der Höhe der geplanten drei Hochhäuser, bei der Verkehrsführung und bei der Anzahl der geplanten Parkflächen geäußert. Hier versprachen Projektentwickler und Stadt weitere Kommunikation.

Intel Ansiedlung wertet Projekt auf

Die Entscheidung der türkischen Investoren für die Entwicklung des neuen RAW-Quartiers fiel nach eigenen Aussagen vor der Intel-Entscheidung, in Magdeburg eine neue Produktionsstätte zu bauen. Diese werte nun aber das Vorhaben und den Standort deutlich auf, hieß es. Momentan laufen deswegen Verhandlungen mit der Nahverkehrsgesellschaft Nasa, um ein stillgelegtes Gleis zu reaktivieren und so in Zukunft eine S-Bahn Verbindung zwischen Intel und dem S-Bahnhof Salbke herzustellen. Bis zu 3.500 Menschen können später hier einmal wohnen. 380.000 Quadratmeter bebaute Fläche sollen mit den rund 40 Neubauten zwischen drei und 16 Geschossen entstehen. Dazu Gewerbeflächen und 800 neue Arbeitsplätze.

Baubeigeordneter Jörg Rehbaum fasst das so zusammen. "Durch die Ansiedlungen hier und am Fahlberg-List-Quartier wird der Südosten Magdeburgs unglaublich spannend und aus dem Dornröschenschlaf herausgeholt."

MDR (Sören Thümler, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. Februar 2024 | 14:30 Uhr

27 Kommentare

astrodon vor 6 Wochen

@Shantuma: Zu "keine Sozialwohnungen" ist nichts zu hören oder zu lesen - woher nehmen Sie Ihr Wissen?
Und auch wenn nicht: Wer dorthin zieht, macht ja eine andere Wohnung frei. Ob genossenschaftlich oder kommunal. Viele davon durchaus im unteren Preissegment.

Thommi Tulpe vor 6 Wochen

Magdeburg ist, soweit ich das beurteilen kann, zumindest noch in der glücklichen Lage, dass hier nicht dieser massive Wohnungsmangel herrscht. Es ist zumindest noch möglich, Wohnraum zu finden.
Woran es aber wie in vielen Städten unseres Landes auch hier fehlt: Bezahlbarer Wohnraum.

astrodon vor 6 Wochen

@Germinator: Was heißt hier "Zielgruppe" - als Anwohner der umliegenden Gebiete oder als ehem. Mitarbeiter des RAW würde mich das auch interessieren, was da entstehen soll. Und wie das mein Wohnumfeld betrifft.
Die dort sitzenden haben vermutlich eher ein Häuschen in Salbke oder Westerhüsen als Bedarf an einer neuen Wohnung.

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