Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf im Rathaus
Kathleen Lützkendorf (Grüne) gratuliert im Rathaus Thomas Nitzsche (FDP) zur Wiederwahl als Jenaer Oberbürgermeister. Bildrechte: MDR/Danielle Haupt

Kommunalwahl 2024 OB-Wahl in Jena: Amtsinhaber Nitzsche siegt deutlich in Stichwahl

10. Juni 2024, 21:45 Uhr

Der FDP-Oberbürgermeister von Jena, Thomas Nitzsche, bleibt im Amt. Er siegte in der Stichwahl klar gegen Kathleen Lützkendorf von den Grünen. Sie hat dem alten und neuen OB noch am Wahlabend ein Angebot gemacht.

Nach dem Auszählen aller 137 Stimmbezirke hat FDP-Kandidat Thomas Nitzsche in der OB-Stichwahl in Jena 61,6 Prozent der Stimmen geholt. Gegen den aktuellen und künftigen Amtsinhaber trat Kathleen Lützkendorf von den Grünen an. Auf sie entfielen 38,4 Prozent der Stimmen.

Nitzsche erklärte nach seinem Wahlsieg am Sonntagabend: "Es ist ein gutes Ergebnis. Es ist auch nicht knapp, sondern es ist klar. Es war auch ein fairer Wahlkampf, das finde ich auch gut. Und ich glaub', damit kann man jetzt sehr sehr gut arbeiten."

Unterlegene Kandidatin will Dezernentin werden

Lützkendorf hat nach ihrer Niederlage Ambitionen auf einen Dezernenten-Posten in der Stadtverwaltung geäußert. Sie sagte am Sonntagabend auf einer Pressekonferenz mit Nitzsche, sie stehe für ein Dezernat zur Verfügung.

Demnächst werden in Jena zwei der drei Dezernenten-Stellen frei. Neu besetzt werden müssen das Dezernat für Stadtentwicklung und sowie das Sozialdezernat. Auch ein neues Kulturdezernat wird diskutiert.

Nitzsche wollte sich zu dem Angebot von Lützkendorf vorerst nicht äußern. Es müsse in den kommenden Wochen viel besprochen werden, sagte er. Letztendlich müsse der Stadtrat entscheiden.

Thomas Nitzsche (FDP): Der Amtsinhaber

Der 48-jährige Thomas Nitzsche wurde in Zeulenroda geboren und lebt seit 1990 in Jena. 1995 nahm er ein Studium an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena auf. Er studierte Anglistik und Politikwissenschaft und promovierte 2007. Von 2008 bis 2018 war er Fachreferent der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena. 2003 wurde er erst Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen, 2007 übernahm er auch den Kreisvorsitz der FDP in Jena und im Saale-Holzland-Kreis.

2018 trat er bei der Wahl zum Oberbürgermeister von Jena an. Im ersten Wahlgang bekam er mit 26,9 Prozent die meisten Stimmen und setzte sich in der Stichwahl klar gegen SPD-Amtsinhaber Albrecht Schröter durch. Nitzsche ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die FDP des Kreisverbandes Jena und Saale-Holzland hatte Nitzsche am 18. November einstimmig für die Oberbürgermeisterwahl nominiert.

Kathleen Lützkendorf (Grüne): Verwaltungsmitarbeiterin und Ortsteilbürgermeisterin

Kathleen Lützkendorf ist 46 Jahre alt, stammt aus Querfurt in Sachsen-Anhalt und lebt seit 1997 in Jena. Hier studierte sie Erziehungswissenschaften und schloss mit einem Master ab. Von 2004 bis 2014 war sie Sozialarbeiterin in Jena, arbeitete dann als Referentin für die Grünen-Landtagsfraktion und ist seit 2019 Mitarbeiterin im Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz. Sie ist Co-Vorsitzende der bündnisgrünen Stadtratsfraktion und seit 2019 Ortsteilbürgermeisterin des Jenaer Zentrums.

Ergebnis des ersten Wahlgangs

Amtsinhaber Thomas Nitzsche erhielt im ersten Wahldurchgang 25,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, auf seine stärkste Herausforderin Kathleen Lützkendorf entfielen 15,4 Prozent.

Ebenfalls zur Wahl standen Stephan Wydra (CDU), Ulf Weißleder (parteilos), Jens Thomas (Linke), Denny Jankowski (AfD), Johannes Schleußner (SPD) und Peter Gutjahr (parteilos).

Ergebnis der Stadtratswahl in Jena

Ob der Stadtrat in Jena auch in der bevorstehenden Wahlperiode mit wechselnden Mehrheiten arbeitet oder sich eine Koalition bildet, ist offen. Gegen eine Koalition in Jena spricht, dass die Mitteparteien dafür nicht genug Stimmen zusammen bekommen werden.

Die Stadt Jena

In der Universitätsstadt Jena leben 108.000 Menschen auf einer Fläche von 115 Quadratkilometern. Die Stadt liegt im mittleren Saaletal eingeklemmt zwischen Muschelkalk- und Buntsandsteinhängen. Mit rund 21.000 Studierenden ist Jena der wichtigste Universitäts- und Hochschulstandort Thüringens. Mehrere wissenschaftlichen Institute haben hier einen Standort. Das Jenaer Universitätsklinikum bildet den größten Arbeitgeber der Region. Bekannt ist Jena außerdem für seine feinmechanische und optische Industrie, die durch den Carl-Zeiss-Konzern eine lange Tradition in der Stadt hat.

Weitere wichtige Infos zur Kommunalwahl in Thüringen

  • Die Ergebnisse der Stichwahlen bei den Kommunalwahlen 2024 in Thüringen, finden Sie hier.
  • Die aktuellen Entwicklungen der Stichwahl im Liveticker.
  • Den Überblick des Wahltages lesen Sie hier.
  • Alle wichtigen Infos und Beitrag zur Kommunalwahl in Thüringen, welche Einflussmöglichkeiten Gemeinderäte haben und die Übersicht zu allen Thüringer Landrats-, Oberbürgermeister- sowie haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeisterkandidaten gibt es auf unserer Themenseite.

Alles zu Stichwahlen in Ostthüringen

MDR (mp/kuk/ost/nir)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. Juni 2024 | 19:00 Uhr

Mehr aus der Region Jena - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen

Notsanierung Stauffenbergallee 2 min
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk