Aufnahmestopp Ilm-Kreis nimmt keine weiteren Flüchtlinge mehr auf

Der Ilm-Kreis hat ein Aufnahmestopp für Flüchtlinge verhängt. Laut Landrätin Petra Enders sind die Kapazitäten erschöpft. Zudem sei die versprochene Finanzhilfe vom Land noch nicht angekommen.

Flüchtlinge
Der Ilm-Kreis sieht seine Kapazitäten für die Aufnahme von Geflüchteten erschöpft. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Ilm-Kreis nimmt seit Montag keine Flüchtlinge mehr auf. Den Aufnahmestopp hatte Landrätin Petra Enders (pl) in der vergangenen Woche bereits angekündigt und auch das Migrationsministerium darüber informiert.

Die Kapazitäten sind laut Landrätin erschöpft. Zudem habe der Kreis schon jetzt mehr Geflüchtete aufgenommen als gesetzlich vorgeschrieben ist. Demnach ist der Kreis in diesem Jahr verpflichtet, rund 2.000 geflüchtete Menschen aufzunehmen. Bereits jetzt seien es etwa 2.250 - darunter mehr als 1.800 Flüchtlinge aus der Ukraine. Nach Angaben des Thüringer Verwaltungsamtes muss der Ilm-Kreis bis Jahresende mit weiteren 400 Flüchtlingen rechnen.

Volle Unterkünfte, fehlende Mittel

Laut Enders ist es aber nicht möglich, weitere Menschen aufzunehmen. Es fehlten die Unterkünfte und die finanziellen Mittel. Die Unterbringung in Schullandheimen, Turnhallen und Pensionen sei sehr kostenintensiv. Auch die damit verbundenen Personalkosten könne der Landkreis nicht mehr tragen.

Zudem stünden derzeit auch keine sanierten Wohnungen mehr zur Verfügung. Insgesamt habe der Landkreis 366 Wohnungen angemietet. Davon würden 70 gerade saniert und eingerichtet. Kritik übte die Landrätin auch an den Geldern, die der Kreis für die Flüchtlinge erhält. Die Hilfen seien zu gering. Zudem sei die vom Land angekündigte Finanzhilfe noch nicht eingegangen. Auch Erfurt hatte Anfang vergangener Woche einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge verhängt.

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MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. November 2022 | 22:00 Uhr

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