Eine Frau und ein Mann vor einem Traktor auf einem Acker
Philipp Fölsch (li.), Geschäftsführer des Betriebes Agrarprodukte Dambeck, und Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel. Bildrechte: MDR/Lydia Zahn

Aussaat steht an Nach jahrelanger Trockenheit: Regenmengen behindern Landwirtschaft

08. März 2024, 19:04 Uhr

Nasse Felder verhinderten bereits im Herbst, dass in der Altmark Felder bestellt wurden. Die großen landwirtschaftlichen Maschinen wurden von zu nassen Böden nichht getragen. Nun kann vielerorts kein Dünger ausgebracht werden. Es bleibt auch unklar, ob bestimmte Pflanzen ausgesät werden können.

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"Im Herbst 2023 mussten wir aufgrund der Niederschläge einige Flächen liegen lassen, weil der Untergrund zum Befahren einfach zu nass war", berichtet Philipp Fölsch, Geschäftsführer des Betriebes Agrarprodukte Dambeck.

30 Prozent seiner Weizenfläche konnte nicht bestellt werden. Stattdessen kommen jetzt im Frühjahr Erbsen und Mais auf die Äcker. Aktuell läuft die Körnererbsenaussaat, daran schließen sich Zuckerrüben, Kartoffeln, Soja und Lupinen an.

Hände halten Saatgut
So sehen die Körnererbsen aus, die aktuell gesät werden. Bildrechte: MDR/Lydia Zahn

Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel: Doppelt so viel Regen

"Bei uns hat es in den letzten fünf Monaten doppelt so viel geregnet wie im Durchschnitt der Jahre vorher", weiß Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel.

Natürlich sei man dankbar für den Regen, nichtsdestotrotz gab es dadurch große Wasserlachen auf den Äckern, Wiesen und Weiden. Auch sie habe von anderen Landwirten die Rückmeldung bekommen, dass dadurch nicht alle Ackerkulturen eingeholt werden konnten.

Wasser auf Feldern geht nach und nach zurück

Aktuell verdunstet das Wasser auf den Feldern dank der Temperaturen. "Wenn das Wasser weg ist, muss man genau schauen, was das mit den Pflanzen gemacht hat. Können manche Vegetationen bleiben oder sind sie abgestorben und die Flächen müssen umgebrochen werden?", führt Jacobs weiter aus.

Auf dem Grünland ist zwar noch mehr Wasser zu sehen, aber auch das geht zurück, ist die Bauernverbandsvorsitzende optimistisch.

Landwirte konnten Dünger zum Teil nicht ausfahren

Der Dünger, der im Frühjahr auf die Grünflächen kommt, konnte teilweise nicht ausgefahren werden, weil die Maschinen zu schwer für den nassen Untergrund waren. Als Nächstes folgt das Schleppen und Walzen der Wiesen, auch da muss vorher geguckt werden, ob der Boden trägt.

Vor allem in den letzten Tagen haben Sonne und warme Temperaturen aber ganze Arbeit geleistet. "Jetzt sieht man schon, dass die Pegelstände deutlich gesunken sind, und auf einigen Standorten ist eine landwirtschaftliche Aktivität schon möglich", freut sich Fölsch.

Bauer: Zu viel Regen besser als zu wenig

Mitte April werden auf rund 450 Hektar Mais ausgesät. Wann es genau mit der Zuckerrübe losgeht, kann Fölsch hingegen noch nicht sagen. "Da sind wir uns noch nicht ganz schlüssig. Die Zuckerrüben werden tendenziell auf den besseren Standorten angebaut und die sind doch noch recht feucht und teilweise nicht befahrbar", erklärt der Landwirt. Wenn das Wetter aber so gut bleibt, könnte es schon in wenigen Wochen mit der Aussaat losgehen.

Unterm Strich habe der reichliche Niederschlag seine Flächen nicht allzu stark getroffen. Arbeiten können Frist- und termingerecht abgeschlossen werden, schätzt Philipp Fölsch die aktuelle Lage ein. Und wenn es nach ihm geht, ist zu viel Regen immer noch besser als zu wenig.

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MDR (Lydia Zahn, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. März 2024 | 07:30 Uhr

7 Kommentare

THOMAS H vor 9 Wochen

Germinator aus dem schoenen Erzgebirge:

"Das ist das Wetter"

Ist ja auch Natur!



Würde auch noch auf die "Bildchen" antworten, aber der Sinn erschließt sich nicht!

KarlStuelpner vor 9 Wochen

Subventionen bekommen vor allem Schell, BASF und andere. Also die typischen Bauern.
Und nicht vergessen.
Subventionen sind keine Geschenke vom Staat. Die wurden vorher denjenigen abgeluxt, die wirklich arbeiten und das System am Laufen halten.

elbcom vor 9 Wochen

Agrarsubventionen sind der größte Posten im EU-Haushalt. Gewissermaßen ernährt die Bürokratie schon so manche Leute 😉 Und ja ich weiß, die Subventionen kommen mehrheitlich den großen Betrieben zugute.

Und ja, Bürokratie und Gesetze nahmen immer mehr zu. Das war schon im 19. Jahrhundert so und korrelierte quasi mit der Ausbreitung des freien Marktes.Mehr noch: überhaupt waren und sind es Staaten, die erst für gewisse Marktverhältnisse sorgen (also mehr als nur lokale Tauschgeschäfte). Wer mehr wissen will, kann sich bspw. mit den Schriften von Karl Polanyi beschäftigen.

Kurzum: hinter diesen "Staat vs Markt"-Aussagen darf so manches Fragezeichen gesetzt werden.

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