Udo Foht wartet im Saal des Landgerichts neben seinem Anwalt Ulrich Wehner auf die Fortsetzung des Prozesses.
Das Landgericht Leipzig hat am Freitag das Urteil im Prozess gegen Udo Foht gesprochen. Bildrechte: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Betrugsprozess Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht zu Bewährungsstrafe verurteilt

17. März 2023, 15:07 Uhr

Seit September 2022 lief vor dem Landgericht Leipzig der Prozess gegen den ehemaligen MDR-Unterhaltungschef Udo Foht. Er musste sich wegen Betrugs in zahlreichen Fällen verantworten. Nach den Plädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft erging am Freitag das Urteil.

Das Landgericht Leipzig hat den früheren MDR-Unterhaltungschef Udo Foht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Das Gericht sprach den ehemaligen Fernsehmanager am Freitag wegen 13-fachen Betrugs und Bestechlichkeit schuldig. Foht hatte in dem Prozess ein Geständnis abgelegt, das Grundlage einer Verständigung vor Gericht war.

Plädoyers am Vormittag

Am Vormittag hielten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers. Die Staatsanwaltschaft forderte in ihrer Einlassung eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die Verteidigung sprach sich wegen der langen Verfahrensdauer für ein Jahr aus. Die Verhandlung musste in den vergangenen Wochen wegen der Erkrankung eines Schöffen und des Angeklagten zweimal verschoben werden.

Anklage wegen Betrugs

Der Betrugsprozess gegen den ehemaligen TV-Manager lief seit September 2022. Dem 72-Jährigen wird vorgeworfen, sich als MDR-Unterhaltungschef für die Produktion von Schlagersendungen in mehreren Fällen Beträge im jeweils fünfstelligen Bereich geliehen und nicht zurückgezahlt zu haben. Die Tatvorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2008 bis 2011. Die Vorwürfe führten im Jahr 2011 zu Fohts Rauswurf beim MDR.

Fohts Ex-Arbeitgeber, der Mitteldeutsche Rundfunk, teilte nach dem Urteil mit: "Herr Foht hat dem MDR und anderen vor vielen Jahren erheblichen Schaden zugefügt." Die Anstalt habe die Aufklärung damals selbst initiiert und Strafanzeige gestellt "sowie umfangreich mit den Ermittlungsbehörden kooperiert". Als Lehre aus der damaligen Zeit sei "eines der modernsten und besten Compliance-Management-Systeme" aufgebaut.worden. Der MDR habe gegenüber Foht mehr als 300.000 Euro Schadenersatz geltend gemacht. "Einen relevanten Teil davon hat Herr Foht bereits gezahlt", hieß es.

"Deal" mit dem Gericht

Im September 2022 war der angeklagte Foht einen sogenannten Deal mit der Siebenten Strafkammer am Landgericht Leipzig und der Staatsanwaltschaft Leipzig eingegangen. Für ein Geständnis wurde ihm eine Bewährungsstrafe zwischen zwölf und 21 Monaten Dauer zugesichert. Weil trotz seines Geständnisses für die Strafkammer noch viele Fragen offen blieben, wurden in dem Verfahren zahlreiche Zeugen vernommen, die in der Amtszeit Fohts seine Geschäftspartner waren. Auch MDR-Intendantin Karola Wille war als Zeugin geladen.

Zuletzt war der frühere MDR-Moderator Carsten Weidling eigens aus Buenos Aires angereist und hatte als Zeuge ausgesagt. Weidling soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Foht um Geld erpresst haben. Ein Verfahren gegen ihn soll zu einem späteren Zeitpunkt beginnen.

MDR (ben)/epd/afp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 17. März 2023 | 10:00 Uhr

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